Vorschau Rallye Wales

Titelentscheidung

Foto: McKlein 47 Bilder

Die Rallye-Welt blickt nach Wales: Am kommenden Wochenende (29.11. - 2.12.) steht der 16. Und letzte Lauf zur RallyeWM auf dem Programm und mit diesem die Fahrer-WM-Entscheidung.

Nach einem Prolog am Donnerstagabend in der 319.000-Einwohner-Stadt Cardiff geht es ab Freitagmorgen ab 9.53 Uhr zur Sache. Die 17,41 Kilometer lange Strecke um Port Talbot ist die erste von insgesamt 17 Sonderprüfungen, die eine Gesamtdistanz von 359 Kilometer aufweisen. Der Lauf an der Westküste der britischen Insel wird traditionell auf grobem Schotter abgehalten – aber ist dies ein Vorteil für Marcus Grönholm im Kampf um den Titel? Grönholm gewann hier 2001 und 2006, als Loeb aufgrund seiner Armverletzung nicht startete. Dafür ist der Ford-Mann allerdings in der Vergangenheit hier auch schon sechs Mal ausgefallen. Loeb indes hat in Wales noch nie gewonnen.

Der schlaksige Finne wird seine letzte WM-Rallye bestreiten. Mit 39 Jahren wird sich Grönholm vom Rallyesport zurückziehen. Wird es ein Happy-End für den fünffachen Saisonsieger? Zuletzt, in Japan und vor zwei Wochen in Irland, patzte der Ford-Pilot zwei Mal und schied durch Unfall aus. Es waren Grönholms einzige Nullrunden in diesem Jahr, während Kontrahent Loeb drei Mal ohne Zähler blieb. Nur einmal konnte er Kapital aus Grönholm Fehler schlagen, dies allerdings mit seinem achten Saisonsieg in Irland. Der Elsässer führt die WM nun mit sechs Punkten Vorsprung an und strebt seinem vierten WM-Titel in Folge entgegen. Dies ist zuletzt Grönholm-Landsmann Tommi Mäkinen von 1996 bis 1999 gelungen.

Loeb mit besten Chancen

Sollte Grönholm gewinnen, reicht Loeb in Wales ein fünfter Rang zum Titel. Grönholm ist der zweite Tabellenrang sicher; er kann nicht eingeholt werden. Doch der Franzose wird mit gebremsten Schaum auf Nummer sicher gehen. Aber allzu viel Vorsicht wird er sich nicht erlauben können. In England wird wie schon in Irland eine hohe Zahl schneller Lokalmatadoren unterwegs sein, die Loeb das leben schwer machen könnten. "Ich kann den Titel nur verlieren, wenn das Auto oder ich Mist bauen", versicherte er unlängst in Irland.

Bei der Rallye Japan hat Loeb nach seinem Ausscheiden den letzten Veranstaltungstag gezielt dazu genutzt, sich auf die Verhältnisse in Wales vorzubereiten. Gleiches gilt für Subaru. Die Japaner waren in Wales stets vorne mit dabei. Doch wie stark werden die krisengeschüttelten Blauen diesmal sein? Differenzial, Lenkung und Fahrwerk sind die Schwachpunkte. In Japan Ende Oktober hat man Subaru wesentlich mehr zugetraut, als am Schluss heraussprang. Nun ist man in der Punktewertung sogar erstmals hinter ein Kundenteam abgerutscht. Hier werden die Duelle von Petter Solberg und dem Australier Atkinson gegen Henning Solberg und Jari-Matti Latvalla die Würze der Rallye ausmachen. Auch Manfred Stohl wird alles geben müssen, um nach einer verpatzten Saison noch ein Highlight zu setzten, das ihm einen Platz für die kommende Saison sichern könnte. Der Österreicher mag die Rallye; im Vorjahr belegte er den dritten Platz.

Suzuki tritt zum zweiten Mal mit seinem neuen WRC-Modell an. Diesmal wird das Auto vom Finnen Sebastian Lindholm gesteuert, einem Cousin von Grönholm. Er ersetzt den französischen Schotterspezialisten Nicolas Bernardi.

Kampf in der Produktionswagen-Klasse

Ford hat den Markentitel indes schon in der Tasche. Mirkko Hirvonen machte zuletzt in Irland mit Rang vier alles klar. Dadurch können die Teamkollegen Dani Sordo (Citroen) und Mirkko Hirvonen (Ford) voll angreifen. Offen ist dafür die Titelvergabe in der Produktionswagen-Klasse. Hier kommt es zum Show-down zwischen dem führenden Japaner Toshio Arai und dem Argentinier Gabrielle Pozzo. Subaru-Pilot Arai liegt zwar neun Punkte vorne, hat aber die ihm zustehende Anzahl an Rallyes bereits absolviert und ist nicht startberechtigt. Pozzo indes muss klar gewinnen. Doch dies wird schwierig werden, da auch in der Gruppe N starke Lokalmatadoren antreten, wie zu Beispiel Niall McShea oder Mark Higgins.

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