125 Jahre Automobil

Karl Benz - Erfinder des Automobils

Carl Benz Foto: ams, Hersteller, Gaukler, dpa, Hartmann 14 Bilder

Der Mannheimer Ingenieur und Konstrukteur Karl Benz gilt als Erfinder des Automobils. Am 29. Januar 1886 erhält er als erster ein Patent für seinen "Patent-Motorwagen", ein Dreirad mit Einzylinder-Verbrennungsmotor.

Karl Benz wurde die Liebe zu Maschinen und der schnellen Fortbewegung schon in die Wiege gelegt: Er wird am 25. November 1844 als Sohn des Lokomotivführers Johann Georg Benz und Josephine Vaillant in Mühlburg, heute ein Teil von Karlsruhe, geboren. Sein Vater starb, als Karl Benz ein Jahr alt war.

Erste Firmengründung mit 27 Jahren

Seine Ausbildung erhält Karl Benz am Karlsruher Gymnasium Lyzeum und an der Polytechnischen Hochschule in Karlsruhe bei Ferdinand Redtenbacher. Im Anschluss absolviert er bis 1866 ein zweijähriges Praktikum bei der Maschinenbau-Gesellschaft Karlsruhe und bekommt seine erste Anstellung als Zeichner und Konstrukteur bei einer Waagenfabrik in Mannheim. Nach zwei Jahren wechselt er zu der Pforzheimer Firma Benckiser.

Im Alter von 27 Jahren gründet Carl Benz die Firma "Karl Benz und August Ritter, Mechanische Werkstätten" in Mannheim, im Jahr darauf heiratet er Bertha Ringer, mit der er fünf Kinder bekommt. Karl Benz beschäftigt sich in den 1870er Jahren mit der Entwicklung eines Verbrennungsmotors, dem er ein großes Potential für die Zukunft zuschreibt. Der Legende nach läuft sein erster Verbrennungsmotor in der Silvesternacht 1879. Dabei handelt es sich um einen Zweitakt-Motor, später konstruiert er einen Viertaktmotor. Für beide Konstruktionen erhält Karl Benz zahlreiche Patente. 

Durch diese Erfolge werden auch Geldgeber auf den jungen Konstrukteur aufmerksam. Mit neuen Teilhabern gründet Karl Benz 1883 in Mannheim die Firma "Benz & Cie. Rheinische Gasmotorenfabrik" und kann sich, finanziell abgesichert, an die Entwicklung eines selbstfahrenden Wagens, einer "Kutsche ohne Pferde" machen. Drei Jahre später macht Karl Benz den für die Geschichte wichtigsten Schritt: Am 29. Januar 1886 meldet er beim Reichspatentamt unter der Nummer 37435 seinen Patent-Motorwagen an. Es folgen weitere Versionen seines dreirädrigen Wagens.

1888: Bertha Benz gibt Gas 

- und beweist mit der ersten Fernfahrt der Automobilgeschichte die Qualitäten des neuen Fortbewegungsmittels. Sie schnappt sich kurzer Hand die beiden Söhne Richard und Eugen und macht sich auf den Weg von Mannheim zu ihrer Mutter nach Pforzheim - ohne dass ihr Mann Karl Benz von der 104 Kilometer langen Premierenfahrt etwas gewusst hätte. An die mutige Pionierin erinnert die Bertha Benz Memorial Route, die auch an der ersten "Tankstelle" der Welt vorbeiführt, der Wieslocher Stadt-Apotheke in der sie Benzin kaufen musste, um den Weg fortsetzen zu können.

1894 präsentiert Karl Benz seinen ersten Vierradwagen

Karl Benz konstruiert 1892/93 die Achsschenkellenkung und erhält ein Patent auf diese "Wagenlenkvorrichtung mit tangential zu den Rädern zu stellenden Lenkkreisen". Kurze danach bringt er im Jahr 1894 seinen ersten Vierradwagen, den Benz Victoria heraus, dem kurz danach das Modell Vis-á-Vis folgt. Ein drittes Modell ist der Benz Velo, der wegen seines günstigen Preises guten Anklang findet und bis 1900 rund 1.200 Mal gebaut wird. Ab 1896 baut er mehrzylindrige Motoren. Die Firma und der Absatz seiner Fahrzeuge entwickelt sich gut, er muss die Produktion erhöhen und finanziert dies durch die Umwandlung seiner Firma in eine Aktiengesellschaft. Um die Jahrhundertwende gilt Karl Benz' Firma "Benz & Cie. Rheinische Gasmotorenfabrik" als die größte Automobilfabrik der Welt.

Nach Auseinandersetzungen zieht sich Karl Benz 1903 aus dem aktiven Geschäft zurück und wechselt in den Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft. 1906 gründet er gemeinsam mit seinen beiden Söhnen die Firma Benz und Söhne in Ladenburg und spezialisiert sich auf den Fahrzeugbau. Bis 1923 werden in Ladenburg rund 350 Fahrzeuge hergestellt.
 
Carl Benz erlebt - im Gegensatz zu Gottlieb Daimler, der schon 1900 gestorben war - die schnelle Entwicklung des Automobils mit. Die Expansionspolitik der Automobilindustrie führt auch in Deutschland zu Fusionen. Im Jahr 1926 werden die Benz & Cie. Rheinische Gasmotorenfabrik AG mit der Daimler-Motoren-Gesellschaft zur Daimler-Benz AG verschmolzen. 

Drei Jahre danach, am 4. April 1929 stirbt Karl Benz in Ladenburg. Seine Bedeutung für die Entwicklung des Automobils wurde 1984 gewürdigt, als er in die Automotive Hall of Fame, aufgenommen wurde. 2001 folgte die Aufnahme in die European Automotive Hall of Fame.

Dr. h.c. Karl Friedrich Benz

1844 Geboren am 25. November in Karlsruhe
1853 Gymnasium in Karlsruhe
1860 Studium an der Polytechnischen Schule in Karlsruhe
1864 Schlosser in der Maschinenfabrik Karlsruhe
1866 Zeichner und Konstrukteur bei der Fa. Schweizer in Mannheim
1868 Konstrukteur bei der Firma Benckiser in Pforzheim
1871 Gründung der Fa. „Karl Benz und August Ritter, Mechanische Werkstätten“, Mannheim
1872 Umfirmierung in „Karl Benz Mannheim, Eisengießerei und mechanische Werkstätte“, Eheschließung mit Bertha Ringer
1878 Beginn der Arbeit am Zweitaktmotor, erster Lauf Sylvester 1879
1882 Umfirmierung in „Gasmotoren-Fabrik Mannheim“, kurz danach Austritt aus der Firma
1883 Gründung der „Benz & Cie, Rheinische Gasmotoren-Fabrik Mannheim“ im Oktober
1886 29. Januar, Carl Benz meldet sein dreirädriges „Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb“ zum Patent an, 3. Juli, erste öffentliche Ausfahrt mit dem „Dreirad“ in Mannheim
1893 Erstes vierrädriges Benz-Automobil (Typ Victoria) mit Achsschenkellenkung
1903 Ausscheiden aus der Geschäftsleitung von „Benz & Cie“
1905 Übersiedlung nach Ladenburg
1906 Gründung von „Carl Benz Söhne“, Ladenburg
1904 - 1926 Aufsichtsratsmitglied bei „Benz & Cie“
1912 Austritt aus „Carl Benz Söhne“ als Gesellschafter
1914 Ehrendoktorwürde der Technischen Hochschule Karlsruhe
1926 - 1929 Aufsichtsratsmitglied bei der Daimler-Benz AG
1928 Verleihung der Badischen Staatsmedaille
1929 Carl Benz stirbt am 4. April in Ladenburg
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