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Alonso erpresste McLaren

Foto: dpa

Update + + Seit einer Woche wird gerätselt, wer dem Weltverband den Tipp gab, dass auch die Fahrer in die Spionageaffäre verwickelt sein könnten. McLaren hat jetzt zugegeben, dass man selbst der FIA den ersten Hinweis gab.

15.09.2007 Michael Schmidt Powered by

Teamchef Ron Dennis hatte am Sonntagmorgen des GP Ungarn FIA-Präsident Max Mosley in Kenntnis gesetzt. Ihm sei zu Ohren gekommen, dass es neue Fakten in diesem Fall geben könnte. Um was genau es sich handelt, wisse er aber nicht.

Der Selbstanzeige vorausgegangen war ein kleiner Erpressungsversuch von Fernando Alonso. Der Spanier hatte seinen Chef aus Ärger über die Zurückstufung in der Startaufstellung wegen der Blockade von Teamkollege Lewis Hamilton im Abschlusstraining seinen Chef offenbar vor die Wahl gestellt. "Entweder du lässt mich aus dem Vertrag, oder ich packe in der Spionageaffäre aus. Ich habe auf meinem Computer e-mails mit Informationen von einem Ingenieur."

Alonso wollte auf Nachfragen aber nicht ins Detail gehen. McLaren-Direktor Martin Whitmarsh gab seinem Chef den Rat, sofort die FIA in Kenntnis zu setzen. Die FIA ließ den Vorfall vier Wochen lang ruhen. Erst dann gab es von einem weiteren Informanten Einzelheiten zu Alonsos Andeutungen. Die Identität der Person ist weiter nicht geklärt. Alonso war es jedenfalls nicht. Der Weltmeister bereute seine Drohung noch am selben Tag. Ron Dennis verrät: "Nach dem GP Ungarn kam er in meinem Büro und hat sich entschuldigt. Ich habe seine Entschuldigung akzeptiert." Auf die Frage, ob er schon einmal so von einem Fahrer unter Druck gesetzt worden sei, meinte Dennis: "Ich habe schon schlimmeres erlebt."

Auch Kimi Räikkönen hatte sich in den Fall eingeschaltet. Der Finne lieferte eine schriftliche Erklärung ab, die bei der Weltratssitzung am 13. September in Paris verlesen wurde. Räikkönen plauderte dabei aus dem Nähkästchen. In seiner McLaren-Zeit habe er mitbekommen, dass sein Team die Funksprüche von Ferrari abhören würde. Aus Sicht von Ferrari ist das ein untaugliches Argument. Der Rennstall aus Maranello hört seit Jahren bei seinen Gegnern den Funk ab. Besonders die emotionalen Ausbrüche von Juan Pablo Montoya am Boxenfunk sorgten in Maranello immer wieder für Heiterkeit.

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