Smart Bertone von Akka Akka

Smart Bertone von Akka

Elektro-Floh mit 280 PS und Allradantrieb

Der Smart war ja immer schon ein Stadtwagen, aber auch ein Zweisitzer mit Heckmotor. Der Entwicklungsdienstleiters Akka spendiert dem Sportwagen-Layout zusätzlich zwei Radnabenmotoren und 200 Extra-PS.

Damit man das dem Stadtfloh auch ansieht, hat die Akka-eigene Designschmiede Bertone den Smart auch optisch überarbeitet. Das Konzeptfahrzeug baut auf einem herkömmlichen Smart (60 kW / 80 PS Smart ForTwo Electric Drive) auf, taugt aber jetzt zum elektrischen Racer: Der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert auch dank Allradantrieb nur 5,2 Sekunden und zum optischen Remake hat Akka deutschen Experten und Projektpartner KW Suspensions das Fahrwerk modifizieren lassen. Die Spur des Smart wurde um 60 mm verbreitert, was den Kleinstwagen erheblich wuchtiger aussehen lässt.

Der Smart Bertone bekam elektrischen Frontantrieb in Form von Radnabenmotoren in den Vorderrädern, die von Projektpartner Elaphe stammen, einem slowenischen Spezialisten. Ein KERS (Kinetic Energy Recovery System) rekuperiert jetzt an Vorder- und Hinterachse Bewegungsenergie beim Bremsen. Der elektrische Allradantrieb soll die Vorderräder mit 1.600 Nm und die Hinterachse mit 700 Nm beaufschlagen können. Laut Projektleiter Jean-Philippe Banquet wären auch vier Radnabenmotoren möglich, die dann noch mehr Vortrieb ermöglichten.

Smart Bertone von Akka
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Im Interieur sorgt eine Kombination aus weißem Leder und königsblauem Alcantara für Wohlfühl-Atmosphäre.

Eine Lithium-Eisen-Phosphat-Batterie aus 112 Rundzellen des Herstellers Headway versorgt die Radnabenmotoren mit Energie. Die Lithium-Eisen-Phosphat-Zellen sind nur schwer brennbar und vertragen mehr Ladezyklen als herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus.

Allein der Preis der verbauten Materialien addiert nach Angaben von Akka rund 80.000 Euro zusätzlich zum Fahrzeugpreis. Das Fahrzeuggesamtgewicht beträgt 1.280 Kilogramm. Dabei entfallen 120 Kilogramm auf das KERS-System und 67 Kilogramm auf die Batterie. Das System wird durch einen eigenen Kühlkreislauf vor Überhitzung geschützt.

280 PS ohne elektronische Sicherheitssysteme

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auto motor und sport-Redakteurin Bettina Mayer durfte den 280 PS-Smart fahren.

Im Interieur sorgt eine Kombination aus weißem Leder und königsblauem Alcantara für Wohlfühl-Atmosphäre. Ansonsten erfreut der Innenraum mit den bekannten Smart-Vorteilen: Bequeme Sitzposition, gute Ergonomie und Übersicht. Aber wir konnten nicht nur Probesitzen im Power-Smart, sondern ihn auch ausprobieren – und zwar quasi doppelt: Das kleine Display vor dem Ganghebel ist eine Art zweite Kommandozentrale. Dort stellt man ein, ob man mit dem „regulären Smart-Vortrieb“ fahren will, oder mit der Kombination aus beiden Antrieben im „Race-Modus“ unterwegs sein will. Wer den Race-Modus wählt, den warnt das System vorsorglich, dass der schnelle Allrad-Modus nicht für öffentliche Straßen gedacht ist. Wir blieben erfreulicherweise auf dem auf dem Akka-Firmengelände in Stuttgart Sindelfingen dürfen daher mit voller Power unterwegs sein.

Dabei erwies sich der Super-Smart als Beschleunigungswunder, aber auch als Kurvenkünstler. Beim zackigen Slalom ließ er willig spürbare Drifts zu, da im Race-Modus ABS, ESP und ASR automatisch ausgeschaltet sind – womit auch klar ist, warum sich das nicht für öffentliche Straßen empfiehlt. Dazu passt, dass man den Rennzwerg nicht wird kaufen können. Der Smart Bertone, den Akka innerhalb von nur neun Monaten entwickelt hat, soll vielmehr zeigen, welche Kompetenzen und Erfahrungen der französische Entwicklungsdienstleister für zukünftige Produktentwicklungen mitbringt.

Smart Bertone von Akka
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67 Kilogramm schwer ist die Batterie.

Wer ist Akka?

Akka – noch nie gehört? Aber diesen wird man sich merken müssen. Denn Akka kaufte im vergangenen Sommer vom Daimler-Konzern dessen Entwicklungsspezialisten MBTech ab und vereinbarten die Weiterführung einer strategischen Partnerschaft, um Mobilitätssysteme und Elektrofahrzeuge zu entwickeln. Unter Mobilitätssysteme versteht Akka unter anderem die Entwicklung des autonomen Fahrens. Seit 2009 betreibt Akka zusammen mit Audi Electronics Venture ein Joint-Venture namens EFS mit Sitz in Gaimersheim bei Ingolstadt.

Zudem gibt Regis Sandrin, CEO von Akka Technologies in Deutschland, bei der Präsentation des Smart Bertone auch noch die neueste Zielsetzung bekannt: Akka will bis 2022 zum größten deutschen Entwicklungsdienstleister aufsteigen und bis dahin einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro erwirtschaften und eine Rendite von zehn Prozent. Sandrin geht davon aus, dass Akka 2022 dann auf rund 35.000 Mitarbeiter anwachsen wird. Zum Vergleich: Ende des Geschäftsjahres 2018 arbeiteten 21.000 Mitarbeiter in 29 Ländern und erwirtschafteten einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro. Akka ist an der Pariser Börse notiert.

Akka wurde 1984 von Maurice Ricci, dem heutigen CEO der Akka Gruppe, in Frankreich gegründet. Der Markt für Ingenieursdienstleistungen, Forschung und Entwicklung stellt sich bis 2022 auf eine Verdopplung der Umsätze auf 266 Milliarden Euro ein.

Smart Bertone von Akka: Elektro-Floh mit 280 PS und Allradantrieb

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Fazit

Als Kompetenzbeweis für Akka funktioniert der Smart Bertone so gut, dass man sich wünscht, er wäre mehr und man könnte ihn kaufen. Die Abstimmung der Regelelektronik wie ABS und ESP auf den Straßenbetrieb wäre sicher auch ein schöner Beweis für noch mehr Entwicklungskompetenz, eine Deaktivierungsmöglichkeit per Schalter könnte man ja bestehen lassen.

Ja, das wird alles nicht passieren, schon klar. Aber die elektrische Achse mit Radnabenmotoren und gekühlter Batterie ist ein vielversprechendes Modul, dass es tatsächlich in ein Serienauto schaffen könnte.

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