30 Jahre Seat Ibiza

4 Generationen, 4 Charaktere

Seat Ibiza, Generationen, Heckansicht Foto: Dino Eisele 19 Bilder

Mit südländischem Temperament und Stil mischte Seat ab 1984 die etwas fade Kleinwagen-Szene auf. Berühmte Designer drückten dem Ibiza ihren Stempel auf.

Die Ahnengalerie eines Seat Ibiza braucht sich nicht zu verstecken: Die italienische Designlegende Giorgio Giugiaro hat die ersten zwei Generationen des spanischen Kleinwagens skizziert, der amtierende VW-Konzern-Designchef Walter de Silva die dritte und der jetzige Bentley- und vormalige Lamborghini-Designchef Luc Donckerwolke die vierte Auflage – alles Stars in der Szene, die zu der jeweiligen Zeit für die Seat-Formensprache verantwortlich waren.

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Diese Autos haben die Welt verändert 30 Jahre Seat Ibiza
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Seat Ibiza wurde in 30 Jahren 5 Millionen mal verkauft

Der Erfolg gibt ihrer Arbeit recht: Vom Seat Ibiza wurden in den letzten 30 Jahren fünf Millionen Einheiten verkauft, und wenn Seat selbst in tiefsten Krisenzeiten für etwas stand, dann für ein ausdrucksstarkes Design. Die VW-Tochter hat es immer verstanden, ihre Autos sinnlicher zu gestalten, als es der deutsche Mutterkonzern konnte oder wollte. Oder, um es mit den Worten des amtierenden Seat-Vorstandsvorsitzenden Jürgen Stackmann auszudrücken: "Design ist ein Kernwert von Seat."

Giorgio Giugiaro, der damals noch nicht dem VW-Konzern angehörte, übernahm es, den ersten Seat Ibiza zu entwerfen: "Wir brauchten damals eine einfache Form, eine, die auf Anhieb erkennbar war", erzählt der Italiener anlässlich der Jubiläumsfeier im Seat-Designstudio Martorell bei Barcelona. "Und die Proportionen sind bis heute seine Stärke geblieben."

Dynamik in Stil und Handling

Für Walter de Silva war die Zeit bei Seat eine Station, wo er noch nicht so tief ins Management eingebunden war wie heute als Konzern-Designchef und stärker seiner Passion als Kreativer nachgehen konnte: "Jeder Seat Ibiza hat seinen eigenen Charakter und sich unter ästhetischen Gesichtspunkten deutlich von seinem Vorgänger unterschieden", erzählt der gebürtige Italiener. Nachdem er von Alfa Romeo zu Seat kam, hat er dort eine sehr "muskulöse Formen-sprache" verfolgt. "Der Ibiza ist Teil meines Lebens", stellt er rückblickend fast wehmütig fest.

Ähnlich ist es auch Luc Donckerwolke gegangen, dem der Wechsel vom Sportwagenhersteller Lamborghini zur Volumenmarke Seat zunächst nicht leichtgefallen ist. Aber auch hier hat er es verstanden, viel Spannung in die Flächen zu bringen: "Der VW Polo ist die Referenz in dieser Klasse, aber sehr monolithisch geformt. Beim Ibiza erwartet man dagegen eine ganz andere Dynamik." So sieht es auch der aktuelle Designchef Alejandro Mesonero-Romanos, der natürlich längst an der fünften Modellgeneration arbeitet. Spätestens 2016 wird sich zeigen, ob er den Spannungsbogen des Erfolgsmodells Seat Ibiza aufrechterhalten kann.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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