Abwrackprämie

Deutsche Premiumhersteller profitieren kaum

Foto: Achim Hartmann

Die deutschen Premiumhersteller haben bislang wenig von der deutschen Abwrackprämie und kämpfen weiter mit einer massiven Absatzflaute. Während sich Kleinwagenhersteller wie Volkswagen , Opel , Renault oder Toyota auf dem Genfer Autosalon zumindest über mehr Bestellungen für ihre kleinen Modelle freuen, schauen BMW , Daimler und Audi weitgehend in die Röhre.

Auch im Februar verkauften sie weniger Autos als noch vor einem Jahr. Als Reaktion auf die anhaltende Nachfrageschwäche soll die Produktion weiter gedrosselt werden. BMW und Daimler wollen die Kurzarbeit in ihren Werken ausweiten und auch Audi lässt die Bänder über Ostern eine weitere Woche stillstehen. Einen Silberstreif am Horizont sehen die Konzern-Lenker erst wieder im nächsten Jahr.
 

Produktionskürzung bei BMW

"Die Abwrackprämie hilft den Massenherstellern. Uns hilft sie auch, aber in einem Prozentbereich, der nicht kriegsentscheidend ist", sagte BMW-Chef Norbert Reithofer. Im Februar habe sich der Absatz ähnlich schwach entwickelt wie im Januar, als die Verkaufszahlen um rund ein Viertel eingebrochen waren. Daher denke BMW über weitere Produktionskürzungen und Kurzarbeit nach.

"Wir sind derzeit in weiteren Gesprächen mit den Betriebsräten, auch nach dem März Kurzarbeit zu fahren", sagte Reithofer. BMW will bislang im Februar und März rund 38.000 Fahrzeuge weniger bauen als geplant. Von Kurzarbeit betroffen sind derzeit rund 27.000 Mitarbeiter an den Standorten Dingolfing, Regensburg, München, Landshut und Berlin.

Ausweitung der Kurzarbeit bei Daimler

Auch Daimler prüft eine Ausweitung der Kurzarbeit bis Mitte des Jahres. Derzeit arbeiten bereits mehr als 50.000 Mitarbeiter des DAX-Konzerns kurz. Daimler-Chef Dieter Zetsche sagte in Genf nur, die Lage auf den Märkten habe sich im Februar nicht wesentlich gebessert. Im Januar hatte die Pkw-Sparte wegen des schwachen Abschneidens der Kernmarke Mercedes-Benz einen Absatzrückgang um fast ein Drittel.

Produktionsstopp bei Audi über Ostern

Audi plant nach einem Produktionsstopp über die Faschingsfeiertage eine weitere Woche Kurzarbeit an Ostern. Insgesamt sollen so rund 12.500 Autos weniger produziert werden. Im laufenden Jahr rechnen die Ingolstädter mit einem Absatzrückgang von rund zehn Prozent. Im Februar sank der Absatz um elf Prozent auf 63.000 Fahrzeuge. Wann es für die deutschen Premiummarken wieder aufwärts geht, steht derzeit noch in den Sternen. Er hoffe Ende 2009 auf "Licht am Ende des Tunnels", sagte Stadler. Zetsche und sein Münchner Kollege Reithofer rechnen von Anfang kommenden Jahres an zumindest mit einer Erholung der Märkte.

Schlechte Zeiten auch bei Massenherstellern

Aber auch bei den Massenherstellern sieht es trotz des kurzfristigen Erfolgs der Abwrackprämie in Deutschland alles andere als gut aus. Volkswagen erwartet im laufenden Jahr Rückgänge bei Umsatz und Ergebnis. Der weltweite Absatz soll um zehn Prozent zurückgehen. Im vergangenen Jahr hatte der Wolfsburger Konzern die Zahl der verkauften Autos noch um 1,3 Prozent auf 6,27 Millionen gesteigert.

Auch der Branchenprimus Toyota rechnet in diesem Jahr trotz des punktuellen Erfolgs staatlicher Kaufanreize in Europa mit einem deutlichen Absatzrückgang. Die Abwrackprämie funktioniere zwar gut und kurbele die Nachfrage nach kleinen Modellen an, sagte Europa-Chef Tadashi Arashima am Montagabend. Wünschenswert sei sie aber auch für andere Länder. Trotz eines deutlichen Absatzanstiegs in Deutschland im Februar von etwa 8.500 Fahrzeugen im Vorjahr auf rund 13.000 dürfte der Gesamtabsatz in Europa in diesem Jahr mit rund 900.000 Fahrzeugen deutlich unter dem Vorjahreswert von 1,112 Millionen liegen.

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