BMW 330e (2019)

BMW 3er mit Plug-in-Hybrid und Extra-Boost

11/2018, BMW 330e Plug-in-Hybrid 11/2018, BMW 330e Plug-in-Hybrid 11/2018, BMW 330e G20 11/2018, BMW 330e G20 10 Bilder

Mit 252 PS Systemleistung und bis zu 60 rein elektrischen Kilometern soll der neue 330e BMW-Kunden sachte an die Elektromobilität heranführen. Auch die Beschleunigung gehört zu seinen Stärken – das Platzangebot eher nicht.

Ab Sommer 2019 wird es wieder eine Plug-in-Hybridversion des BMW 3ers geben. Der G20 mit Steckdose heißt wieder 330e, verzichtet im Gegensatz zum Vorgänger mit dem Werkscode F30 aber auf den Namenszusatz iPerformance. Die generellen Zutaten bleiben: Es spannen ein Zweiliter-Vierzylinder-Benziner und ein Elektromotor zusammen. Auch die Motordaten gleichen sich: 185 kW / 252 PS leistet das System, wovon 135 kW / 184 PS auf den Benziner entfallen. Das sind exakt die Werte des Vorgängers, genau wie das maximale Drehmoment von 420 Newtonmetern. Die technischen Unterschiede liegen im Detail verborgen.

„XtraBoost“ für sportliche Beschleunigung

Statt die Papierdaten zu optimieren, haben die BMW-Ingenieure das Zusammenspiel zwischen den Antriebseinheiten optimiert. So trägt der E-Motor nun eine Dauerleistung von 50 kW / 68 PS zum Fahrerlebnis bei. In der Spitze sind es sogar bis zu 80 kW / 109 PS, und zwar deshalb: Befindet sich der 330e im Sportmodus oder nutzt der Fahrer den Kickdown, aktiviert er die „XtraBoost“-Funktion; eine Extraleistung, die für ein paar Sekunden in der Hochvoltbatterie vorgehalten wird. Für diese Situationen gibt es auch ein spezifisches Schaltprogramm in der Acht-Gang-Automatik, in dem die Gänge für eine intensivere Beschleunigung länger ausgedreht werden. Auf dem Papier ist der Fortschritt allerdings gering: Den Null-auf-Hundert-Sprint absolviert der neue 330e in 6,0 Sekunden – eine Zehntelsekunde schneller als der Vorgänger. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 230 km/h (F30: 225).

Doch Dynamik ist das Eine. Plug-in-Hybride sind dafür gedacht, um Sprit zu sparen und lokal emissionsfrei zu fahren. Beides soll der neue 330e besser können als der alte. Zuerst die Werte: Den nach WLTP ermittelten und auf NEFZ zurückgerechneten Normverbrauch gibt BMW mit 1,7 Litern an (NEFZ F30: 1,9) und den CO2-Ausstoß mit 39 Gramm pro Kilometer (zuvor 44 bis 49 g/km). Im Hybrid-Modus fährt er rein elektrisch maximal 110 statt 80 km/h, im Elektro-Programm sind es 140 statt 120 km/h. Auch die elektrische Reichweite steigt nach Norm von 40 auf 60 Kilometer. Im Alltag dürfte sich der Wert unter Idealbedingungen zwischen 40 und 50 Kilometern einpendeln.

Der E-Motor sitzt direkt im Getriebe

BMW 3er G20 (2018) Konfigurator Neuer BMW 3er (G20) im Konfigurator 330i mit allen Extras - für 74.300 Euro

Der Elektromotor ist nun nicht mehr zwischen Getriebe und Verbrenner untergebracht, sondern direkt in die Steptronic integriert. Das spart Platz und optimiert den Wirkungsgrad – nicht nur bei Leistungsabfrage, sondern auch beim Rekuperieren. Beim Bremsen fungiert der E-Motor als Generator und gewinnt Energie zurück. Nicht nur für den Zwölf-Kilowattstunden-Speicher, sondern auch für das Bordnetz, wodurch der Benziner und die Lichtmaschine von dieser Aufgabe entbunden werden.

Die Batterie platziert BMW im neuen 330e unter den Fondsitzen und verschiebt damit den Benzintank über die Hinterachse. Das kostet Kofferraumvolumen: Mit 375 Litern ist das Gepäckabteil 105 Liter kleiner als das eines konventionell angetriebenen G20-3ers. Die Variabilität bleibt aber dank der serienmäßig im Verhältnis 40:20:40 teilbaren Rücksitzlehne gewahrt.

Fünf Ausstattungslinien, neue digitale Services

Die Preise stehen derzeit noch nicht fest. Aber BMW hat bereits bekanntgegeben, den 330e mit den üblichen Ausstattungslinien zu kombinieren. Das sind neben der Basisausstattung die Modelle Advantage, Sport und Luxury Line sowie die M-Sport-Variante. Die neuen Assistenzsysteme sind ebenso in vollem Umfang verfügbar wie die sportiven Technik-Accessoires, namentlich das adaptive M-Fahrwerk, die variable Sportlenkung und die M-Sportbremse. Serienmäßig ist eine Standheizung an Bord, mit der sich der Innenraum vorklimatisieren lässt. Zusätzlich wird BMW neue digitale Services anbieten, die Hotels, Restaurants, Cafés, Sehenswürdigkeiten oder Kultureinrichtungen in der Nähe von öffentlichen Ladestationen anzeigen. Nutzer erfahren obendrein, welche Säulen gerade verfügbar sind. Sie können diese außerdem für einen begrenzten Zeitraum reservieren.

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Fazit

Ist der neue 330e wirklich ein Auto, das Lust auf Elektromobilität macht? Das hängt vor allem davon ab, ob er in der Realität der Ankündigung nahe kommt, bis zu 60 Kilometer rein elektrisch zu fahren. Und ob die Einheiten des Hybridantriebs tatsächlich wie versprochen harmonieren. In diesem Punkt haben frühere Plug-in-BMWs nämlich nicht gerade überzeugt. Sollte dem so sein, ist der 330e eine willkommene Dieselalternative mit Beschleunigungs-Upgrade und Kofferraum-Downgrade.

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