Mercedes AMG GLE 53 4MATIC (2019) Mercedes

Mercedes AMG GLE 53 4MATIC+ (2019)

Mild-Hybrid für den Power-SUV

Der neue Mercedes GLE bekommt wie schon E-Klasse und CLS den Reihensechszylinder mit 48-Volt-Hybridmodul. Der Verbrenner leistet 435 PS, die E-Maschine schießt im Boost-Modus 22 weitere PS zu.

AMG bringt zum Genfer Salon seinen zweitstärksten Antrieb auch im neuen Oberklasse-SUV der Baureihe V167 (GLE seit 2018). Mercedes AMG GLE 53 4MATIC+, so die etwas holprige Typbezeichnung, leistet der doppelt aufgeladene 3,0-Liter-Reihensechszylinder wie in den Limousinen und Coupé ähnlichen Namens 435 PS und generiert ein maximales Drehmoment von 520 Newtonmetern. Dank einer so genannten Boostfunktion liefert der zwischen Motor und Getriebe integrierte Startergenerator zusätzlich 16 Kilowatt (zirka 22 PS) und ein Zusatz-Drehmoment von 250 Newtonmetern.

Elektrischer Zusatzlader statt Biturbo

Während das V6-Vorgängeraggregat von zwei gleichen Turboladern (einer pro Zylinderbank) unter Druck gesetzt wurde, teilen sich im Reihenmotor ein herkömmlicher Abgasturbolader und ein elektrischer Vorverdichter (elektrischer Turbolader) diese Arbeit.

Ihn versorgt ein zweites Bordnetz mit 48 Volt, das über einen DC/AC-Wandler das ebenfalls vorhandene 12-Volt-Netz speist. Der Startergenerator läuft natürlich mit 48 Volt und ermöglicht Hybridfunktionen wie Segeln, Rekuperieren und Lastpunktverschiebung, sprich: Läuft der Benziner in ungünstigen Betriebszuständen mit hohen Drosselverlusten, verlangt ihm die elektronische Steuerung mehr Leistung ab, um via Generator die Batterie zu laden. Das Gesamtsystem des Hybridantriebsstrangs läuft so effizienter, weil es Energie in der 48-Volt-Batterie speichern kann.

Mercedes AMG GLE 53 4MATIC (2019)
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Schwerer SUV beschleunigt in 5,3 Sekunden auf 100

Im Prinzip funktioniert auch der Motor im bisherigen GLE-Topmodell GLE 450 so. Auch zu seinen 367 PS steuert der Startergenerator 22 PS bei – das heißt, im neunen AMG-Modell bringt der Verbrenner die 68 PS Mehrleistung. Damit schnalzt der etwa 2,3 Tonnen schwere Allradler (der GLE 450 wiegt 2265 kg) in 5,3 Sekunden auf 100 km/h. Zum Vergleich: Der AMG CLS 53 4Matic+ schafft es in 4,5 Sekunden und darf 270 km/h rennen, während die neue GLE-Version bei 250 km/h abgeregelt ist.

Seine Kraft gibt der Hybrid an die bekannte 9-Gang-Automatik von AMG und den Allradantrieb mit permanent angetriebener Hinter- und bei Bedarf angesteuerten Vorderachse weiter.

Luftfederung und adaptive Dämpfer

AMG spendiert der Luftfederung des GLE mit adaptiven Dämpfern eine aktive Wankstabilisierung mit zwei unabhängig voneinander arbeitenden, elektromechanischen Aktuatoren an Vorder- und Hinterachse. Sie soll nicht nur Wankbewegungen bei Kurvenfahrt reduzieren, sondern eine genauere Abstimmung des Einlenk- und Lastwechselverhaltens ermöglichen. Außerdem soll sie den Fahrkomfort bei Geradeausfahrt erhöhen, weil sie Anregungen durch einseitige Fahrbahnunebenheiten ausgleichen können soll. Bewegungen des Aufbaus sollen aktiv an den Fahrzustand angepasst werden.

Und wenn es mal langsamer gehen soll: An der Vorderachse sorgen Bremsscheiben der Dimension 400 x 36 mm sowie 2-Kolben-Festsättel für Verzögerung. Sie sind silbern lackiert und tragen einen schwarzen AMG Schriftzug. Hinten sind die Scheiben 345 x 25 mm groß und werden von 1-Kolben-Faustsätteln umfasst.

AMG-Optik

Der Kühler des starken GLE ist typisch AMG mit 15 vertikalen, verchromten Streben verkleidet. Der Stern im Doppelring, die schmalen Scheinwerfer und der so genannte „A-Wing“ in der Frontschürze kennzeichnen das vorläufige GLE-Topmodell. Radlaufverbreiterungen in Wagenfarbe bieten großen Rädern Platz – serienmäßig sind 20-Zoll-Leichtmetallräder mit AMG-Schriftzug. Auf Wunsch stehen sieben Felgenvarianten von 20 bis 22 Zoll zur Auswahl.

Innen kennzeichnen rote Farbakzente das AMG-Modell: An den Sitzen, serienmäßig mit Bezügen in Ledernachbildung in Schwarz mit roten Kontrastziernähten. Serienmäßig ist das Instrumententafel-Oberteil ebenfalls in der gleichen schwarzen Ledernachbildung ummantelt. Der Innenhimmel ist ebenfalls schwarz, die Zierelemente hingegen tragen Aluminium gebürstet mit Längsschliff.

Rückblick: Reihensechszylinder bei Mercedes

Wenn Wikipedia Recht hat, gab es Reihensechszylinder bei Mercedes von 1924 bis 1999, also 75 Jahre. Heute steht vor allem BMW für den Sechszylinder-Reihenmotor, obwohl die Münchner ihr erstes Aggregat dieser Bauart erst 1933 brachten. Vielleicht, weil die Geschichte der Reihensechser mit dem weißblauen Propeller seitdem ununterbrochen weitergeht – und damit inzwischen länger ist, als die bei Mercedes. Dort besann man sich erst 2017 (in der S-Klasse) auf die schwingungsarme Bauweise für Sechszylinder zurück – mit dem doppelt aufgeladenen Dreiliter, der dank seines 48-Volt-Netzes und dem integrierten Starter-Generator keinen Riemenantrieb für die Nebenaggregate braucht und kürzer baut als herkömmliche Aggregate ohne Elektrounterstützung.

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Noch ist der GLB nicht gezeigt, da testet Mercedes schon die Top-Version.

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