Mercedes Concept GLB (2019)

XXL-B-Klasse mit Ecken und Kanten

Foto: Daimler
Shanghai Auto Show 2019

Mit dem GLB macht sich Mercedes in der Kompakt-SUV-Klasse breit. Der kantige Benz basiert auf der Kompakt-Plattform MFA2, ist aber 21 Zentimeter länger als eine B-Klasse. In Shanghai steht eine Studie im Offroad-Look, Markteinführung ist nach der IAA 2019.

Mercedes schiebt zur Shanghai Motor Show 2019 die sehr seriennahe Studie eines Kompakt-SUV ins Rampenlicht. Noch ein kompaktes SUV? Was ist denn mit dem GLA? Nichts. Weil sich beide nicht wirklich in die Quere kommen. Der GLA steht noch auf der alten Kompakt-Plattform, der GLB basiert bereits auf dem MFA2-Unterbau und ist damit eigentlich eine ziemlich groß geratene B-Klasse. Mit einer Länge von 4,63 Meter überragt der GLB die klassische B-Klasse um stolze 21 Zentimeter und ist damit so lang wie ein Mercedes GLC, der allerdings auch preislich eine Klasse drüber unterwegs ist.

Und damit ist auch klar, warum es zwischen GLA und GLB kaum Interferenzen geben wird. Dafür sorgt alleine schon der Größenunterschied. Beim Design driftet die Sache dann komplett auseinander. Der Mercedes GLB versteht sich als Familien-SUV, das den Schwerpunkt auf „Raum und Robustheit“ legt. Sagt Daimler. „Wir haben uns die Frage gestellt, ob es in unserem erfolgreichen SUV-Angebot noch Platz zwischen GLA und GLC gibt. Der Concept GLB ist die Antwort darauf. Mit ihm zeigen wir, welche kreativen Ideen wir auch für dieses Segment haben“, so Britta Seeger, die den Mercedes-Vertrieb verantwortet. Heißt: Der GLB orientiert sich optisch nicht am eher sportlich gezeichneten GLA, sondern am zwei Klassen höher positionierten Luxus-Laster GLS. Der debütiert auf der New York Auto Show 2019 und gibt die Linie vor.

Cockpit wie in der B-Klasse

Eine steile Frontpartie und aufrecht stehende Seitenscheiben erinnern an die G-Klasse und sollen für ordentlich Platz im Innenraum sorgen. Kurze Überhänge, eine Dachreling und übergreifende Türen, die die Ausschnitte frei von Verschmutzungen halten, verstärken den robusten Auftritt, der auch beim GLS funktionieren soll. Alle schwarzen Anbauteile (verbreiterte Radhäuser, Dachbox, Schweller) gehören zum Conceptfahrzeug. In zivil wird der GLB also nicht ganz so robust auftreten. Aber immer selbstbewusst. Auch in der Serie sind Räder bis 21 Zoll zu haben. Warum das wichtig ist? Weil China, als weltweit relevantester SUV-Markt, nach derlei auffälligen Eyecatchern verlangt.

Im Cockpit reduziert sich der Mercedes GLB dann tatsächlich auf eine gestreckte B-Klasse. Lenkrad, die runden Lüftungsdüsen und die beiden XXL-Displays für die digitalen Instrumente und das MBUX-Infotainment kennen A- und B-Klasse-Kunden schon lange. Dem GLB vorbehalten bleiben lediglich der umgeformte Teil des Armaturenbretts vor dem Beifahrer und die massiven Haltegriffe in den Türen. Die sollen im unwegsamen Gelände ein bisschen Halt und Sicherheit vermitteln. Das helle Wildleder („Kastanienbraun“) , die orangefarbenen Details und die Holzintarsien (offenporiges Walnussholz) sind natürlich ebenfalls dem Concept Car vorbehalten.

Foto: Daimler
Bis auf den umgeformten Teil des Armaturenbretts vor dem Beifahrer gleicht das GLB-Cockpit dem der kompakten Mercedes-Baureihen.

Beim Blick zurück wird’s dann aber schnell serientauglich. Die Rückbank lässt sich um 14 Zentimeter verschieben, wenn man diese Option für 400 Euro mitgebucht hat. Weitere 1.000 Euro machen aus dem Mercedes GLB dann wirklich einen familientauglichen Siebensitzer, in dem vier Isofix-Kindersitze verbaut werden könne. Zwei in der zweiten Sitzreihe, zwei in der dritten. Heißt aber auch: Der GLB ist nicht für die Nutzung von drei Kindersitzen auf der Rückbank zugelassen! Die beiden Einzelstühle der dritten Reihe falten sich bei Nichtgebrauch im Kofferraumboden zusammen. Wie man darauf sitzt? „Die Sitze sind weit mehr als Notsitze und bieten mittelgroßen Personen bequem Platz.“ Sagt Mercedes. Sind alle Plätze besetzt, schrumpft der ansonsten rund 500 Liter große Kofferraum auf das klassische „Zwei-Sporttaschen-Format“.

Auch zwei AMG-Varianten sollen kommen

Angetrieben wird der in Mexiko und China produzierte SUV von den bekannten Motoren aus Daimlers Kompaktmodellen. Den Anfang machen ein 1,5-Liter im GLB 180 d (116 PS) als Basismotor sowie der Zweiliter-Diesel im GLB 200 d mit 150 PS. Des Weiteren werkelt eine 190-PS-Version im GLB 220 d. Bei den Benzinern geht’s los mit dem 160 PS starken Vierzylinder von Renault im GLB 200; eine schwächere Version als GLB 140 folgt, die 136 PS leistet. Die Studie selbst hat einen 224 PS starken Benziner unter der Haube, der als MLB 250 zu haben sein wird. Zwei Doppelkupplungsgetriebe mit sieben oder acht Gängen stehen je nach Aggregat zur Wahl, alle Motoren werden auch mit dem Allradantrieb 4Matic kombinierbar sein.

Weltpremiere Mercedes Concept GLB (2019) 1:07 Min.

Der kann die Kraft über eine Allradkupplung zwischen Vorder- und Hinterachse verteilen. Im regulären Fahrbetrieb agiert der GLB mit einer Verteilung von 80:20 (Vorderachse:Hinterachse), im Sport-Modus verändert sich die Kraftverteilung auf 70:30. Im Offroadmodus wird die Allradkupplung als Längssperre verwendet, die Basis-Aufteilung beträgt dann 50:50. Ein Hybridantrieb ist nicht vorgesehen. Der wäre eh erst 2021 verfügbar gewesen. Und zu der Zeit soll der elektrische EQB vorgestellt werden. Analog zur A-Klasse dürfte der GLB dann noch in zwei Sport-Versionen kommen: als AMG GLB 35 mit rund 300 PS aus einem Zweiliter-Benziner sowie als AMG GLB 45 mit 408 PS.

Das Serienmodell des GLB steht auf der IAA im September, beim Händler dürfte der Basis-GLB rund 35.000 Euro kosten. Das Konkurrenzumfeld ist relativ sportlich: neben dem VW Tiguan Allspace sind da alleine in Europa auch noch zum Beispiel der Skoda Kodiaq oder auch der Land Rover Discovery Sport als Marktmitgestalter verfügbar.

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Fazit

Man kann zum SUV-Boom stehen wie man will, die Idee zum Mercedes GLB ist nicht schlecht. Statt dem immer gleichen Sport-Coupé-Linie-Einheitsbrei zeigt Daimler, dass so ein Kompakt-SUV auch Familie kann. Wobei „kompakt“ hier eher symbolisch zu sehen ist und lediglich auf die verwendete technische Plattform referenziert. 35.000 Euro als Basispreis muss man erstmal im Familienbudget haben. Aber das gilt ja für alle anderen Mercedes-Modelle auch. Ohne Hybrid in die internationalen Märkte starten zu müssen könnte sich als echter Wettbewerbsnachteil herausstellen. Nicht alle Kunden sind bereits soweit, komplett auf ein eFahrzeug umzusteigen.

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