Neuer Benzinmotor

Range Rover kommt mit Reihensechszylinder

02/2019, Jaguar Land Rover Ingenium Reihensechszylinder-Benziner Foto: Jaguar Land Rover

Das neue Triebwerk hat drei Liter Hubraum, verfügt über einen elektrischen Kompressor und ist mit einem 48-Vold-Mildhybrid-System kombiniert. Das 360 und 400 PS starke Aggregat debütiert im Range Rover Sport und wird nun auch auf den großen Range Rover ausgerollt.

Reihensechszylinder kommen wieder groß in Mode. Klar, BMW hielt stets daran fest, aber nun kehren einige Hersteller, die den Reihensechser jahrzehntelang ausrangiert hatten, zu der Bauform zurück. Stichwort Mercedes, das aktuell eine neue Motorengeneration mit sechs in Reihe angeordneten Brennräumen einführt. Nun zieht Jaguar Land Rover nach und bringt einen selbstentwickelten Reihensechszylinder-Benziner, der an ein 48-Volt-Mildhybrid-System gekoppelt ist. Er ersetzt die bei Land Rover schon vor einiger Zeit ausrangierten V6-Kompressor-Motoren, die aktuell zum Beispiel noch im Jaguar F-Type zum Einsatz kommen.

Mildhybrid, elektrischer Verdichter, Twinscroll-Turbo

Der neue Motor verfügt über 2.996 cm³ Hubraum sowie variable Ventilsteuerung. Er debütierte im Range Rover Sport und kommt nun im Zuge des Facelifts auch im großen Range Rover zum Einsatz. In beiden Varianten leistet er 400 PS und verteilt 550 Newtonmeter auf alle Räder, was beim Range Rover zu einem Null-auf-Hundert-Wert von 6,3 Sekunden und einer Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h führt. Der Range Rover Sport erhält außerdem eine Version mit 360 PS und 495 Nm.

Um möglichst viel Drehmoment bei niedrigen Touren abrufen zu können, verfügt das Aggregat über einen elektrischen Verdichter. Im mittleren Drehzahlbereich unterstützt ihn ein Twinscroll-Turbolader. Das 48-Volt-System nutzt zusätzlich einen kleinen Elektromotor, der die Bremsenergie auffängt und dem Verbrenner wieder zur Verfügung stellt. Das soll zu einem geringeren Verbrauch – der Hersteller nennt 9,3 Liter nach WLTP-Norm für den großen Range Rover und 7,7 Liter für den Range Rover Sport – beziehungsweise CO2-Ausstoß führen. Hinzu kommt ein besseres Abgasverhalten dank Ottopartikelfilter.

02/2019, Jaguar Land Rover Ingenium Reihensechszylinder-Benziner Foto: Jaguar Land Rover

Vor dem Debüt des Reihensechsers stand ein langer Entwicklungsprozess. Bereits vor drei Jahren berichtete auto motor und sport, dass Jaguar Land Rover intensiv an der Umstellung seiner Sechszylindermotoren arbeitet. Diese reihen sich nun in den Motorenbaukasten der Ingenium-Motorenfamilie ein, die bisher nur aus Vierzylinder-Triebwerken nach Diesel- und Otto-Funktionsweise bestand, und werden im eigenen Motorenwerk in Wolverhampton gebaut.

Auch Dieselversionen sind geplant

Wie schon bei BMW und Mercedes setzt die neue Motorenfamilie auf 0,5 Liter große Zylindereinheiten. Dadurch sollen die Reihenmotoren leichter und günstiger aufzubauen sein. Das Leistungsspektrum dürfte, sobald die Familie komplett ist, zwischen 275 und 500 PS liegen. Einem Bericht des britischen Fachblattes „Autocar“ zufolge sind auch Dieselmotoren mit den Leistungsstufen 275, 335 und 400 PS geplant. Auch Dreizylinder-Motoren mit entsprechend 1,5 Liter Hubraum seien machbar. Die Ingenium-Motoren sind für Längs- und Quereinbau ausgelegt und können mit Heck-, Allrad- und Hybridantrieb kombiniert werden.

Nun geht es aber erst einmal mit den Sechszylinder-Benzinern los. Der vorsichtig dynamisierte Sondermodell Range Rover Sport HST mit 400 PS-R6 kostet in Großbritannien mindestens 81.250 Pfund (über 94.500 Euro). Der Range Rover mit derselben Motorisierung kostet 83.655 Pfund, also gut 97.300 Euro. Fest steht: Viele weitere Land-Rover- und Jaguar-Baureihen werden folgen. Wann der Motor in Deutschland verfügbar sein wird und was die entsprechenden Modelle kosten werden, ist derzeit allerdings noch nicht bekannt.

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