Porsche 911 Speedster (2019)

Ab sofort ab 269.274 Euro bestellbar

New York Auto Show 2019

Auf der New York Auto Show zeigte Porsche endlich das Serienmodell des 911 Speedster als letzte Modellvariante der 991-Baureihe. Der kompromisslose Sportwagen verrät uns ein wichtiges Detail der Porsche-Zukunft. Ab sofort ist er ab 269.274 Euro bestellbar.

Das wurde aber auch Zeit: Bereits im vergangenen Jahr hatte man bei Porsche 70 Jahre Sportwagenbau gefeiert, und endlich gibt es Geschenke. Zumindest 1.948 erlesene Porsche-Kunden, denn auf diese Stückzahl ist der 911 Speedster limitiert. Bereits ab Mai soll das puristische Modell bestellbar sein, die Auslieferung an die Kunden ist für das Spätjahr 2019 geplant – vorausgesetzt die sind bereit, 275.000 Dollar an Porsche zu überweisen. Das US-Modell des Sportwagens feierte seine Premiere auf der New Yorker Auto Show. In Deutschland werden als Grundpreis 269.274 Euro aufgerufen.

Porsche 911 Speedster 2019 New York
Patrick Lang
Die Kohlefaser-Haube stammt vom 911 R, das Getriebe vom 911 T. Doch die entscheidende Information ist folgende: Der Speedster wird von einem Vierliter-Sechszylinder, erstmals mit Otto-Partikelfilter, angetrieben.

Was also bekommt man als solventer Sportwagenfan für diesen Obulus? Es sind vier Liter Hubraum, sechs Zylinder in Boxer-Formation, bis zu 9.000 Umdrehungen pro Minute, 510 PS, 470 Nm und ein 4,0-Sekunden-Ritt auf 100 km/h. Wenn es da jetzt im Köpfchen klingelt, dann liegt das daran, dass Sie diese Zahlen schon mal beim Schwelgen im 911 GT3 RS-Prospekt gelesen haben. Denn eben jenes Modell spendiert das im Heck schlagende Herz. Doch der Speedster bedient sich noch weiter im Portfolio. Die Kohlefaser-Haube stammt vom 911 R, das Getriebe vom 911 T. Doch die entscheidende Information ist folgende: Der Speedster wird von einem Vierliter-Sechszylinder, erstmals mit Otto-Partikelfilter, angetrieben. Das verrät uns, dass die Sauger-Historie der GT-Modelle noch nicht im Epilog steckt, sondern ein bisschen weiter erzählt wird. „Wir werden diesen Motor so lange im Programm behalten, wie es die Regularien erlauben“, sagen sie bei Porsche über den freisaugenden Vierliter. So wird auch der GT3 der neusten 911-Generation wieder den Sauger spendiert bekommen.

Man kann es nicht oft genug betonen: ein Sportwagen definiert sich nicht nur durch Leistung, sondern auch durch Leichtbau. Beim Speedster hat dieser Anspruch mehrere Gesichter. Zum einen gibt es den Speedster als Sechsgang-Handschalter, was im Vergleich zur Siebengang-Variante 4,5 Kilo spart; gegenüber einer PDK-Version sind es 20 Kilo. Dazu kommen jede Menge Teile aus Kohlefaser und die Keramik-Bremsanlage. Ein auf Leichtbau getrimmtes Modell gab es in den USA schon vor mehr als 50 Jahren. 16 Exemplare des 356 1500 America Roadster wurden exklusiv dort gebaut. Die Karosserie wurde aus Aluminium gefertigt und brachte gute 60 Kilo weniger auf die Waage, als das Coupé-Modell. „Ein Speedster muss ein Auto mit GT-Genen sein“, stellt GT-Familien-Chef Andreas Preuninger fest.

Speedster Nummer Acht

Mit dem 911 Speedster Concept präsentierte Porsche im vergangenen Jahr bei der 70-Jahre-Sportwagen-Feier in Zuffenhausen ein richtig heißes Jubiläumsmodell. Auf dem Pariser Autosalon zeigten die Zuffenhausener dann ein zweites Concept-Car in eindrucksvollem indisch-rot. Auf dem Messeparkett der New York Auto Show ist nun endlich das Serienmodell zu sehen. Es ist der achte Speedster in der Modellhistorie von Porsche.

Der neue Porsche 911 992 ist zwar schon gestartet, der Speedster basiert allerdings noch auf dem Vorgänger 991 und ist sozusagen das Abschiedsmodell der 2011 eingeführten siebten Elfer-Generation. Ganz ähnlich ließ der Sportwagen-Hersteller auch schon die sechste Generation (997) auslaufen, als 2010 der auf 356 Exemplare limitierte Speedster auf den Markt kam. Die Auflagenzahl war damals eine Anlehnung an den ersten Serien-Porsche überhaupt: den Porsche 356, von dem es bekanntlich auch schon eine Speedster-Variante gab.

Streng limitiert ist selbstverständlich auch der neue Porsche 911 Speedster. Dieses Mal werden jedoch exakt 1.948 Exemplare gebaut. Warum gerade so viele? Weil der Porsche 356 „Nr.1“ Roadster im Jahr 1948 seine Betriebserlaubnis erhalten hatte.

Antrieb und Fahrwerk aus dem GT3

Porsche 911 Speedster 2019
Porsche

Wie erwartet distanziert sich auch der neue Speedster deutlich von den herkömmlichen Cabrio-Modellen. Zu den auffälligsten Designmerkmalen zählen ein verkürzter Fensterrahmen mit einer stärker geneigten Frontscheibe und entsprechend eingepasste Seitenscheiben. Hinter den Vordersitzen thront die typische Speedster-Verdeckklappe aus Kohlefaser, die sowohl das Stoffverdeck als auch einen Überrollbügel beherbergt.

Während der vorherige 911 Speedster auf dem Carrera GTS basierte, übernimmt das aktuelle Modell Antrieb und Fahrwerk vom GT3. Entsprechend sind auch die Frontschürzen ausgeprägt, die Kotflügel stark ausgestellt und die Abgasanlage mittig ausgeführt.

Studie könnte Wirklichkeit werden
1:13 Min.

Der neue 911 Speedster ist also das erste, von Porsches Motorsportabteilung entwickelte Modell seiner Art. Herzstück ist der frei-saugende und bis 9.000 Touren drehende Vierliter-Sechszylinder aus 911 GT3 und GT3 RS. Im Speedster leistet der Boxermotor 510 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 470 Nm. Drosselklappen aus dem GT3 R-Rennwagen sollen das Ansprechverhalten noch schärfer machen. Nullhundert ist nach nur 4,0 Sekunden erreicht, für die Höchstgeschwindigkeit gibt Porsche 310 km/h an. Puristen dürfen sich freuen: Neben einer optionalen Automatik gibt es den Porsche standardmäßig mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe.

Leichtbau-Maßnahmen drücken das Gewicht

Von den GT3-Modellen übernimmt der Speedster außerdem die Hinterachslenkung. Serienmäßig an Bord sind außerdem die in Satin Black lackierten 20-Zoll-Mittelblockfelgen und die Keramik-Bremsanlage PCCB (Porsche Ceramic Composite Brake).

Porsche 911 Speedster 2019
Porsche 911 Speedster 2019 Porsche 911 Speedster 2019 Porsche 911 Speedster 2019 Porsche 911 Speedster 2019 15 Bilder

Der vordere Kofferraumdeckel, die vorderen Kotflügel sowie die Heckklappe sind aus einem Kohlefaser-Verbund, die Front- und Heckschürze aus Polyurethan gefertigt. Beim Stoffverdeck hat Porsche bewusst auf einen automatischen Mechanismus verzichtet. Nur die Ver- und Entriegelung wird elektrisch betätigt, der Rest ist Handarbeit für den Fahrer. Eine Klimaanlage fehlt ab Werk, kann aber kostenlos hinzugefügt werden. Handgerissen wiegt der Speedster noch einmal 18 kg weniger als mit der PDK-Doppelkupplung, so dass er in der leichtesten Konfiguration ein Leergewicht von 1.465 Kilogramm auf die Waage bringt.

Heritage Design-Paket für den Speedster

Porsche 911 Speedster 2019, Heritage Design-Paket
Porsche
Das Herirage Design-Paket wertet den Speedster weiter auf - etwa mit einer Metallic-Lackierung in silber und Startnummernaufklebern.

Mit dem neuen Porsche 911 Speedster stellt Porsche auch das optionale, rund 21.634 Euro teure Heritage Design-Paket von der Porsche Exclusive Manufaktur vor, das den offenen Sportler optisch weiter aufwertet. Zum Umfang zählen eine Metallic-Lackierung in silber, die mit einer weißen Lackierung an der Stoßstange und den vorderen Kotflügeln kombiniert wird. Hinzu kommen, im „Gumball“-Stil gehaltene Aufkleber in Weiß auf dem vorderen Kofferraumdeckel und den Türen. Damit erinnert Porsche an die historischen Porsche-356-Modelle, die ihrerzeit für Renneinsätze von ihren Besitzern entsprechend dekoriert wurden. Wer möchte, kann auf die Aufkleber verzichten oder sie über das Porsche Tequipment Programm mit einer individuellen Startnummer versehen.

Die Radhäuser beherbergen je nach Wunsch 20-Zoll-Räder in Platin Satin oder in Silber. Wie der vordere Gepäckraumdeckel sind auch sie mit einem historischen Porsche-Wappen verziert. Teil des Pakets sind darüberhinaus schwarz lackierte und mit einem weißen „Porsche“-Schriftzug versehene Bremssättel.

Besondere Schmuckstücke sind die ebenfalls auf 1.948 Exemplare limitierten Chronographen von Porsche Design Timepieces: Der Porsche Design „Chronograph 911 Speedster“ und der „Chronograph 911 Speedster Heritage Design“ sind ab Mai 2019 exklusiv für zukünftige Besitzer eines neuen Speedster-Modells in den Porsche Zentren weltweit bestellbar. Preis: 9.950 Euro.

Fazit

Mit dem 911 Speedster lässt Porsche die 991-Baureihe wie schon so oft mit einem ganz speziellen Modell ausklingen. Seinen historischen Wurzeln wird der Open-Air-Elfer auf ganzer Linie gerecht: Motor und Antrieb aus den GT3-Modellen sowie das verfügbare Schaltgetriebe und das reduzierte Gewicht machen ihn zu einem kompromisslosen Sportwagen, das Design zu einem begehrenswerten Hingucker. Und mit der streng limiterten Auflage dürfte der Speedster schon bald zu einem gefragten Klassiker „reifen“.

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