50 Jahre Contidrom von Continental

Die wichtigste Hightech-Teststrecke der Autobranche

50 Jahre Contidrom Foto: Continental 34 Bilder

Südheide nennt sich die dünn besiedelte Ecke. Hier, 45 Kilometer nördlich von Hannover, steht eines der bekanntesten Testzentren der Autoindustrie: das Contidrom.

1967, also vor 50 Jahren testete der Automobil-Zulieferer Continental hier seine ersten Reifen auf einem 2,8 Kilometer langen Hochgeschwindigkeits-Oval mit beeindruckenden Steilkurven. Der 1,8 Kilometer lange Nasshandlingkurs und der 3,8 Kilometer lange Trockenhandlingkurs kamen später hinzu. Inzwischen hat Continental nach eigenen Angaben im Contidrom 1,3 Millionen Reifen getestet – und das Testgelände kontinuierlich zu einer Hightec-Arena ausgebaut. Unter anderem entsteht gerade eine zweite Nasshandling-Strecke, die mit der bereits vorhandenen identisch ist. Laut Continental dient dieser Bau nicht dazu, mehr Reifen zu testen, sondern dazu, die bereits vorhandene stark frequentierte Strecke zu entlasten.

Teststrecken und Prüfgelände
Hier testet die Autoindustrie

Mit und schon lange auch ohne Fahrer

Seit 2012 steht im Contidrom der sogenannte Automated Indoor Braking Analyzer (AIBA) zur Verfügung. Die wetterunabhängig arbeitende Testanlage ermöglicht bis zu 100.000 Bremsversuche täglich. Die Versuche werden auch trockener, nasser und vereister Fahrbahn mit Winter- und Sommerreifen durchgeführt. Die 300 Meter lange Anlage ist mit verschiedenen hydraulisch ausfahrbaren Norm-Fahrbahnbelägen ausgestattet. Die Testfahrzeuge fahren im AIBA vollautomatisch mit Geschwindigkeiten von bis zu 115 km/h und werden von einem Bremsroboter gebremst. Fahrerlose Fahrzeuge sind im Contidrom nichts Neues: Bereits in den 1970er Jahren drehte ein fahrerloser Mercedes /8 (Baureihe W 114/W 115) seine Runden im Oval. Allerdings betont Continental, dass Testingenieure weiterhin für Versuche im Bereich Handling, Nässeverhalten und Komfort wichtig sind. Insgesamt hat das Contidrom 100 Mitarbeiter.

Mercedes-Einfahrbahn wird 50 Jahre alt
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Seit 1985 gibt es auf dem Gelände des Contidrom eine Testbahn mit Schienenführung, um Brems- und Aquaplaning zu untersuchen. Für Reifenversuche auf nasser Strecke wurden zudem zwei unterschiedlich große Kreisbahnen installiert. Auf den Kreisbahnen werden auch Versuche mit schleichendem Luftdruckverlust gemacht: Ein Fahrzeug fährt mit einer Geschwindigkeit von 55 km/h in die Kreisbahn. Nach jeder Runde wird der Reifen-Luftdruck um ein Zehntel bar verringert – bis der Reifen von der Felge rutscht. Deshalb trägt die Strecke bei den Continental-Mitarbeitern den Spitznamen „Abwurfkreis“.

SUVs benötigten eigene Teststrecke

Die Gelände-Teststrecke kam 2003 hinzu. Verschiedene Steigungen und Verschränkungs-Strecken sowie ein Wasserbecken sind besonders für geländebereifte allradgetriebene Fahrzeuge vorgesehen.

Abseits vom Hauptteil des Testgeländes misst Continental die Abrollgeräusche seiner Reifen auf zwei speziellen Teststrecken. Sowohl die Reifen- als auch das Fahrbahngeräusche werden auf genormten Untergründen gemessen. Um unverfälschte Messergebnisse zu erhalten, werden vorher die Motoren, Getriebe und Antriebe der Fahrzeuge schallisolatorisch gekapselt.

Continental nennt das ständig erweiterte und nun 50 Jahre alte Contidrom den Prototyp und die Referenz aller seiner Reifentest-Strecken.

50 Jahre Contidrom (2017)

Jahr Ereignis
1967 Eröffnung des Contidroms
1970er Testfahrten mit einem fahrerlosen Mercedes /8 (W 114/W 115)
1985 Eröffnung der schienengeführten Brems- und Aquaplaning-Teststrecke
2003 Eröffnung der Geländewagen-Teststrecke
2012 Eröffnung des AIBA (Automated Indoor Braking Analyzer)
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