Vergessene Conceptcars - Alfa Romeo Carabo von Bertone

Ein Kindheitstraum in 1:75

Alfa Romeo Carabo Foto: Bertone 21 Bilder

Der Alfa Romeo Carabo war 1968 der Star auf dem Pariser Autosalon. Zu früh für mich. Mein Herz eroberte der Bertone-Keil erst Jahre später als Spielzeugauto im Maßstab 1:75.

Er war der Star meiner Matchboxsammlung, na ja, zumindest eine ganze Zeit lang. Weil er einfach super aussah. Von ihrer Ausstrahlung hat die von Marcello Gandini - der hatte zuvor schon die Lambo-Modelle Miura und Marzal in Form gebracht - gezeichnete Bertone-Studie bis heute nichts verloren. Verloren gegangen ist nur meine Miniatur, das Original hat überlebt und steht heute restauriert im Museo Storico in Arese.

Alfa Carabo als Urmeter für Countach und Stratos

Was mit dem Alfa Carabo bei Bertone auf dem Stahlrohr-Fahrgestell eines Alfa 33 Stradale entstand, war in vielen Punkten richtungsweisend. Die extreme Keilform fand später im Lancia Stratos ihren Weg in die Serie. Die vorne angeschlagenen Fallbeiltüren machten den Lamborghini Countach unvergesslich und sind heute fester Bestandteil im Repertoire von Supersportlern und Hobby-Tunern. Wegweisend waren auch die großen seitlichen Belüftungskiemen hinter den Türen, die mächtige, geschuppte Motorabdeckung sowie die filigranen Jalousien vor den Hauptscheinwerfern.

Auch wenn der 4,17 Meter lange und 1,78 Meter breite Alfa Carabo aus heutiger Sicht immer noch extrem dynamisch anmutet, wirkt sein Zweiliter-V8-Motor, der als reinrassiger Rennmotor das Licht der Welt erblickte, von den reinen Leistungswerten rückblickend eher bescheiden. 230 PS quetschte der extrem kurzhubig ausgelegte Einspritzer bei 8.800/min. in der Straßenversion aus seinen Brennräumen. Die weiter verschärfte Rennversion leistete bis zu 270 PS. Die Drehmomentkurve gipfelte bei 7.000/min bei 183 Nm.

Carabo wiegt nur 1.000 kg

Ein Sechsganggetriebe reichte die Kraft an die Hinterräder weiter. Da der Alfa Carabo aber nur knapp einen Meter hoch ist - auch ein Verdienst der nur 13 Zoll großen Campagnolo-Felgen - und nur 1.000 kg auf die Waage bringt, sollen dennoch 250 km/h Spitze und eine Spurtzeit von 6,5 Sekunden drin gewesen sein.

Aber warum nannte Bertone den Carabo überhaupt Carabo? Der Name leitet sich von der Käferart Scarabäus ab, der wiederum wie der Carabo in Grün und Rotgold schimmert.

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