Skoda Octavia
60 Jahre Skoda Octavia
Vier Generationen Skoda Octavia, Exterieur Hans-Dieter Seufert
Vier Generationen Skoda Octavia, Exterieur
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Vier Generationen Skoda Octavia

Seit 1959 eine Klasse für sich

Kompakt- oder Mittelklasse? Mir doch egal, sagt der Octavia und kümmert sich lieber mit reichlich Platz und Komfort um seine Insassen. Seit 1959!

Die Unwissenheit kommt der Wahrheit näher als das Vorurteil. So jedenfalls Genosse Lenin. Grund für uns, mit Unwissenheit und Vorurteil zugleich aufzuräumen. Gestatten: Škoda Octavia. Since 1959. Superb, Felicia, Octavia: Die Tschechen hatten schon immer technischen UND kulturellen Sachverstand. Oder finden Sie nicht, dass diese Namen viel schöner klingen als das meiste, was heute auf Autoblechen klebt?

Octavia heißt übrigens die Achte auf Lateinisch und steht für das achte Modell des tschechischen Autounternehmens AZNP. Octavia und Octavia Super starten Anfang 1959 und erhalten nach gerade einmal 3.200 Exemplaren technische Verbesserungen. Das Wort Facelift war damals noch nicht erfunden, wohl aber Spiralfedern an der Vorderachse. Es gibt zehn Farben, unser Octavia wurde in Elfenbein getaucht. Ein buchstäblich schönes Stück Historie, übrigens immer stärker gesucht, wie uns Vitezslav Kodym, Leiter von Škoda Classic, verrät.

Er erledigt auch die nötige Einweisung: Zum Starten fest den Hebel rechts am Armaturenblech ziehen, Lenkradschaltung erster Gang oben, der Rest H-Schema, rückwärts ganz nach unten, fast artistisch. Und dann geht’s los. Leise heult das Getriebe, unternehmungslustig brummt der Vierzylinder, erst noch stolperig mit Choke, dann warm und rund. Es gibt den Frontmotor (mit Heckantrieb) als 1,1 oder 1,2 Liter mit 40 bis 55 PS. Im Innenraum überrascht, wie nett man ein Blech-Armaturenbrett gestalten kann und dass es mit so wenig Beschriftungen auskommt.

So hockst du hinter dem elfenbeinfarbenen Lenkrad, hältst die Linie, beschleunigst durch und sagst dir dann im Vierten: Mensch, Tempo 80 ist doch eine feine Geschwindigkeit – jedenfalls bei Starkregen. Ansonsten ist der historische Octavia ein patenter Typ. Und erst der 1960 präsentierte Combi, der nicht nur Menschen, sondern auch bis zu 1.050 Liter Gepäck würdig unterbringt. Das Reserverad wartet unterm Ladeboden und ist durch eine Klappe im Heck ohne Räumerei erreichbar. Simply clever – schon seit 1960.

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Ab 1959 wurde der erste Octavia gebaut.

Diese schöne Tradition, schnörkellos und erreichbar zu sein, setzt der Octavia unter VW-Ägide ab 1996 fort. Unsere graue Stufenhecklimo ist zwar ziemlich Basis, doch grüßt sie mit dem festen und bekannten Händedruck des guten alten 1.9 TDI – keine Chance, diesen Typ nicht zu mögen. Sauber verarbeitet, von Dirk van Braeckel geradlinig designt, immer noch zeitgemäß. Obwohl sie außer ASR nix vermeintlich Modernes hat.

Die Plattform PQ34 kann halt was. Irgendwie verständlich, dass der im neuen Werk Mladá Boleslav produzierte Octavia nie ein direkter Golf-Konkurrent sein sollte. Dafür sorgt schon die eigenständige Karosserie der Limousine mit ihrer großen Heckklappe und dem enormen Platzangebot (der Combi kommt 1998). Das änderte sich beim 2000er-Facelift nicht, dafür erhöhte man die Karosseriesteifigkeit, bringt optional Xenon, TMCNavi und ESP.

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Sauber verarbeitet: die nächste Generation des Octavia erschien 1996.

Der Kumpel für jeden Tag

Der Schleuderschutz ist beim Octavia II (ab 2004) Serie. Er nutzt die Plattform PQ35 und bietet neben der damals recht seltenen Multilenker-Hinterachse nochmals mehr Beinfreiheit im Fond sowie ein Kofferraumvolumen von 560 bis 1.350 Litern, beim Combi sind’s sogar 580 bis 1.630 Liter. Beiden gemeinsam ist der sichtbar hochwertigere Innenraum mit zartem Chromschmuck, übersichtlichen Rundinstrumenten sowie die vorbildliche Bedienbarkeit.

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Der Octavia II von 2004 ist ein Kumpel für jeden Tag.

Straff und präzise fährt Nummer zwo immer noch. Egal ob als sparsames Standardmodell mit 1,2-Liter oder festlich ausgestatteter Komforttyp mit Zweiliter: Der Octavia bleibt ein Kumpel für jeden Tag. Immer da, immer passend. Für jeden Anlass, ob als Kurzstrecken-Shuttle oder Urlaubs-Muli für die Langstrecke.

Eigenschaften, die natürlich auch die dritte neue Generation konserviert. Sie kommt 2013, basiert auf dem Modularen Querbaukasten des Konzerns und wiegt dank hochfester Stähle bis zu zwei Zentner weniger als der Vorgänger. Überdies gibt es im Laufe der Zeit Notbremsassistent, Spurerkennung, ACC, Fernlichtassistent und Verkehrszeichenerkennung sowie Online-Dienste (Škoda Connect).

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Ab 2013: der Octavia III zeigt seit 2016 das neue Vieraugengesicht.

Auffälligste Änderung des Facelift von 2016: das Vieraugengesicht.

Womit ab sofort wieder Schluss ist, der ganz neue Octavia erhält wieder gemeinsame Frontscheinwerfer sowie viele weitere Goodies.

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