Bugatti "Le Voiture Noire" Bugatti

Bugatti "La Voiture Noire"

Ronaldo kauft teuerstes Auto der Welt

Auto Salon Genf 2019

Bugatti präsentierte auf dem Genfer Autosalon Anfang 2019 eine Neuinterpretation des legendären Type 57 SC Atlantic aus den 1930er Jahren. Zum 110-Jahr-Jubiläum legten die Franzosen das Modell „La Voiture Noire“ (zu Deutsch: „Das schwarze Auto“) als Einzelstück auf.

Für elf Millionen Euro ohne Steuern ist der Supersportwagen an einen Sammler und Bugatti-Enthusiasten verkauft worden. Erste Gerüchte besagten, der Käufer sei der ehemalige VW-Boss Ferdinand Piëch. Nun scheint klar zu sein: Juventus Turin-Superstar Cristiano Ronaldo („CR7“) hat sich den teuersten Neuwagen der Welt gegönnt. Kein Wunder eigentlich, ist der Portugiese und mehrfache Weltfußballer des Jahres doch ein großer Fan von teuren und schnellen Autos – und besitzt rund 20 Fahrzeuge, darunter auch einen Bugatti Veyron und einen Chiron. Allerdings muss sich CR7 noch bis 2021 gedulden, denn erst dann liefert Bugatti das Voiture Noire aus. So hat er also genug Zeit zu sparen: Bei einem Jahresgehalt von 30 Millionen Euro bei Juve muss er viereinhalb Monatsgehälter an Bugatti überweisen.

1.500 PS, Handarbeit und viel Kohlefaser

Doch schauen wir uns das „LVN“ einmal näher an: Lediglich der Antrieb des auf dem Chiron basierenden „LVN“ bleibt gleich. Hier arbeitet der bekannte 1.500 PS starke W16-Motor mit acht Litern Hubraum und einem Drehmoment von 1.600 Nm. Ansonsten hat Bugatti Designer Etienne Salomé eine kraftvollen Hypersportler geschaffen, der dank des verlängerten Vorderwagens noch an Präsenz gewinnt. Die Motorhaube ist extrem konturiert, die Windschutzscheibe mit dem mittig anstehenden Scheibenwischer scheint förmlich in die Seitenscheiben über zu gehen. Die extremen Sicken am Vorderwagen weichen im Verlauf der Karosserie runden und sanften Formen.

Bugatti "Le Voiture Noire"
Bugatti "La Voiture Noire" hautnah in Genf
1:53 Min.

In Richtung Heck führen die massiven hinteren Kotflügel den Blick, der dort schmale Leuchten und ein durchgehendes LED-Band entdeckt. Inmitten des riesigen vergitterten Hecks mit unterer Chromspange zieren sechs mittig angeordnete Auspuffendrohre den Abschluss. So zeigt sich der Chiron als Gran Turismo. Der in Hand aufgebaute Bugati La Voiture Noire kommt mit einer Vielzahl von Kohlefaserelementen daher. Die Reminiszenz an das „La Voiture Noire“ aus den 1930er Jahren ist aber die Karosseriesicke, die sich von der Motorhaube bis zu Heck zieht.

Bugatti LVN : "Le Voiture Noire"

Bugatti "Le Voiture Noire"
Bugatti "Le Voiture Noire" Bugatti "Le Voiture Noire" Bugatti "Le Voiture Noire" Bugatti "Le Voiture Noire" 29 Bilder

Wo ist das vierte Atlantic-Modell?

Aber blicken wir zurück auf das Original. Lediglich vier Modelle das Atlantic (ein S und 3 SC) entstanden zwischen 1936 und 1938. Drei damals handgefertigte Modelle des expressiven Coupés existieren noch, sie gelten als die teuersten Automobile der Welt. Das vierte Modell mit der Fahrgestellnummer 57453 gilt als verschollen. Genau dieses Modell ließ Jean Bugatti für sich herstellen, nur er und ausgewählte Freunde durften das Coupé bewegen. Seine Spur verliert sich 1938 mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht ins Elsass. Es ist unklar, ob das Modell an einen sicheren Ort gebracht oder komplett zerstört wurde. Würde Bugattis eigener Atlantic gefunden, so wäre er mehr als 100 Millionen Euro wert.

Bugatti Type 57 SC Atlanic
Bugatti
Nur vier Bugatti Type 57 wurde jemals gebaut. Ein Modell ist verschollen. Eines gehört Modeschöpfer Ralph Lauren.

Der erste Type 57 Atlantic noch ohne Kompressor mit der Nummer 57374 wurde 2010 für 31,2 Millionen Euro bei einer Auktion versteigert. Das Modell lieferte Bugatti am 2. September 1936 an den Londoner Bankier Victor Rothschild aus. In den 70er Jahren erstand Dr. Peter Williamson das Modell, seines Zeichens Präsident des Bugatti-Clubs America. Nach seinem Tod 2008 wurde der „Williamson-Bugatti“ versteigert. Er ist nun im Mullin Automotive Museum in Kalifornien zu sehen.

Holzschuh-Modell kaum noch original

Der dritte Atlantic wurde auch 1936 an den Franzosen Jacques Holzschuh ausgeliefert und erhielt diverse Modifikationen. In den 50er Jahren kam der zweite Besitzer Rene Chatard in diesem Fahrzeug bei einem tragischen Unfall an einem Bahnübergang ums Leben. Das Auto wurde zerstört, der Motor konnte nicht mehr gerettet werde und schließlich landete der Bugatti auf einem Schrottplatz. 1965 wurde er weiterverkauft und aufwändig restauriert. In der Oldtimerszene gilt das Holzschuh-Modell mit seinen vielen Neuteilen als kaum noch original.

Der vierte Atlantic entstand als einziges Modell nach 1936, genauer im Mai 1938. Sein erster Besitzer war der Brite R.B. Pope. Seit über 20 Jahren gehört der Pope-Atlantic mit der Nummer 57591 dem Modeschöpfer Ralph Lauren.

Erste Plattformstrategie

Ettore Bugattis Sohn Jean begann um 1930 die Modellpolitik der Luxusmarke zu modernisieren. Statt mehrerer Modelle entwickelte er ein Grundmodell, aus dem er verschiedene Varianten ableitete. Bugatti konzipierte den Type 57 als Serienauto und als Rennsport-Variante. Dazu zählten unterschiedliche Motorvarianten und Karosserieformen wie Galibier (viertürige Limousine), Stelvio (Cabrio), Ventoux (Zweitürer) und Atalante (Coupé). Vom Type 57 verließen in den verschiedenen Versionen zwischen 1934 und dem Ende der Produktion 1940 etwa 800 Fahrzeuge die Werkshalle – die genaue Zahl ist nicht bekannt. Der Type 57 wurde von allen Bugatti-Modellen am häufigsten gebaut – Abgesehen von der Variante Atlantic.

Dieses Modell zeigt sich mit abgesetzten Rädern, die Motorhaube streckt sich bei nur 3,70 Meter Gesamtlänge weit nach vorne. Das Heck fließt wie ein Oval geformt nach unten, bis kurz über den Boden. Sechs dünne Auspuffendrohre schließen den Heckbereich ab. Als herausragendes Design-Merkmal dient ein aufgerichteter Kamm, der senkrecht vom Scharnier der teilbaren Motorhaube bis zum Heckende verläuft. Wie eine messerscharfe Finne teilt er mittig die Karosserie, Nieten halten die geteilten Bleche fest. Als Antrieb des Coupés diente ein 3,3-Liter-Reihen-Achtzylinder mit bis zu rund 200 PS, die Höchstgeschwindigkeit lag bei über 200 km/h – in einer Zeit, in der auf vielen Straßen noch Kutschen unterwegs waren.

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