Lotus Emira - Sportwagen - Teaser Lotus

Lotus-Zukunft: Nach dem Emira nur noch elektrisch

Lotus-Zukunft Nach dem Emira nur noch elektrisch

Lotus sieht die Zukunft in batterieelektrischen Autos. Deshalb wird der Emira, der im Sommer vorgestellt wird, der letzte Sportwagen mit einem Verbrennungsmotor aus Hethel sein. Bis 2028 will Lotus ein klimaneutraler Konzern werden.

Bislang hatte Lotus seine Strategie für die Zukunft nur bruchstückhaft dargelegt. Zum 70. Geburtstag der Marke 2018 hatte der britische Sportwagenhersteller seine "Vision 80" ausgerufen, aber das waren eher Andeutungen, wie sich Lotus in den nächsten Jahren aufstellen wird und wie man arbeiten will.

Jetzt gibt es vom Traditionshersteller aus dem englischen Hethel ein Status-Update – und mit ihm mehr Details zum Fahrplan bis 2028. Dann wird Lotus 80 Jahre alt sein. Und, so der Plan, ein klimaneutraler Konzern, der ausschließlich Elektro-Autos baut. Lotus will raus aus der Nische, weg vom Kleinserienhersteller, hin zu einer Marke, die global aufgestellt ist und verkauft.

Mit neuen Autos soll der Absatz massiv angekurbelt werden. Von aktuell rund 1.800 Fahrzeugen jährlich (Elise, Exige und Evora zusammen) auf eine fünfstellige Summe. Mit mehr Volumen soll auch der Umsatz in die Höhe schießen. Mehr Plattformen sollen zu einer breiteren Produktpalette führen. Eine Modernisierung der Anlagen für bessere Produkten finanzierte der chinesische Mutterkonzern Geely. Er investierte in den letzten Jahren Milliarden in die Infrastruktur.

Premium-Architektur für mehr Volumen

Evija und Emira sollen Lotus auf der Sportwagen-Seite über die nächsten Jahre tragen. 2025 kommt dann der erste Sportwagen auf der neuen Elektro-Sportwagen-Plattform. Schon davor expandiert Lotus in neue Fahrzeugsegmente. Denn zusätzlich wird es eine Elektro-Premium-Plattform geben – für "Lifestyle-Autos". Sie sollen das Volumen nach oben treiben, für Absatz sorgen, fette Margen bringen. Welche Bauarten gemeint sind? Keine Angabe. Vermutlich ein SUV und vielleicht eine viertürige Limousine. Mehr Infos soll es im Herbst geben.

Lotus baut seine Zukunft auf vier Plattformen auf:

  1. Hypercar-Architektur – angefangen mit dem Evija. Lotus plant aktuell nicht, einen Baby-Evija zu bauen. Es ist deshalb wahrscheinlicher, dass auf der Plattform andere Hypercars von anderen Herstellern entstehen.
  2. Sportwagen-Architektur – für den Type 131, Emira, der aber dann wohl das einzige Modell auf dieser Plattform bleibt. Eine Modellfamilie um ihn herum ist derzeit nicht absehbar. Dafür wird es einen Motorsport-Abgelger für die GT4-Klasse geben. Mit dem Emira, der sich beim Design an den Evija anlehnt, will Lotus den Absatz bereits verdoppeln, wenn nicht sogar verdreifachen. Die Produktionskapazität in der neuen Montagehalle ist auf knapp unter 5.000 Modelle pro Jahr ausgelegt.
  3. Premium-Architektur – für Baureihen abseits vom Sportwagen-Segment. "Sie wird uns Flügel verleihen." Die Autos dafür werden in einem chinesischen Werk in Wuhan gebaut. Seine Sportwagen fertigt Lotus weiter im Stammwerk Hethel.
  4. Elektro-Sportwagen-Architektur – die Batterie wird nicht in den Unterboden gesteckt, sondern hinter die Fahrerkabine, anstelle des Motors. Die Batterie "in der Position des Mittelmotors". Windle fordert seine Ingenieure: "Ich habe ihnen die Aufgabe gestellt, dass der E-Sportwagen trotz der Batterien so schwer sein darf, wie der Emira. Die ersten Rauchzeichen, die ich sehe, machen mich optimistisch, dieses Ziel zu erreichen." Der Zielkorridor liegt damit zwischen 1,2 und 1,3 Tonnen.
Lotus Evija - Verkauf - Online
Lotus
Lotus geht auch beim Verkauf neue Wege für das Unternehmen.

Lotus gibt sich betont offen. Mit Alpine wurde bereits eine Vereinbarung zur Kooperation geschlossen. Man unterstützt die Franzosen, einen vollelektrischen Nachfolger für den Sportwagen A110 zu entwickeln. Seine neuen Plattformen will Lotus auch anderen Herstellern zugänglich machen. Damit lässt sich schließlich Geld verdienen. Genauso wie mit Lotus Engineering, das für externe Projekte zuständig ist.

Das Werk in Hethel wurde seit der Übernahme um- und ausgebaut. Neue automatisierte Produktionsstraße, neue Lackiererei, neues Museum und ein Erlebniszentrum für Kunden. Genau an den will man näher heranrücken. Die Sportwagen sollen Kunden künftig auch direkt über Online-Kanäle kaufen können. Lotus strebt also nicht nur eine Revolution der Produktpalette an, sondern auch von seinem Vertrieb. Die Technik (die Digitalisierung) soll helfen, den Kunden noch besser zu verstehen, und ihm dadurch maßgeschneiderte Angebote zu unterbreiten.

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Das ist der falsche Weg. In den Sportwagen gehört ein Verbrenner. Und wenn das nicht geht, sollte etwas anderes her als Batterie-Technik.

Fazit

Lotus ist eine Traditionsmarke, die in der Vergangenheit vor allem für Leichtbau und innovative Ideen im Rennsport stand. Wie zum Beispiel Monocoque und Ground Effect. In Zukunft soll die Marke für Elektrifizierung stehen. Lotus sieht darin fortschrittliche Technik. Ziel ist es, sowohl das Fahr- wie auch das Kauferlebnis zu intensivieren, gleichzeitig die Technik aber nicht zu kompliziert für den Endverbrauer werden zu lassen. In sieben Jahren, so das erklärte Ziel, soll Lotus ein klimaneutraler Hersteller von Sportwagen und Lifestyle-Autos sein. Raus aus der Nische, hin zu höherem Absatz und zu mehr Rendite.

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