Vandal One: Im Geheimen entwickelt

Sportwagen soll Formel-1-Feeling ermöglichen

Vandal One Foto: Vandal Cars

Der Sportwagen-Hersteller Vandal war nicht umsonst bisher unbekannt: Er entwickelte seinen ersten Sportwagen im Geheimen.

Jeremy Sutton, Chef von Vandal Cars, weist darauf hin, dass die Marke ganz bewusst nur sehr vorsichtig an die Öffentlichkeit getragen wurde. Schließlich entwickelten die Mitarbeiter von Vandal Cars in den letzten Jahren ganz geheim den Vandal One – ein Auto, das dem Fahrer echtes Formel-1-Feeling vermitteln soll. Der Clou: Das Fahrzeug ist zwar leicht, stark und sieht dramatisch aus, soll aber trotzdem bezahlbar sein. Gedacht ist es, um an Track Days gegen Renner von Ariel, Radical und BAC anzutreten.

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Die Mitarbeiter von Vandal haben jede Menge Erfahrung mit der Entwicklung von Rennfahrzeugen: Sie kommen von McLaren, Lola und Ford Racing. Sutton selbst hat im Special Vehicle Team (SVT) von Ford gearbeitet. Außerdem geht er davon aus, dass er der einzige Amerikaner ist, der auch am englischen Sportwagen TVR Cerbera Speed 12 mitentwickelt hat. Das Vandal-Team hat wegen seiner Erfahrung gute Beziehungen zu den Performance-Abteilungen anderer Autohersteller wie zum Beispiel Honda Perfromance Development oder zum eher in Rennsportkreisen bekannten Zulieferer HP Composites aus dem italienischen Ascoli Piceno.

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Flexibler Karbon-Leichtbau

Leichtbau und eine hohe Steifigkeit standen für den One ganz oben im Lastenheft. Und so wandten sich die Vandal-Verantwortlichen an HP Composites – den größten Zulieferer von Karbonteilen für den Rennsport. Jetzt bauen die Italiener das Kohlefaser-Monocoque des Einsitzers genauso wie die ebenfalls aus Karbon bestehenden Karosserieteile. Bei Beschädigung oder wenn der Kunde eine andere Form mit einem geänderten Anpressdruck wünscht, können die Karosserieteile einfach getauscht werden. Im Gegensatz zu den auf Rohrrahmen basierenden Ariel Atom 4, Radical SR8 und BAC Mono sollen in den Vandal One auch größere Personen passen. Sutton erwähnt hier eine Größe von 1,83 Meter und ein Gewicht von 127 Kilogramm. Der Extremsportler selbst ist 1,85 Meter breit, 4,3 Meter lang und hat einen Radstand von 2,7 Metern. Die Spurweite vorne beträgt 1,56 und hinten 1,51 Meter.

Vandal One Foto: Vandal Cars
Chassis und Aufhängung bestehen beim One aus Karbon - die Konstrukteure haben sich dabei an Formel-1-Autos orientiert.

Extrem tief

Das Fahrwerk des One ist höhenverstellbar. Im Rennmodus ist die Wagenfront gerade mal 1,5 Zentimeter vom Asphalt entfernt, beim Heck sind es immerhin fünf Zentimeter. Für Strecken abseits der Piste ist eine schon eher straßentaugliche Bodenfreiheit von 12,7 Zentimeter vorn und 14,6 Zentimeter hinten drin. Innenbelüftete Vierkolben-Bremsen sollen Verzögerungen von bis zu zwei G ermöglichen. Zu den Standardreifen macht Vandal noch keine Angaben, optional sind Pirelli-Slicks in der Dimension 265/35/18 vorn und 325/30/18 hinten zu haben.

Für das Speichern und Auswerten von Fahr- und Telematikdaten stellt Vandal extra eine Cloud (Speicherplatz im Internet) bereit. Dort kann der Fahrer sehen, wo er noch besser werden kann und sich auf Wunsch mit konkurrierenden Fahrern vergleichen.

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Motor aus dem Honda Civic Type R

Als Motor setzt Vandal im One ein modifiziertes Aggregat aus dem Honda Civic Type R ein (Motorenbaureihe K20C1). Während der im kompakten Honda 320 PS leistet, soll er in der Basisversion des Vandal One mit 340 PS dabei sein. Wer das R Engine Package ordert, bekommt 560 PS. Die Mehrleistung generiert Vandal durch einen tiefgreifenden Motor-Umbau mit neuen geschmiedeten Teilen, einem neuen BorgWarner-Turbo (EFR 7163), neuen Ventilen und einer neuen Einspritzung. Allerdings stehen standardmäßig 480 PS zur Verfügung – nur wenn das System über GPS und Gierraten-Sensoren erkennt, dass das Abrufen der vollen Leistung sinnvoll sein könnte, gibt es auch die volle Leistung frei. Der Motor dreht dann bis zu 9.100/min. Bei einem Gewicht von 550 Kilogramm würde das Leistungsgewicht 0,98 Kilogramm pro PS betragen. Da gleichzeitig der Abtrieb den One mit bis zu 800 Kilogramm gegen den Untergrund drückt, ist Sutton optimistisch: Für die Zwischenbeschleunigung von 97 auf 209 km/h (60 auf 130 Meilen pro Stunde) stellt er einen Rekordwert in Aussicht.

Vandal One Foto: Vandal Cars
Der Motor des Honda Civic Type R leistet im Vandal One 340 oder bis zu 560 PS.

Die Momente rasen vom Motor über eine pneumatisch gesteuerte sequentielle Sechsgang-Schaltung Richtung Hinterachse. Das Getriebe kommt vom Renn-Gangschaltungsspezialisten Sadev.

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Knapp über 100.000 Euro

Der One soll nicht alleine bleiben. Jeremy Sutton möchte die Modellpalette erweitern, unter anderem um einen Zweisitzer. Den One wird es später vielleicht auch ohne Motor geben, so dass sich der Kunde selbst ein Aggregat aussuchen kann.

Der Vandal One wird Mitte April 2019 der Öffentlichkeit präsentiert, Vorbestellungen sind ab jetzt möglich – die Preise beginnen ohne Steuern bei 119.700 Dollar (aktuell umgerechnet zirka 106.176 Euro) und gehen bis zu 190.000 Dollar (168.534 Euro) hoch. Bei der Vorbestellung wird eine Gebühr in Höhe von 1.000 Dollar (887 Euro) fällig – bis zur Auslieferung müssen ratenweise weitere Zahlungen geleistet werden. Die Auslieferungen finden dann am Montageort des Vandal One im Raum Detroit im US-Bundesstaat Michigan statt.

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Fazit

Der Markt für ultraleichte potente Trackmaschinen scheint noch einen weiteren Mitstreiter zu vertragen – schließlich kämpfen hier schon Hersteller wie Ariel, Radical und BAC um die Vorherrschafft. Im weiteren Umfeld kommen auch noch Caterham, KTM und Vuhl hinzu. Ob jeder Hersteller von den kleiner werdenden Stücken des Marktkuchens leben kann, kann dem Kunden egal sein: Er hat jetzt mit Vandal einfach mehr Auswahl. Und die Amis meinen es ernst: Extremer Karbon-Leichtbau mit Formel-1-Genen kommt mit einem heftigen auf 560 PS hochgezüchteten Honda-Motor zusammen. Die Entwicklermannschaft ist teils schon seit Jahrzehnten im Motorsport unterwegs. Somit könnte der Vandal One ein ernsthafter Konkurrent im Feld der bereits bekannten Extremsportler werden.

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