Alfa Romeo 4C

Erstkontakt mit dem Italo-Sportler

Alfa Romeo 4C, Seitenansicht Foto: Achim Hartmann 14 Bilder

Endlich lässt uns Alfa mal mit dem Alfa Romeo 4C für ein paar Stunden alleine. Doch die erste Begegnung mit dem 3,99 Meter kurzen Mittelmotor-Sportwagen strapaziert den Geduldsfaden nur noch stärker: Wann dürfen wir endlich fahren?

Automobile von Alfa Romeo in Kombination mit schnöden Produkteigenschaften wie etwa ordentlicher Sitzposition oder guter Ergonomie schließen sich bemerkenswert konsequent aus. Die Erwartungen an einen neuen Sportwagen der Italiener sind entsprechend zwiespältig, wenngleich der Alfa Romeo 4C mit ausgewogen-knackigen Proportionen und einem vielversprechenden Konzept – Mittelmotor, Carbon-Monocoque – nicht nur Fans der Marke nervös vor Vorfreude an den Fingernägeln knabbern lässt.

Alfa Romeo 4C
Italo-Sportler Alfa Romeo 4C 1:11 Min.

Vierzylinder bekommt es mit nur 895 kg Leergewicht zu tun

Also Tür auf, mit wenigen Kniffen aus dem Grundkurs I für angewandte Artistik über den breiten Schweller des Alfa Romeo 4C geklettert – und ein paar Millisekunden später beginnt das Unterbewusstsein nach dem Kugelschreiber zu suchen, um den Kaufvertrag zu unterschreiben. In dünnen, bequemen Schalensitzen liegt der Fahrer tief im Alfa Romeo 4C, greift das kleine, etwas dick ummantelte Dreispeichenlenkrad (keine Servounterstützung) und lässt beim Start das virtuelle Zentralinstrument aufflackern.

Ansonsten: eine kompakte Armaturentafel aus hartem Kunststoff, reichlich unverkleidetes Carbon, keine Teppiche, keine elektrische Sitzverstellung, kein ausuferndes Infotainment-Gewirr, allerdings auch kein Schalthebel. Ebenso ausschließlich wie das serienmäßige Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe im Alfa Romeo 4C: der Motor, ein 1,8-Liter-Turbotriebwerk mit 240 PS. In Anbetracht des versprochenen Trockengewichts von 895 Kilogramm dürfte dem Vierzylinder kaum jemand mangelnde Leistung vorwerfen, bereits im Stand verwahrt sich der Direkteinspritzer sonor bassend dagegen.

Alfa Romeo 4C ordnet sich Funktion unter

Markendirektor Louis-Carl Vignon zeigt sich überzeugt, dass künftige Kunden den Alfa Romeo 4C tatsächlich bis ans Limit heranführen wollen: "Deshalb verfügt das D.N.A.-System erstmals über eine Race-Funktion, bei der das ESP deaktiviert ist." Glaubt die Elektronik jedoch, dass der Fahrer nicht mehr Herr seines Autos ist, greift sie ein. Und die elektronische Differenzialsperre bleibt ohnehin immer aktiv. Warum kein mechanisches Bauteil? Die beschönigende Antwort: aus Gewichtsgründen. Die ehrliche Antwort: aus Kostengründen.

Tatsächlich orientiert sich der Alfa Romeo 4C stark an der Funktion, viele Details verdanken ihre Existenz der Homologation für den US-Markt. Sie bestimmt unter anderem die minimale Einbauhöhe des Abblendlichts und seinen Abstand. "Daraus ergab sich wiederum die Anordnung der Tagfahrleuchten", erklärt Designer Alessandro Maccolini. "Durch die geringe Höhe mussten die Außenspiegel exakt dort positioniert werden, wo sie jetzt sind."

Er beteuert, dass wirklich alles am Alfa Romeo 4C der Funktion untergeordnet sei – mit der Vorgabe, dass sich das Design nicht allzu weit von dem der 2010er Studie entfernen sollte. Technisch haben Showcar und Serienmodell jedoch nichts gemeinsam. Maccolini: "Bei der Studie hatten wir keine Zeit, irgendwelche länderspezifischen Homologationen zu berücksichtigen. Das mussten wir alles nachholen."

Damit trotzdem die Kosten im Rahmen blieben, bekommen neben dem Antrieb zahlreiche Komponenten anderer Konzernmodelle mit dem Alfa Romeo 4C ein hübsches neues Heim. Spiegel und Seitenleuchten: US-Fiat 500, die dritte Bremsleuchte vom Brera, die Leuchten im Diffusor vom Lancia Delta. Keines davon beherbergt seinen Fahrer jedoch nur annähernd mit einer derart verbindlichen Umarmung wie der Alfa Romeo 4C.

Vor- und Nachteile des Alfa Romeo 4C

+ voraussichtlich niedriges Leistungsgewicht
+ gute Platzverhältnisse
+ bequeme Sitze
+ akzeptables Preisniveau
+ kompakte Maße
- ausschließlich mit Doppelkupplungsgetriebe lieferbar
- nur elektronisches Sperrdifferenzial
- kein Basismotor vorgesehen

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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