Leasingrückgabe

Licht in die Blackbox

Lack, Politur Foto: Frank Herzog

Beim Kfz-Leasing ist die Fahrzeugrückgabe für Kunden ein besorgniserregendes Thema. Für manch einen Interessenten sind die Erzählungen über horrende Nachzahlungen sogar ein Grund, von vornherein auf das Leasing zu verzichten. Geben wir also ein wenig Licht in die Blackbox, um die Sorge zu relativieren.

Dabei wollen wir gar nicht verschweigen, dass es sie gibt: Unseriöse Leasinganbieter, die bei der Fahrzeugrückgabe versuchen, auch „typische Abnutzungen und Gebrauchsspuren“ in Rechnung zu stellen, also jene leichte Kratzer oder vereinzelte, kleinere Steinschläge, die laut Vertrag keine Zusatzkosten verursachen dürften.

Sie sollten deshalb bei der Wahl des Leasinganbieters vor Vertragsabschluss intensiv prüfen, auf wen Sie sich einlassen. Bindet er für die Rückgabe Gutachter von unabhängigen Stellen wie der DEKRA oder dem TÜV ein, ist das ein gutes Zeichen. Auch sollte er einen detaillierten Schadenkatalog vorhalten, in dem möglichst exakt definiert ist, wo die Grenze zwischen kostenfreien Gebrauchsspuren und kostenpflichtigen Schäden verläuft.

Einen von der TÜV Süd Auto Plus GmbH entwickelten Schadenkatalog finden Sie auf der Seite von Sixt Leasing: https://www.sixt-leasing.de/kundencenter/downloads/schadenkatalog

Hilfreich ist zudem, sich für einen Anbieter zu entscheiden, dessen Hauptbetätigungsfeld das Kfz-Leasing ist. Ihm ist meist eine langfristige Kundenbindung wichtiger als ein kurzfristig verdienter Euro. Sind oben genannte Voraussetzungen erfüllt, verläuft die Rückgabe auch in aller Regel so, wie Sie es sich wünschen: Reibungslos und ohne die Berechnung ungerechtfertigter Kosten.

Folgendes Beispiel zeigt den Ablauf einer gewöhnlichen Kfz-Rückgabe auf:

1. Etwa 3 Monate vor Ablauf des Leasingvertrages

Sie erhalten eine schriftliche Mitteilung über den Leasing-Endtermin. Darin enthalten ist in aller Regel der Hinweis, einen konkreten Rückgabetermin zu vereinbaren. Erfolgt die Fahrzeug-Begutachtung nicht automatisch zusammen mit der Rückgabe, müssen Sie sich gegebenenfalls um einen gesonderten Gutachtertermin kümmern. Die Begutachtung erfolgt dann häufig auch an einem anderen Ort als die Rückgabe. Der Gutachtertermin muss natürlich vor dem Rückgabedatum liegen.

2. Etwa 1 Monat vor dem Gutachtertermin

Prüfen Sie, ob vor dem Termin noch eine Inspektion oder Hauptuntersuchung (HU) fällig ist. Lassen Sie diese ggf. durchführen, da diese sonst nachträglich in Rechnung gestellt werden. Auch ein Blick in den (hoffentlich vorhandenen) Schadenkatalog hilft, um jetzt noch eindeutige Schäden und von Ihnen zu regulierende Verschleiße zu beheben. Ein typisches Beispiel sind die Reifen. Sie dürfen bei der Abnahme eine vorgegebene Profiltiefe nicht unterschreiten. Sie müssen das Fahrzeug übrigens immer auf den Rädern zurückgeben, mit denen Sie es erhalten haben. In aller Regel sind das die Sommerreifen auf der Originalfelge. Haben Sie vor der Rückgabe bereits Schäden an dem Fahrzeug reparieren lassen, sollten Sie unbedingt den Leasinganbieter darüber informieren, da dies im Falle des Verschweigens eine Strafzahlungen mit sich bringen kann.

3. 1 Tag vor der Begutachtung

Nun ist es empfehlenswert, den Wagen außen und innen gründlich zu reinigen. Ein sauberes Fahrzeug wirkt sich immer positiv auf die Endbewertung aus. Bei einem stark verschmutzten Auto kann der Sachverständige sogar eine Begutachtung ablehnen.

Sammeln Sie zudem alle für die Begutachtung und Abgabe erforderlichen Dokumente und Gegenstände zusammen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Zulassungsbescheinigung Teil 1 (Fahrzeugschein)
  • Nummernschilder
  • Das vollständig ausgefüllte Serviceheft
  • Der komplette Satz Fahrzeugschlüssel
  • Sonstiges Zubehör (Bedienungsanleitung, Code-Karten, Kabel / Adapter, Navigations-CD usw.)

Grundsätzlich gilt, dass alles, was sich bei der Fahrzeugübernahme im und am Auto befunden hat, bei der Rückgabe wieder an seinem Platz sein muss. Ebenso müssen Sie alle darüber hinausgehenden Gegenstände inklusive Ein- und Umbauten rückstandslos entfernen.

4. Tag der Begutachtung

Fahren Sie Ihr Leasingfahrzeug pünktlich zum vereinbarten Abnahmeort und nehmen die erforderlichen Unterlagen und Gegenstände zur Überprüfung mit. Die Begutachtung sollte in Ihrem Beisein erfolgen. Wenn Sie sich sicherer fühlen, nehmen Sie einen Zeugen mit. Achten Sie darauf, dass die beanstandeten Schäden im Rücknahmeprotokoll möglichst exakt beschrieben werden (z.B. Lage und Ausmaß von Kratzern und Beulen). Machen Sie von strittigen Schäden Fotos und lassen sich Ihren Einwand im Abnahmeprotokoll vermerken. Ist das Protokoll vollständig ausgefüllt, unterschreiben Sie es und lassen sich den Durchschlag geben.

5. Abgabe des Fahrzeugs

Erfolgt die Abgabe des Leasingfahrzeugs unabhängig von der Begutachtung, fahren Sie es nun zum vereinbarten Rückgabeort. Dort geben Sie die notwendigen Unterlagen und Fahrzeugschlüssel ab. Die Endabrechnung, ggf. mit der detaillierten Schaden- und Kostenaufstellung, erhalten Sie per Post.

Fahrzeugaufbereitung: ja oder nein?

Ob Sie das Fahrzeug vor der Rückgabe professionell aufbereiten oder kleine Schäden mit der beliebten Smart Repair-Methode beheben lassen, liegt in Ihrem Ermessen. Bedenken Sie, dass der Leasinggeber bei der Endabrechnung nicht die tatsächlichen Kosten für die Schadensbehebungen in Rechnung stellt, sondern nur den überdurchschnittlichen Verschleiß. Des Weiteren muss dieser über Aufbereitungen, bei denen Bauteile lackiert werden, stets informiert werden. Die Investition kann sich unter dem Strich lohnen, garantiert ist das aber nicht.

Mit 35 Marken und mehr als 400 Modellen ist Sixt Neuwagen als Online-Plattform der Sixt Leasing SE der größte unabhängige Online-Leasing-Anbieter für Privat- und Gewerbekunden in Deutschland.

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