06/2019; Audi S8 2019 Audi AG

Audi S8 (2019)

Sportversion mit Biturbo-Benziner

Während die kleineren S-Modelle nur noch Dieselmotoren haben, darf der neue Audi S8 in seinem Vierliter-Biturbo-V8 fleißig Super Plus verbrennen. Für ein bisschen Elektro-Power sorgt ein Mildhybrid-System mit 48 Volt-Riemen-Starter-Generator.

Es sind Meldungen wie diese, die für einen Aufschrei unter Auto-Traditionalisten sorgen: Künftig werden Audis S-Modelle – vom S4 bis hoch zum S7 – von Dieselmotoren befeuert. Zumindest jene, die in Europa verkauft werden. Ein Sportmodell mit Ölbrenner, das passt für viele noch immer nicht zusammen. Aber jene Traditionalisten können Audi nun wieder ein bisschen weniger verteufeln. Der neue S8, der im Herbst bestellbar ist und gegen Jahresende – und damit zwei Jahre nach dem normalen A8 der aktuellen Generation – auf den Markt kommt, darf Super Plus statt Diesel verbrennen.

V8-Biturbo mit 571 PS und 800 Nm

Herzstück des Antriebsstrangs ist ein V8-Motor mit vier Litern Hubraum und doppelter Turboaufladung. Er leistet 571 PS und stellt maximal 800 Newtonmeter bereit. Um den Verbrenner herum hat Audi ein Mildhybridsystem platziert, dass mit 48-Volt-Riemenstarter-Generator und Lithium-Ionen-Batterie arbeitet. Die Technik soll Segeln mit deaktiviertem Motor, einen erweiterten Start-Stopp-Bereich und einen schnellen Wiederstart des Motors ermöglichen. Allein dies soll den Verbrauch um 0,8 Liter drücken; auch die Zylinderabschaltung soll den Durst senken.

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Gewohnt dezent in der Zurschaustellung seiner motorischen Potenz: der neue Audi S8.

Hightech auch beim Fahrwerk: Der neue Audi S8 verfügt serienmäßig über das vorausschauende Aktivfahrwerk mit Luftfederung. Das ist mit der Frontkamera vernetzt: Diese meldet größere Fahrbahnunebenheiten an die Fahrwerkselektronik, welche die Federung in vorauseilendem Gehorsam darauf einstellt. Außerdem kann jedes Rad über elektromechanische Aktoren nach oben gezogen oder nach unten gedrückt werden. Das soll Wankbewebungen in Kurven oder das Eintauchen beim Bremsen und Beschleunigen eliminieren. Neu ist das Fahrprofil „Comfort +“, in dem nicht nur die auf die Insassen wirkende Querbeschleunigung reduziert, sondern vor dem Einsteigen auch die Karosserie angehoben wird. In der „Dynamic“-Abstimmung dagegen verteilt der S8 die Wankmomemte situationsgerecht und erlaubt gar ein minimal übersteuerndes Eigenlenkverhalten.

Hinterradlenkung und Sportdifferenzial serienmäßig

Apropos: Die Sportlimousine lenkt serienmäßig mit allen vier Rädern, wobei die Lenkwinkel an der Vorder- und Hinterachse unabhängig voneinander gewählt werden. An der Hinterachse sitzt zudem ein Sportdifferenzial, das die Kraft aktiv zwischen den hinteren Rädern verteilt, so die Untersteuerneigung minimiert und die Traktion beim Herausbeschleunigen verbessert. Auf Wunsch stattet Audi den S8 mit einer High-Performance-Bremsanlage aus, die vorne mit 420- und hinten mit 370-Millimeter-Scheiben aus Kohlefaser-Keramik-Verbundwerkstoff sowie mit Zehn-Kolben-Sätteln arbeitet.

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Daumen runter. Dieses ewig gleiche Designkonzept kann ich nur schwer ertragen.

Herstellerangaben zufolge kommen im Audi S8 ganze 38 Assistenzsysteme zum Einsatz, die sich in den beiden Paketen „Stadt“ und „Tour“ gruppieren. In Letzterem findet sich der adaptive Fahrassistent, der die Funktionen des Abstandsregeltempomaten sowie des Stau- und Spurhalteassistenten bündelt und mit dem prädiktiven Effizienzassistenten kooperiert. Heißt, der S8 beschleunigt und bremst abhängig von der vorausliegenden Strecke und der jeweiligen Fahrsituation auf Wunsch automatisch. Wer alle Fahrassistenten ordert, bekommt ein Auto mit fünf Radar- und zwölf Ultraschallsensoren sowie sechs Kameras und einem Laserscanner.

In den wichtigsten Märkten nur in der Langversion

In seinem Auftreten bleibt der neue S8 jener Understatement-Kraftprotz, der seine Vorgänger bereits waren. Die subtilen optischen Änderungen beschränken sich auf Details am Frontstoßfänger und den Seitenschwellern sowie die typischen silbernen Außenspiegelgehäuse. Die Räder sind bis zu 21 Zoll groß. Zudem weisen die vier ovalen Abgasendrohre und diverse Embleme den S8 als sportliches Topmodell der Baureihe aus. Mit einer Besonderheit sehen sich die Kunden in China, Kanada, Südkorea und den USA konfrontiert: Hier gibt es den neuen S8 erstmals und ausschließlich in der Langversion. Auf die 517 Zentimeter Länge des hierzulande angebotenen S8 summieren sich demnach weitere 13 Zentimeter.

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Die Komfort-Sportsitze mit Heizung, Lüftung und Massagefunktion sind serienmäßig.

Im Innenraum bietet Audi neun unterschiedliche Farb- und Designwelten an. Highlight ist die Design-Selection Pastellsilber, die dem neuen S8 als erstem und einzigem Audi überhaupt eine Carbon-Dekorleiste mit 3D-Tiefenwirkung und direkt darunter eine weitere Dekorleiste aus gebürstetem, mattem Aluminium beschert. Fahrer und Beifahrer nehmen serienmäßig auf vielfältig einstellbaren Komfort-Individual-Kontursitzen in Sportoptik Platz, die über eine dreistufige Heizung, Belüftung, Massagefunktion sowie Lederbezug verfügen.

Auf Wunsch zieht Amazon Alexa ein

Das MMI-Touch-Response-Bedienkonzept mit zwei großen Bildschirmen und fast natürlicher Spracherkennung kann auf Wunsch mit Amazon Alexa aufgerüstet werden. Kunden können auch Car-to-X-Dienste hinzubuchen; so kommuniziert der S8 auf Wunsch in immer mehr europäischen Städten mit den Ampeln und versucht, eine grüne Welle zu realisieren. Darüber hinaus wird das Smartphone auf vielfältige Weise mit dem neuen S8 vernetzt. Das virtuelle Cockpit erlaubt drei Ansichten: Im Fahrmodus stehen Tacho und Drehzahlmesser im Fokus, der Infotainment-Modus rückt die Navigationskarte ins Zentrum, und im S-Performance-Modus findet sich ein eckiger Drehzahlmesser in der Mitte des Displays. Ein Head-up-Display gibt es gegen Aufpreis.

Zum Preis hält sich Audi bislang noch bedeckt. Ausstattungsbereinigt soll der neue S8 auf dem Niveau des mindestens 117.000 Euro teuren Vorgängermodells liegen. Berücksichtigt man das höhere Ausstattungsniveau des Neulings, dürfte dieser etwas über diesem Preis liegen.

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Fazit

Aufatmen im Audi-Fanlager: Der neue S8 genehmigt sich weiterhin hochoktaniges Benzin und bleibt vom Diesel-Zwang verschont. Kraft hat die Sportlimousine mehr als genug – eine Aussage, die sich auch in Bezug auf die technischen Dreingaben treffen lässt. Ob die ganze Hightech den Koloss wirklich dynamischer, sicherer oder sparsamer machen, müssen freilich die ersten Testfahrten zeigen.

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