ADAC testet Notbremsassistenten

BMW und Volvo haben Probleme

Test Notbremssysteme ADAC 2016 Foto: ADAC

Der ADAC nahm Notbremsassistenten von Audi, Subaru, Kia, Mercedes, Volvo und BMW unter die Lupe. Nur zwei Systeme überzeugten die Tester.

Getestet wurden vom ADAC die Systeme im BMW 3er, im Audi A4, in der Mercedes C-Klasse, dem Subaru Outback, dem Volvo V60 und dem Kia Optima. Der ADAC stellte auf seiner Teststrecke verschiedene Szenarien nach: Plötzliches Auftauchen eines Fußgängers, eines Radfahrers, bei Tag und bei Nacht. Zudem wurde mit verschiedenen Crashtest-Dummies gearbeitet – einer davon hatte bewegliche Beine.

Test Notbremssysteme ADAC 2016
Nur 2 Systeme überzeugen 2:28 Min.
Test Notbremssysteme ADAC 2016 Foto: ADAC
Die Ergebnisse im Detail.

Audi und Subaru schützen am besten

Audi und Subaru zeigen was heute bereits möglich ist. Unfälle mit querenden Fußgängern bei Tag können sie bis in höhere Geschwindigkeiten vermeiden. Das Stereo-Kamera-System von Subaru überrascht mit sehr guter Leistung bei Dunkelheit. Das System erkennt auch bei absoluter Dunkelheit – also ohne Straßenbeleuchtung – Fußgänger in dunkler Bekleidung absolut zuverlässig. Das ist mehr, als das menschliche Auge kann.

Audi verbaut sein System zur Fußgängererkennung als einziger Hersteller serienmäßig. Das schwierige Szenario, ein etwa durch parkende Autos zum Teil verdecktes Kind, das dann auf die Straße rennt, zu erkennen, meistert der Assistent von Audi. Das Erkennen von Radfahrern stellt allerdings noch ein Problem dar, und zwar für alle untersuchten Hersteller. Der Audi A4 kann zumindest den Crash mit einem sehr langsam fahrenden Radfahrer (8 km/h) verhindern. Die automatische Notbremsfunktion von Kia agiert am Tag solide. Einen Zusammenstoß mit einem Erwachsenen vermeidet der Bremsassistent bei einer Geschwindigkeit bis 45 km/h. In der Nacht reagiert das System eingeschränkt.

Volvo enttäuscht: Das System hat Probleme, den Dummy mit sich bewegenden Beinen zu erkennen. Eine Warnung erfolgt zwar, die Bremsung bleibt aber aus. Im Test mit einem statischen Dummy reagiert das System besser. Nachts schaltet der Assistent ab. Im ADAC-Test reagierte der V60 nicht auf den querenden Radfahrer-Dummy.

Mercedes hat eine akzeptable Notbremslösung auf dem Markt, die den Radfahrer zumindest erkennt. Aus bis 30 km/h wird der Unfall mit einem Erwachsenen vermieden, aus bis 25 km/h mit einem „verdeckten Kind“.

Der Assistent von BMW schaltet nachts ab. Der Notbremsassistent warnt nur und bremst leicht an. Er lässt sich außerdem mit einem Knopfdruck leicht deaktivieren und zeigt die Abschaltung nicht deutlich an. Und: Nach einem Neustart des Autos bleibt der Assistent ausgeschaltet. Alle anderen geprüften Systeme sind nach einem Neustart wieder aktiv.

auto motor und sport hat Notbremssysteme bereits im Mai 2015 getestet, die Ergebnisse lesen Sie hier.

Notbremssysteme könnten Zahl der Verkehrstoten drastisch reduzieren

Etwa 30 % der in Deutschland getöteten Verkehrsteilnehmer sind Fußgänger und Radfahrer (2015: 540 Fußgänger, 380 Radfahrer). In anderen Ländern ist dieser Anteil sogar deutlich höher. Studien zufolge könnten mit wirksamen Assistenten in der gesamten Fahrzeugflotte die Getöteten-Zahlen um bis zu 30 % reduziert werden. Seit 2016 gibt es bei Euro NCAP ein Testprocedere mit querenden Fußgängern bei Tag.

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