Range Rover SV Coupé (2018) Foto: Guido ten Brink / SB-Medien

Range Rover SV Coupé

Aus Kostengründen komplett gestrichen

Auto Salon Genf 2018

Die Tochtermarke für spezielle Fälle von Jaguar Land Rover stellte vor einem Jahr mit dem limitierten Range Rover SV Coupé das erste Produkt vor, das sie auch selbst fertigen sollte. Der noble Zweitürer sollte über alle Eigenschaften des normalen Range verfügen – wird nun aber gestrichen.

Auf dem Genfer Autosalon 2018 hatte Land Rover das Range Rover Coupé vorgestellt. Der besonders exklusiv gehaltene Zweitürer sollte in einer limitierten Auflage von 999 Modellen gebaut werden. Jetzt haben die Briten entschieden, die Sonderserie doch nicht zu bauen. Für diese Entscheidung werden witrtschaftliche Gründe genannt. Man will lieber in kommende Modelle investieren. Jaguar/Land Rover hat aktuell mit massiven Verkaufseinbrüchen zu kämpfen, vor allem in China. Um die Krise zu bewältigen wurde Anfang Januar der Abbau von 4.500 Jobs weltweit angekündigt. Zudem will der Autobauer mit einem umfassenden Maßnahmenpaket in den nächsten 18 Monaten 2,5 Milliarden Pfund (umgerechnet rund 2,8 Milliarden Euro) einsparen.

Die Kunden wurden bereits über die Entscheidung informiert, das Coupé nicht zu bauen. Die ersten hatten ihr Auto bereits fertig konfiguriert.

Coupé hätte jede Menge Luxus geboten

Kurzer Rückblick auf den Genfer Autosalon 2018. Auf Knopfdruck schließt die 1,42 Meter lange Fahrertür, mit dumpfen Ruck fährt das Trittbrett elektrisch ein – schon den Einstieg in das Range Rover SV Coupé überhöhen die Briten zur Show. „Das ist kein Auto für Schüchterne“, betont Gerry McGovern, Designchef der Marke, verweist dabei auch auf die erstmals verfügbaren 23 Zoll-Räder. Während das Ausstellungsfahrzeug vergleichsweise schüchtern in weiß metallic auftritt, werden die meisten Kunden eine auffällige zwei- bis dreifarbige Lackierung wählen. Das Dach und ein Teil der Flanken können in diversen Kontrastfarben bestellt werden. Die Auswahl ist derart komplex, dass ein Kunde gleich zwei Fahrzeuge bestellt hat, weil er sich nicht für eine Variante entscheiden konnte.

Range Rover SV Coupé (2018)
Nur 999 Exemplare entstehen - in Handarbeit: Das Range Rover SV Coupé.
Foto: Range Rover

60.000 Euro für den Lack

Überhaupt, die Kundschaft. Exklusiv muss das Auto sein, daher ist es auf 999 Exemplare limitiert. Dann stört auch der Basispreis von 291.000 Euro nicht weiter. „Schon jetzt investieren manche Käufer eines Range Rover über 100.000 Euro in die Individualisierung ihres Autos. Wir haben also eine solvente Klientel“, verrät Mark Stanton, Technischer Direktor von SVO. Allein bis zu 60.000 Euro kann die Lackierung verschlingen. Die potenziellen Coupé-Kunden kommen aber nicht unbedingt aus dem Range Rover-Bestand. „Das Coupé spricht Menschen an, die besondere Automobile sammeln. Unser Sammlerstück zeichnet sich dadurch aus, dass es voll alltagstauglich ist. Daher sind im Preis auch fünf Jahre Garantie und Wartung inbegriffen“, sagt Brian Fousse, Marketingchef von Jaguar Land Rover Deutschland. Der schnellste je gebaute Range Rover ist das Coupé obendrein, sein 565 PS starker V8-Kompressormotor (700 Nm Drehmoment) beschleunigt es laut Hersteller in 5,3 Sekunden von null auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit soll bei 266 km/h liegen. Die Fahrwerksabstimmung orientiert sich am Range Rover Autobiography Dynamic, weniger am radikaleren SVR.

Für das Fahrer-Auto: Vorne und hinten verschiedene Polsterfarben

Mark Stanton betont, dass die Performance des Coupés zugleich die größte Herausforderung bei der Entwicklung war. „Schließlich müssen die rahmenlosen Seitenscheiben der schweren Türen auch bei diesem Tempo dicht sein.“ Nur die Motorhaube und der untere Teil der Heckklappe stammen vom Range Rover, der Dachverlauf von der Sport-Variante – der Rest der Karosserie ist neu. Das Chassis übernimmt das Coupé vom Range Rover mit kurzem Radstand. Daher fällt das Platzangebot auf den üppigen Einzelsitzen im Fond durchaus großzügig aus. Aber warum sind sie mit schwarzem Leder bezogen, die vorderen dagegen mit hellem? „Um den Charakter eines Fahrer-Autos zu unterstreichen. Bei einem Chauffeurs-Wagen wäre es umgekehrt“, erklärt McGovern.

Range Rover SV Coupé (2018)
Wer möchte, bekommt im Range Rover SV Coupé vorne andersfarbige Sitze als hinten.
Foto: Range Rover

Handarbeit bei Special Vehicle Operations

Aber das kann ja jeder so bestellen, wie er mag. „Jedes der 999 Coupés wird anders aussehen“, beteuert Fousse. Gefertigt werden sie in Handarbeit im Technical Center von SVO und nicht am Band. Hinterm Lenkrad jedoch fühlt sich das Coupé an wie jeder andere Range Rover auch, natürlich. Zeit also um Details wie die Einfassung des Startknopfs in Diamant-Optik und das Holzfurnier, ein mehrdimensional geformtes Kunstwerk in Walnuss-Bergahorn-Kombination, zu bewundern. Und jetzt wieder ein Knopfdruck und die Tür öffnet... nein. Das geht nur manuell. Aber das Trittbrett klappt auch elektrisch aus.

Range Rover SV Coupé (2018)
1/16 Für 999 Fans: Das zweitürige Range Rover SV Coupé. Foto:
Range Rover SV Coupé (2018) Range Rover SV Coupé (2018) Range Rover SV Coupé (2018) Range Rover SV Coupé (2018) Range Rover SV Coupé (2018) Range Rover SV Coupé (2018) Range Rover SV Coupé (2018) Range Rover SV Coupé (2018) Range Rover SV Coupé (2018) Range Rover SV Coupé (2018) Range Rover SV Coupé (2018) Range Rover SV Coupé (2018) Range Rover SV Coupé (2018) Range Rover SV Coupé (2018) Range Rover SV Coupé (2018) Range Rover SV Coupé (2018)
Zur Startseite
Land Rover Range Rover
Artikel 0
Tests 0
Generationen 0
Alles über Land Rover Range Rover
Mehr zum Thema SUV (Sport Utility Vehicle)
Audi SQ5, Mercedes-AMG GLC 43, Exterieur
Tests
Erlkönig VW Tiguan R
Neuheiten
Hozon U Elektro-SUV China
E-Auto