Fernbusbahnhöfe im ADAC-Test

Stuttgart ist Testsieger und besteht mit "gut"

Fernbus, Seitenansicht Foto: Dino Eisele

Der ADAC hat erstmals Fernbusbahnhöfe im Test. Das Ergebnis ist ernüchternd: In der Kategorie Informationsangebot und Komfort schneiden fast alle Bahnhöfe schlecht ab. Grund dafür ist die schlechte Infrastruktur der Bahnhöfe.

Immer mehr Menschen bevorzugen anstatt des Bahnverkehrs den Fernbus. Das wichtigste Argument der Fahrgäste: der Preis. Denn für neun Euro von Berlin nach Hamburg zu fahren ist bei der Bahn nicht drin. Aber wie steht es um die Fernbusbahnhöfe?

Der Test des ADAC zeigt, Deutschlands Fernbusbahnhöfe können mit dem aufsteigenden Linienverkehr nicht mithalten. Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club prüfte insgesamt zehn stark genutzte Busbahnhöfe in Deutschland, von denen nur vier mit der Note „gut“ abgeschnitten haben. Auch die Noten „mangelhaft“ und „sehr mangelhaft“ hat der ADAC vergeben.

ADAC Fernbusbahnhof Test Foto: ADAC
Bei den ärgerlichsten Mängeln fallen vor allem die fehlenden Informationsangebote sowie die nicht vorhanden Aufenthalts- und Wartebereiche auf. Zudem sind an keinem Fernbusbahnhof Defibrillatoren vorhanden.

Busbahnhof-Infrastruktur stark ausbaufähig

Nach Ansicht des ADAC Geschäftsführers Alexander Möller hat sich der Fernbusmarkt in den letzten Jahren schneller entwickelt, als die dazugehörige Infrastruktur. Demnach gäbe es den idealen Busbahnhof bislang noch nicht, da die Angebote der Städte nicht den Mobilitätsbedürfnissen und Wünschen der Fahrgäste nachkommen könnten.

Den Test führte der ADAC letztes Jahr im Juni und Juli unter folgenden Kriterien durch: Ausstattung, Zugänglichkeit, Sicherheit, Information und Komfort. Zu den Busbahnhöfen, die der ADAC auf dem Prüfstand hatte, zählten die Hauptbahnhöfe von: Bremen, Dortmund, Göttingen, Hannover, München, Rostock, der Bus-Port ZOB Hamburg, der Busbahnhof Mannheim, Stuttgart (SAB) und Berlin (Südkreuz). Der ZOB Berlin befand sich zum Testzeitpunkt im Umbau. Deswegen fiel er aus dem Testprogramm.

ADAC Fernbusbahnhof Test Foto: ADAC
Stuttgart ist Testsieger und schneidet mit der Note "gut" ab. Göttingen hat dagegen kläglich versagt.

Stuttgart ist Testsieger

Stuttgart ist der Testsieger, weil der Bahnhof komplett überdacht ist. Zudem informiert er mit mehrsprachigen elektronischen Anzeigen, Durchsagen und einer eigenen Website. Weitere Pluspunkte sind der zentrale Ticket- und Infoschalter, die guten Einkaufsmöglichkeiten, Wasch-, Dusch- und Babywickelplätze, ein durchgehendes Leitsystem für Sehbehinderte und die ausreichend vorhandenen Parkmöglichkeiten. Abzug gab’s dennoch für den Standort, der sich am Flughafen befindet, und damit fernab von den Hauptzielpunkten der Fernbusse liegt.

Der ZOB Göttingen belegte den letzten Platz mit einer „sehr mangelhaften“ Bewertung. Aber auch der Fernbusbahnhof in Bremen bekam keine gute Wertung. Grund dafür ist das fehlene Informationsangebot, die nicht wettergeschützten Bussteige, die fehlenden Serviceeinrichtungen sowie die mangelnde Barrierefreiheit.

Die meisten elektronischen Informationsangebote für Fahrgäste der geprüften Bahnhöfen sind nach Einschätzung der Tester mangelhaft. Nur in Hamburg, Hannover, München und Stuttgart werden die Fahrgäste über Anzeigentafeln informiert. Allerdings fehlen auch hier die Durchsagen zu An- und Abfahrten oder Verspätungen der Busse. Abzüge gab's auch für die fehlende Überdachung vieler Bahnhöfe. Die wenigsten sind zudem nicht wettergeschützt erreichbar – mit Ausnahme von Hamburg, Mannheim und Stuttgart.

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