Aston Martin Valhalla - V6-Turbo - Motor Aston Martin
Aston Martin Valhalla - V6-Turbo - Motor
Aston Martin Valhalla - V6-Turbo - Motor
Aston Martin Valhalla - V6-Turbo - Motor
Aston Martin Valhalla - V6-Turbo - Motor 19 Bilder

Nix mit V6-Biturbo: Aston Martin Valhalla umgeplant

Aston Martin Valhalla (2021) mit Mercedes-Motor Nix mit V6-Biturbo

Inhalt von

Aston Martins Mittelmotor-Sportwagen Valhalla kommt später und anders als geplant. Aus 2021 wird 2023 und aus dem hauseigenen neuen V6-Biturbo wird nun doch ein Mercedes-Motor. Vielleicht sogar ein Vierzylinder.

Aston Martin strukturiert um. Das betrifft nicht nur die neuen Besitzverhältnisse, sondern auch die Modellpalette. Die neuen Fahrzeuge wurden vor Jahren angeschoben und kommen in naher Zukunft nach und nach auf den Markt.

Der SUV DBX soll die Stückzahlen noch in diesem Jahr nach oben treiben. Daneben hat Aston Martin den viertürigen Rapide AMR sowie Vantage, DB11 und DBS im Angebot. Allesamt mit Motor vor der Fahrerkabine. Das Prestige-Projekt ist der Valkyrie. Mit V12-Saugmotor zwischen Fahrgastzelle und Hinterachse. Sein Ableger ist der Valhalla. Oder wie Aston Martin es formuliert: der Sohn des Valkyrie.

Nicht ohne Stolz präsentierten die Briten im vergangenen Jahr den ersten seit 1969 komplett in Eigenregie entwickelten Motor. Ein V6-Biturbo hätte es werden sollen, hybridisiert und mit bis zu 1.000 PS. Doch mit dem Wechsel der Führungsspitze erfolgte auch eine Neubewertung des Projektes "Valhalla". CEO Tobias Moers, ehemals Mercedes-AMG-Chef, erklärte gegenüber den Investoren, dass man für den Mittelmotor-Sportwagen mit einem Mercedes-Aggregat plane, wie mehrere britische Fachmagazine berichten.

Mercedes-AMG C63 Erlkönig
Stefan Baldauf
Die AMG-Version (C 63) der neuen C-Klasse wird mit einem Vierzylinder vorfahren. Der könnte auch den Aston Martin Valhalla antreiben.

Kein Geld für Prestigeprojekte

Die Gründe dafür sind wenig überraschend. Gerade Aston Martin musste als ohnehin bereits angeschlagener Hersteller während der Corona-Pandemie kräftig Federn lassen. Werksschließungen, Produktionsverzögerung, Lieferprobleme – davon können viele in 2020 ein Lied singen. Bei Aston aber hat das Covid-Krisenjahr zu einer Vervierfachung der Verluste geführt. Vor diesem Hintergrund ist ein teures Prestigeprojekt wie die Inhouse-Entwicklung eines Hightech-Hochleistungs-Motors mit erwartungsgemäß geringen Absatzzahlen vor dem Investoren-Publikum schwer vermittelbar.

Den Fans wiederum dürfte diese Umkehr nicht so einfach beizubringen sein. Zumal sogar der Einsatz eines Vierzylinder-Motors im Raum steht. Nicht, dass so ein AMG-Vierzylinder ein schlechtes Aggregat sei, mitnichten, aber passt es zu einem Supersportwagen? Bislang ist das jedoch nur Spekulation, Details gibt Moers noch nicht bekannt. AMG arbeitet derweil an zwei elektrifizierten Motoren und einer davon ist eben ein Vierzylinder, der später auch die sportlichen Modelle der Mercedes C-Klasse antreiben wird. Aber auch der Vierliter-V8 erhält ein Elektro-Update und damit bis zu 800 PS. Klingt schon eher nach einem Supersportwagen. Welcher Motor am Ende im Valhalla zum Einsatz kommt, wird sich zeigen. Ein bisschen wehmütig widmen wir uns nun der geschassten Maschine.

Aston Martin Valhalla - V6-Turbo - Motor
Aston Martin
Da glüht der Dreiliter-V6 noch, doch das Feuer ist jüngsten Berichten zufolge erloschen.

Valhalla-Motor mit heißem V

Ursprünglich sollte der Valhalla mit halb so vielen Zylindern wie der Valkyrie auf 1.000 PS kommen, dafür aber mit Turboaufladung. So ein Layout weckt zwar nicht die ganz großen Emotionen wie ein freisaugender Hochdrehzahlmotor. Dafür aber lassen sich damit, und durch die Unterstützung eines Hybridsystems, die immer schärfer werdenden Abgasvorschriften einhalten. Der Valhalla wird die EU-Abgasnorm Euro 7 erfüllen, die voraussichtlich ab 2021 greift.

Jetzt zu den Emotionen: Aston Martin hatte versprochen, dass der Valhalla das stärkste Fahrzeug des Portfolios werde. Wie passt das zusammen, angesichts des 1.176 PS starken Valkyrie? Ganz einfach: Den sehen die Briten als Sonderedition an. Der Valhalla ist hingegen Teil der Kernproduktpalette und sollte diese dann zukünftig mit seiner vierstelligen Leistung anführen.

Erstmals überhaupt seit 1969, also seit mehr als 50 Jahren, konstruierte der britische Hersteller dafür einen Motor in den eigenen vier Wänden. Intern wurde das Aggregat mit dem Kürzel TM01 versehen. Das steht für den polnischen Aston-Martin-Ingenieur Tadek Marek, der in den 1950er und 1960er Jahren für das Unternehmen tätig war.

Jener Motor baut auf sechs Zylindern mit einem Hubraum von drei Litern auf. Zwischen das V stecken die Ingenieure die beiden Turbolader. Diese "heiße" Bauweise erfordert zwar mehr Aufwand beim Hitzemanagement, spart aber Bauraum. Der kompakte Motor wiege weniger als 200 Kilogramm, sagt Aston Martin. Der V12-Sauger des Valkyrie, den Cosworth bereitstellt, ist 206 Kilogramm schwer.

Eine Trockensumpfschmierung ist gesetzt. In so einem Valhalla will man ja auch schnell durch Kurven brezeln, und die Querdynamik auf der Rennstrecke ausreizen. Da muss das Öl immer sicher an die diversen Schmierstellen des V6-Turbos vordringen.

Sechs Zylinder, drei Liter, Turboaufladung: So allein hebt man die Leistung nicht auf über 1.000 PS. Deshalb arbeitet Aston Martin an einem Angebot an Hybridsystemen. Auch von einem Plugin-Hybrid für das Laden an der Steckdose war die Rede. Die exakte Leistung und das Drehmoment, je nach Ausbaustufe, wollte Aston Martin erst bei der Vorstellung verraten. Die Fans müssen sich mit weiteren Details gedulden.

Aston Martin RB 003
Aston Martin
Das Arbeitsgerät des Fahrers: Ein unten und oben stark abgeflachtes Lenkrad.

Mehr Platz im Valhalla

Neben dem in Kleinstserie geplanten Hypersportler Valkyrie soll der Valhalla ebenfalls ein Kleinserienmodell werden. Vom Coupé mit Leichtbauchassis plant Aston Martin nur 500 Exemplare – darunter Rechts- und Linkslenker. Die ursprüngliche Kennzeichnung 003 für den Valhalla folgt auf die Modelle Valkyrie und Valkyrie AMR Pro, die unter den Codes 001 und 002 entwickelt wurden.

Der Aston Martin Valhalla nimmt starke Anleihen am Valkyrie – optisch wie technisch. So setzt auch das Modell beim Thema Abtrieb auf extreme Durchströmung und verzichtet auf sichtbare Spoiler. Dennoch gibt es aktive Luftleitelemente und sich verändernde Karosserieoberflächen, welche die Aerodynamik in Abhängigkeit vom Fahrzustand optimieren sollen. Weil der Valhalla aber auf mehr Alltagstauglichkeit ausgelegt ist, wird er weit weniger extrem sein als der Valkyrie. Auch beim Lampendesign an Front und Heck unterscheidet er sich deutlich vom Valkyrie.

Im Innenraum soll der Valhalla spürbar mehr Platz für die beiden Passagiere bieten. Eine breitere Mittelkonsole schafft mehr Distanz zwischen Fahrer und Copilot. Hinter den Sitzen steht Raum für Gepäck zur Verfügung. Das Cockpit selbst zeigt sich extrem reduziert, nahezu alle Bedienelemente sind am oben und unten abgeflachten Lenkrad gebündelt. Auf der Lenksäule sitzt das digitale Kombiinstrument, im Lenkrad ein zweiter kleinerer Screen. Vor dem Beifahrer kann das Smartphone in einen Halter eingeklinkt und in das Bordsystem integriert werden. Auf der luftigen Mittelkonsole sitzen Schalter für den Warnblinker und die Parkbremse. Ein kleines Touchfeld steuert die Sitze, die Außenspiegel und die Klimaanlage. Zugang zum Innenraum gewähren nach vorne oben öffnende Türen, die weit ins Dach reichen.

Aston Martin RB 003
Aston Martin
1.000 PS stark und 1 Million Euro teuer.

Valhalla In 2,5 Sekunden auf 100

Aston Martin hatte geplant, den V6 mit einem innovativen Ölwechselsystem auf Kartuschenbasis ausrüsten, wie man es schon am Vulcan gesehen hat. Zur Diskussion stand, ob das Fahrzeug wie der Valkyrie rein elektrisch rückwärts fahren können soll. Ebenso liegt es im Bereich des Möglichen, dass der Valhalla einen Allradantrieb bekommt – mit Performance-orientierter Auslegung, natürlich. Der Elektromotor könnte an der Vorderachse sitzen.

So beschreibt es zumindest eine Händlerbroschüre, die 2019 aufgetaucht war. "Die entsprechenden Komponenten kaufen wir von Zulieferern hinzu. Derzeit entwickeln wir auch mit einem Partner ein passendes Getriebe", verrät David King, zuständig für Kleinstserienmodelle und Motorsport-Fahrzeuge bei Aston Martin. Als weitere Vorgaben gelten ein aktives Fahrwerk sowie umfangreiche elektronische Regelsysteme.

Umfrage

492 Mal abgestimmt
Supersportwagen mit Vierzylinder - geht das?
Nein, da gehören mindestens sechs Zylinder rein.
Klar, mit Elektrifizierung reicht die Power.

Ein Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe leitet die Kraft laut der Broschüre an die Räder. Dabei unterstützt ein nicht näher definiertes Sperrdifferential den Kraftfluss. Der Elektromotor treibt die Vorderachse an, der Verbrennungsmotor wirkt auf die Hinterrachse.

Den Spurt von Null auf 100 km/h sollte der Valhalla in 2,5 Sekunden absolvieren, die Höchstgeschwindigkeit nach dem Dokument bei 354 km/h liegen. Dank seiner Karbon-Karosserie wiegt der Mittelmotorsportwagen lediglich 1.350 Kilogramm. Auch in Sachen Preis gibt es schon einen Hinweis: Das Modell wird nicht unter umgerechnet einer Million Euro kosten. Was sich an diesen Daten durch die Umstellung ändert, erwarten wir ebenfalls mit Spannung.

Fazit

Natürlich ist es schade, wenn so eine spannende Entwicklung dem Sparkurs zum Opfer fällt. Doch für einen eigenen Motor scheinen nun mal die Mittel zu fehlen. Andererseits sind es Aston-Kunden ja bereits gewohnt, mit AMG-Motoren unterwegs zu sein.

Aston Martin Valhalla
Artikel 0 Generationen 0
Alles über Aston Martin Valhalla
Mehr zum Thema Sportwagen
Porsche Boxster (986)
Kaufberatung
Erlkönig Maserati Gran Turismo
Neuheiten
Porsche Taycan Cross Turismo Sitzprobe Erster Check Studio
Neuheiten