Artega Scalo Superelletra in Genf

Comeback mit Elektro-Sportwagen und 1.020 PS

Artega Scalo Superelletra Foto: Newspress 6 Bilder

Artega will's wieder wissen und rollt mit dem Scalo Superelletra einen Elektro-Sportwagen nach Genf. Der Dreisitzer soll mit vier E-Motoren 1.020 PS leisten.

Klaus Frers, Chef des Zulieferers Paragon, hat schon 2009 den Artega GT auf die Räder gestellt. Er ist also vom Fach, weshalb sein ehrgeiziges Projekt Artega Scalo Superelletra nicht nur theoretisch realisierbar wäre – im Frühjahr 2019 sollen die ersten von insgesamt 50 Exemplaren ausgeliefert werden.

Batterie von Voltabox

Scalo Superelletra. Die Bezeichnung ist zusammengesetzt aus dem Namen eines erfolgreichen westfälischen Galopphengsts (Scalo) sowie einer Kunstschöpfung aus Superleggera (superleicht) und elettrica (elektrisch). Für Frers symbolisiert das die deutsch-italienische Zusammenarbeit: Das Design stammt von Touring Superleggera aus Mailand, die Technik im Wesentlichen von Frers Firmen Paragon, dem Zulieferer für Autoelektronik, und Voltabox, dem Hersteller von Batteriesystemen.

Artega Scalo Superelletra
Comeback mit Elektro-Sportwagen und 1.020 PS 1:14 Min.

Zur Erinnerung: Nachdem ein mexikanischer Investor 2009 die Mehrheit von Artega übernommen hatte, musste das Unternehmen 2012 Insolvenz anmelden. Frers kaufte die Vermögenswerte aus der Insolvenz, holte sich damit seine ehemalige Firma sozusagen wieder zurück und veräußerte die Produktionslinie samt Werkzeugen des Artega GT an den amerikanischen Autobauer Saleen. Mit diesen Erlösen will er den Scalo Superelletra bauen.

Supercar statt Porsche-Schreck

Frers will diesmal allerdings keinen kleinen, gedrungenen Porsche-Schreck bauen, sondern ein dreisitziges Elektro-Supercar mit 750 kW oder umgerechnet 1.020 PS sowie 1.620 Nm. Es hat etwa die Abmessungen eines Ferrari 488 GTB, wird in Genf präsentiert und soll zwischen einer halben und einer Million Euro kosten. Schwindelerregende Leistungsdaten, kombiniert mit einem schwindelerregenden Kaufpreis.

Diese Kombination würde den Elektro-Artega in die Liga der Supercars heben. Die 750 kW sollen vier eigens entwickelte Elektromotoren bereitstellen, je zwei pro Achse. Ein Pärchen ist dabei im Heck montiert, davor sitzt die Batterie – ebenfalls eine Entwicklung von Voltabox. Das Lithium-Ionen-System soll 120 kWh leisten, eine Nominalspannung von 800 Volt liefern und eine Reichweite von rund 500 Kilometern garantieren. Mit dem für 2020 geplanten Gleichstromladenetz stellt Frers 17 Minuten fürs Einsaugen von 80 Prozent der Kapazität in Aussicht. Und er verspricht einen Null-auf-hundert-Wert von 2,7 Sekunden sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h.

Artega GT im Test
Reife Leistung dank Leichtbau

Neben diesen Hyperdaten sticht noch etwas ins Auge: die Dreisitzigkeit des Scalo Superelletra. Somit erklärt sich die Notwendigkeit des relativ langen Radstands von 2.800 Millimetern. Die Sitze sind in einer Art umgekehrtem V angeordnet mit dem Fahrer vorn und den beiden Passagieren schräg hinter ihm.

Kohlefaser und Aluminium

Ein Monocoque aus kohlefaserverstärktem Kunststoff bildet das Rückgrat des Artega, Radaufhängung und Motoren sollen in Hilfsrahmen aus Stahl verankert werden. Als Reminiszenz an die automobile Handwerkskunst sieht Frers für die Außenhaut Aluminium vor – gefertigt von einem noch zu bestimmenden Karossier aus Italien. Die Endmontage soll im Artega-Werk in Delbrück stattfinden, so die Planung. Das Showcar für die Messe in Genf entsteht gerade bei Touring Superleggera. Es zeigt ein ruhiges, unaufgeregtes Design ohne Sickenkantenknick-Spielereien.

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