09/2021, 2022 Chrysler 300S Stellantis North America
02/2020, Chrysler 300 Modelljahr 2020
09/2021, 2022 Chrysler 300S
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2020 Chrysler 300 Modellpflege: Ja, er lebt noch!

2022 Chrysler 300 Modellpflege Er weigert sich, vom Markt zu verschwinden!

Seit 2004 wird die Limousine bereits gebaut. Doch Chrysler macht keine Anstalten, den 300 in Rente zu schicken. Im Gegenteil: Er erhält zum Modelljahr 2022 nochmal ein Update.

Der Chrysler 300 ist ein echter Untoter der Autoindustrie. Die Baureihe wurde aufgelegt, als es den Daimler-Chrysler-Konzern noch gab. Wie lang das her ist? Nun ja, dieses amerikanisch-deutsche Missverständnis wurde bereits 2007 beendet. Der Chrysler 300 wird seit 2004 produziert und erhielt 2011 eine optische und technische Auffrischung. Dabei blieb das Design in seinen Grundzügen ebenso erhalten wie die ursprüngliche Plattform, in die unter anderem die Mehrlenker-Hinterachse aus der damaligen Mercedes E-Klasse integriert war.

09/2021, 2022 Chrysler 300S
Stellantis North America
Die unverkennbar ikonische Grundform blieb über 17 Jahre unverändert.

Heute gibt es die Limousine der oberen Mittelklasse noch immer. Obwohl deren Absatzzahlen in den USA rapide sinken (von 46.593 Exemplaren 2018 über 29.213 im Folgejahr bis 16.473 Einheiten 2020), wird Chrysler nicht müde, dem 300er weitere Updates zu gönnen. Das jüngste betrifft vor allem die Ausstattungsumfänge. Zwar entschlackt Chrysler das Portfolio, indem der 300C aus dem Programm fliegt und nur noch die Modellvarianten Touring, Touring L und 300S übrigbleiben. Gleichzeitig zeigen sich aber die Umfänge der Serienausstattung und Ausstattungspakete erweitert.

Verbesserte Ausstattung

Im Modelljahr 2022 kommt der Viertürer in der Version Touring L unter anderem dank 20-Zoll-Rädern, einer Performance-Frontschürze mit Applikationen in Wagenfarbe, LED-Nebelscheinwerfern und schwarzen Akzenten sportlicher daher. Der 300S verfügt serienmäßig über das Uconnect-Infotainment-System, neun Premium-Lautsprecher mit Subwoofer im Kofferraum und ein elektrisches Panorama-Schiebedach. Zudem bietet Chrysler fortan eine verbesserte Alarmanlage und ein Luftfilter-System für den Innenraum an.

11/2014, Chrysler 300 L.A. Autoshow
Chrysler
Innenraum mit neuen Farben und 8,4-Zoll-Uconnect-Infotainment.

Die letzte große Modellpflege im Frühjahr 2020 brachte dem Chrysler 300 zudem neue Lackierungen und ebenfalls vergrößerte Ausstattungsumfänge. Innerhalb der Farbpalette wurde kräftig getauscht: Zwei flogen raus, dafür kommen drei hinzu. Die Auswahl an Innenfarben verbessert sich dank der neuen Töne Schwarz/Leinen und Mokka. Hinzu kam das Ausstattungspaket "Red S Appearance Package", das neben 20-Zoll-Rädern diverse Schilder und Plaketten an der Karosserie beinhaltet.

Infotainment der neuesten Chrysler-Generation

Taucht man tiefer in die Welt des Chrysler 300 ein, dann zeigt sich: Der FCA-Marke ist es gelungen, das Auto einigermaßen modern zu halten. Es verfügt über das Uconnect-Infotainmentsystem in dessen 4C-Generation mit 8,4-Zoll-Touchscreen sowie Konnektivitätslösungen per Apple Carplay und Android Auto. Auch die Palette an elektronischen Fahrassistenten lässt sich als umfangreich bezeichnen. Es gibt einen nach vorne gerichteten Kollisionswarner, einen adaptiven Tempomaten mit Stopp-Funktion, Totwinkelüberwachung, Warnung vor hinterem Querverkehr, Spurverlassenswarnung samt Spurhalteassistent und Einparkhilfe vorne und hinten.

09/2021, 2022 Chrysler 300S
Stellantis North America
Klassisch analoge Rundinstrumente wie diese hier sieht man nicht mehr allzu oft in der modernen Autowelt.

Seine Beliebtheit verdankt der Chrysler 300 aber auch seinem Variantenreichtum in puncto Antrieben. Das Basismodell mit dem 3,6 Liter großen Pentastar-V6 liefert im 300 Touring und Touring L 296 PS und maximal 353 Newtonmeter; im 300S sind es 304 PS und höchstens 358 Newtonmeter. Das Highlight der Motorenpalette ist freilich der Hemi-V8 mit 5,7 Litern Hubraum, der exklusiv im 300S verfügbar ist und dort 368 PS leistet sowie maximal 534 Newtonmeter bereitstellt. Damit beschleunigt das hinterradgetriebene Topmodell in weniger als sechs Sekunden von null auf 60 mph (96,6 km/h). Die Modellvarianten Touring und Touring L sind auch mit Allradantrieb erhältlich, die Kraftübertragung besorgt stets eine Achtgang-Automatik.

Er wird sogar teurer

So alt der 300er inzwischen auch sein mag: Chrysler kommt (noch) nicht auf die Idee, seine Mittelklasse-Limousine in Rente zu schicken. Mehr noch: Die Amerikaner verteuern sie sogar. So kostet das Basismodell Touring RWD des Modelljahres 2021 immerhin 31.540 Dollar (aktuell knapp 26.800 Euro). Zum Vergleich: Dasselbe Modell kostete im Modelljahr 2020 nur 29.590 Dollar. Die Preise für den 2022er Chrysler 300 nennt die Stellantis-Marke noch nicht.

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Fazit

Der Chrysler 300 hat schon einiges durch: Er ist ein Überbleibsel der wenig ruhmreichen Daimler-Chrysler-Ära. Es gab ihn schon mal als Kombi und er trat in Europa zwischenzeitlich als Lancia Thema auf. Und er wurde von Dieselmotoren ebenso angetrieben wie von einem 431 PS starken 6,1-Liter-Hemi-V8 in der SRT8-Version. Inzwischen lebt er fast ausschließlich in Amerika, erfreut sich allerdings – siehe Absatzzahlen – nicht mehr allerbester Gesundheit. Fans sollten deshalb jetzt zugreifen, bevor es in nicht allzu ferner Zukunft zu spät ist.

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