Wettervorhersage Le Mans 2015

Le Mans und das Wetter

Nissan GT-R LM Nismo - Startnummer #23 - 24h-Rennen Le Mans 2015 - Donnerstag - 12.6.2015 Foto: Nissan 43 Bilder

Seit zehn Tagen checken alle Rennteams in Le Mans die Wettervorhersagen, und zwar im Minutentakt: Wird es beim 24h-Rennen regnen – oder doch nicht? Wie auch immer, das Wetter wird einen großen Einfluss auf das Rennen haben.

Am vergangenen Wochenende lautete die Vorhersage noch wie folgt: AQ Samstag trocken, in der Nacht unwetterartige Regenfälle und dann Dauerregen bis zum Schluss. Am Freitag vor dem Rennen ist klar: Die Vorhersage hat sich um 100 Prozent gedreht: Jetzt soll es am Samstag sonnig sein, am Samstagabend bewölkt und am Sonntag wieder sonnig und trocken. Von Regen keine Spur. Einige Teams freuen sich darüber, andere sind frustriert. Warum?

Toyota würde Regen benötigen

Diejenigen Teams, die nicht die Pace ihrer direkten Gegner haben, benötigen Regen, um überhaupt eine Chance zu haben, im Kampf um den Sieg einzugreifen. In der LMP1-Klasse benötigt Toyota unbedingt Regen, denn unter Rennbedingungen fehlt den Japanern je nach Rechnung zwischen 2 und 3 Sekunden pro Runde auf Porsche und Audi. Ohne Regen fehlen Toyota die taktischen Eingriffsmöglichkeiten, Zeit gutzumachen, zum Beispiel über eine riskante Reifenstrategie bei einsetzendem Regen.

"Ohne Regen werden die anderen einfach auf und davon fahren" so Toyota-Technikdirektor Pascal Vasselon. "Dann können wir nur hoffen, dass unsere Gegner in technische Probleme laufen, was sie Zeit kosten und unseren Rückstand reduzieren würde."

Aber auch die Gegner von Toyota wären über Regen eventuell nicht unglücklich. "enn es regnet, sinken die thermische und mechanische Gesamtbelastung stark ab. Wenn also ein Team Zweifel an der Zuverlässigkeitsfront hat, dann hofft man auf Regen. Das könnte zum Beispiel für das Porsche-LMP1-Team gelten, denn hier gibt es in der Tat Haltbarkeitsfragen. Am Donnerstag mussten zum Beispiel die Batterien am Auto mit der Startnummer 17 getauscht werden. Bei Audi ist man relativ entspannt: "Wir glauben, dass wir standfest sind und bevorzugen ein trockenes Rennen", so LMP1-Projektleiter Chris Reinke.

Im GT-Bereich gelten die gleichen Regeln. Das Porsche-Werksteam von Olaf Manthey glaubt, den Speed der direkten Gegner in der GT LM Klasse nicht ganz mitgehen zu können. "Regen würde helfen, da kann man mit Risiko-Entscheidungen viel Zeit gutmachen oder gewinnen", so Olaf Manthey. Er sagt aber auch: "Natürlich kann man bei solchen Szenarien durch Fehlentscheidungen auch viel Zeit verlieren, das ist für alle gleich. Aber immerhin hätte man bei Regenschauern eine Chance, Zeit gutzumachen, die man auf der Strecke verloren hat. Ohne regen wird es für uns eher schwerer, einen Klassensieg zu holen."

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