1992 Ferrari F40 US-Version Marshall Goldman
1992 Ferrari F40 US-Version
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1992 Ferrari F40 US-Version 18 Bilder

1992er Ferrari F40 in der US-Version zu verkaufen

1992 Ferrari F40 US-Version von Marshall Goldman Form-follows-Function-Ferrari zum provokanten Preis

In den USA steht derzeit ein Ferrari F40 zum Verkauf – kaum gefahren, in Bestzustand. Mit dem Preis stichelt der Händler ein bisschen – oder beweist Humor.

Ist dieser Preis ein Affront? Oder haben sie nur einen recht eigenwilligen Sinn für Humor bei Marshall Goldman? Der in Cleveland, US-Bundesstaat Ohio, ansässige Händler für besonders feine Sportwagen, Luxusautos und Klassiker will doch tatsächlich 1.959.900 Dollar für diesen Ferrari F40 sehen. Ein Skandal, der sich jedoch nicht aus der Höhe des Preises ergibt. Denn solche Summen ist der Autoquartett-Held der Achtzigerjahre inzwischen locker wert. Stattdessen geht es um die Tausenderstellen: Hier steckt doch tatsächlich die 959 drin!

959 – das so bezeichnete Porsche-Modell war damals der große Gegenspieler des Maranello-Maestros, das Duell weitete sich fast zum Glaubenskrieg zwischen den entsprechenden Markenjüngern aus. Heck- gegen Mittelmotor, B6 vs. V8, Allrad- kontra Hinterradantrieb: Die Supercars der Achtziger gingen in ihren technischen Konzepten auf Distanz zum jeweils anderen. So auch bei den Fahrleistungen: Von Null auf Hundert war der Porsche schneller, von Null auf Zweihundert und beim Topspeed der Ferrari. Einig waren sie sich nur bei der Anzahl der Turbolader (zwei).

"Rosso Corsa" glänzt wie am ersten Tag

Arbeiten wir also von nun an mit der Verkaufssumme in Euro: 1,62 Millionen Euro soll dieser F40 des Modelljahres 1992 kosten. Er ist nicht nur ein später Vertreter der Baureihe, die 1987 als erstes Jubiläums-Modell zu einem runden Ferrari-Geburtstag aufgelegt wurde. Das Auto befindet sich den Bildern nach zu urteilen in einem hervorragenden Zustand. Der Lack? So glänzend sieht man das berühmte "Rosso Corsa" selten! Der Tachostand? Gerade einmal 3.294 Meilen, also 5.300 Kilometer! Die Service-Historie? Lückenlos, wobei kürzlich noch eine große Inspektion inklusive neuem Anlasser, feinjustierter Lenkung samt Achsvermessung, neuen Reifen und Hupen-Reparatur durchgeführt wurde. Dieser F40 trägt sein Ferrari-Classiche-Zertifikat sicher völlig zu Recht und wird mit seinen Original-Handbüchern, dem ursprünglichem Bordwerkzeug und zwei Schlüsseln verkauft.

1992 Ferrari F40 US-Version
Marshall Goldman
Der Spoiler, die geriffelte Heckscheibe, die drei mittigen Auspuffrohre: Das F40-Heck hat so viel Charakteristisches!

Ein spezielles Merkmal wird den F40 für immer und ewig begleiten: Er war das letzte Sportwagen-Projekt, das Enzo Ferrari noch persönlich initiierte und überwachte. Der Commendatore starb 1988 – demnach ein Jahr nach dem Debüt des F40, der selbst für Ferrari-Verhältnisse extrem und ungewöhnlich konstruiert ist. Beispiel Motor: Seinerzeit waren – auch bei Ferrari – Saugmotoren üblich. Den 2,9-Liter-V8 des F40 pumpen jedoch zwei Turbolader auf. Daraus resultieren 478 PS und maximal 577 Newtonmeter, mit denen allein die an der Hinterachse aufgezogenen Pirelli-Pneus der Dimension 335/35 ZR17 klarkommen müssen – und der Fahrer natürlich. Helfende Elektronik fehlt – genau wie ABS, eine Servolenkung oder gar ein Bremskraftverstärker.

Der F40 verlangt zupackende Hände

Generell agiert der Ferrari F40 technisch in Rennwagen-Sphären. Über einen Gitterrohrrahmen spannt sich die mit Kohlefaser- und Kevlar-Elementen verstärkte Karosserie aus Kunstharz und Glasfaser. Das drückt das Gewicht, und zwar auf nur 1.235 Kilogramm. Ein Porsche 959 wiegt satte 330 Kilogramm mehr, was ein weiterer Grund ist, warum der Ferrari von deutlich giftigerem Charakter ist. Diejenigen, die mal einen gefahren sind, berichten stets dasselbe: Das Auto verlangt nach zupackenden Händen. Am Lenkrad ebenso wie am Schalthebel des manuellen Fünfgang-Getriebes, der natürlich – wie damals in Maranello üblich – durch eine offene Kulisse sauste.

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Marshall Goldman
Jenseits des Elfer-Universums gehörten Klappscheinwerfer bei 80er-Jahre-Sportwagen zum guten Ton - so auch beim F40.

Was macht darüber hinaus die Faszination für einen F40 aus? Na klar, das Design. Ferraris damaliges Leib-und-Magen-Studio Pininfarina schneiderte ein zwar enges, aber nicht eben elegantes Kleid, das sich komplett dem Prinzip "Form follows Function" verpflichtet fühlt. Die Proportionen sagen: "An mir ist kein Gramm zu viel!" Die vielen Luftein- und -auslässe insistieren: "Hauptsache, mein Herzstück, der Motor, fühlt sich wohl!" Und auch das Interieur besteht darauf, dass sich das genau so gehört: "Natürlich bin ich karg eingerichtet. Aber hier soll auch nichts vom Fahren ablenken!"

Schade nur, dass auch das eigene Konto hämisch grinst, als es einem beim Zahlen-Check ein energisches "Vergiss es, und zwar ganz schnell!" ins Gesicht schleudert.

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Ist der F40 DER Ferrari schlechthin?
Selbstverständlich - welch selten dämliche und provokante Frage!
Nicht unbedingt. Aber ein besserer fällt mir auf Anhieb auch nicht ein.

Fazit

Allzu oft passiert es nicht, dass eines der nur gut 1.300 F40-Exemplare auf den Markt kommt. Insofern ergibt sich dank Marshall Goldman eine echte Gelegenheit, DEN Sportwagen der Achtzigerjahre zu ergattern. Zumal Autos der Baureihe auch schon für deutlich größere Summen verkauft wurden. Und über den kleinen Scherz mit der 959 lässt sich doch hinwegsehen, oder?

Ferrari F 40
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