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Aston Martin RapidE

1.000-PS-Elektrosportwagen startet ab 2019

Aston Martin Rapid E Foto: Aston Martin 18 Bilder

Aston Martin hatte 2015 in London mit dem RapidE Concept einen Ausblick auf einen Elektro-Rapide gegeben. Jetzt wurde der Bau des Elektrosportwagens offiziell bestätigt. Kommen soll er 2019.

12.12.2017 Holger Wittich, Uli Baumann, Andreas Of 1 Kommentar

Aston Martin wird 2019 sein erstes Elektroauto auf den Markt bringen, das hat der Sportwagenhersteller jetzt offiziell angekündigt. Vom Aston Martin RapidE sollen allerdings nur 155 Exemplare gefertigt werden. Die Stückzahl weist auf die Höchstgeschwindigkeit hin: 155 Meilen pro Stunde soll der RapidE fahren, das sind 248 km/h. So schnell solle der Elektrosportwagen auch über längere Zeit fahren können, sagt John Caress, der bei Aston Martin als Vehicle Line Director für Rapide, Hypercar und Heritage verantwortlich ist.

Unter vier Sekunden von 0-96 km/h

Wie groß der Akku sein wird und wie stark der Motor? Da wird der höfliche und eloquente Brite schmallippig: No comment. Noch nicht. Die britische „Autocar“ geht von 1.000 PS aus. Ein Elektrosportwagen dieser Leistung und mindestens 320 Kilometern Reichweite bräuchte einen Akku von 80 bis 100 kWh. Fest steht schon, dass es ein flüssigkeitsgekühlter Lithium-Ionen-Akku sein wird. Möglich ist, dass Williams Advancend Engineering dafür Komponenten seines Electric-Vehicle-Concepts nutzt. Dessen Akkus sind in rechteckige Einzelpakte aufgeteilt und von Carbonstrukturen ummantelt. Bei der Größe und Form des Akkus sind jedoch Kompromisse absehbar, denn Aston Martin möchte dafür die bestehende Struktur des Rapide nutzen.

Aston Martin gründet AMRBriten mit Performance-Tochter

Ein bisschen was erzählt Caress dann noch: in unter vier Sekunden soll der RapidE von null auf 60 Meilen pro Stunde beschleunigen können – und zwar mehrmals hintereinander. Auch für eine Runde Nordschleife soll der Akku reichen. Doch das ist für uns zunächst Theorie. Die Praxis sieht noch anders aus: Vor uns steht ein Rapide, der bis auf einige Aufkleber und Leuchtdioden serienmäßig aussieht.

Limitiert auf 155 Stück

Aston Martin Rapid E Foto: Aston Martin
Aston Martin nutzt den Viertürer Rapide als Versuchsträger für den Elektro-Antrieb.

Der Viertürer soll einen Eindruck davon vermitteln, wie ein elektrisch angetriebener Aston Martin fahren könnte. Mit dem späteren Auto, das 155 Kunden kaufen können, hat das Erprobungsfahrzeug grob gesagt nur zwei Gemeinsamkeiten: Das Chassis eines Rapide und die Tatsache, dass es elektrisch angetrieben ist. Bis zum Start der Kleinserie werden die Akkus noch umziehen, aktuell sitzen sie exakt dort, wo Rapide-Fahrer sonst den Sechsliter-V12 sehen: unter der Fronthaube. Die Akkus sind übrigens etwa so schwer wie der V12, verrät ein Ingenieur. Das Serienauto soll in Gewicht und dessen Verteilung dem Serien-Rapide entsprechen. „Einige Hundert Kilo“ würde der Antriebsstrang aus V12, Transaxle-Welle, Getriebe und Differenzial wiegen. Mehr sollen auch Akku und Elektroantrieb nicht auf die Waage bringen.

Probefahrt im Elektro-Aston Martin

Wie schwer der Prototyp ist? Sie ahnen es: freundliches Kopfschütteln, no comment. Der Serien-Rapid wiegt 1,99 Tonnen und vom Gefühl kommt das hin: Leichtfüßig biegt der Prototyp gewiss nicht ums Eck. Die Lenkung rubbelt ein wenig; das liege an der elektrischen Servolenkung, die hier statt der hydraulischen aushelfe, erklärt der begleitende Ingenieur. Zwei Jahre vor Serienstart ist das egal, heute geht es um den Antrieb. Und dem gelingt es spielend, die 20-Zoll-Hinterräder auf dem feuchten Asphalt wegschmieren zu lassen. Ein Traktionskontrolle gibt es noch nicht.

Bildschirm statt Zeiger, Surren statt Summen

Statt der hübschen Uhren mit gegenläufigen Zeigern zeigt ein kleiner Bildschirm die Geschwindigkeit an. Außerdem stehen dort in sachlichen, weißen Ziffern die Außentemperatur und die Akkuladung. Ansonsten entspricht die Bedienung der eines Serien-Rapid, auch die Platzverhältnisse sind identisch. Die Geräuschkulisse ist es nicht: Abgesehen vom tiefen Surren des Elektroantriebs ist der Prototyp erstaunlich leise. Das klingt eher nach Nissan Leaf als nach einem GT mit V12-Motor, der je nach Leistungsanforderung mal summt und mal faucht.

Basis ist der Rapide AMR

Als Basis für den Elektrosportler dient der Aston Martin Rapide AMR, eine für den Sporteinsatz erleichterte und optimierte Version des Viertürers. In diesem wird der V12-Motor durch einen rein elektrischen Antriebsstrang ersetzt. Als Systempartner ist Williams Advanced Engineering mit im Boot.

Im April 2017 hatten chinesische Medien berichtet, Aston Martin soll die Partnerschaft mit LeEco beendet haben. Dieses wiederum ist über seinen Eigentümer Jia Yueting ganz eng mit dem Elektrosportwagenbauer Farady verbandelt. Gründe für die Trennung wurden nicht genannt. Vermutet wird aber, dass das Lösen der erst 2016 geschlossenen Kooperation mit der finanziellen Schieflage der Chinesen zu tun hat.

Aston Martin RapidE Skizzen Elektroauto Foto: Aston Martin
Die ersten Skizzen des Elektrosportwagens zeigen blaue Akzente.

Auf den schon veröffentlichten Skizzen präsentiert sich der RapidE nur mit kleinen Abweichungen von normalen Rapide. Die Motorhaube ist wie beim AMR-Modell stark perforiert, dafür wirkt der ursprüngliche Kühlergrill großflächig verschlossen. Markant wirken ein blau gehaltener Längsstreifen über die komplette Karosserie in Längsrichtung sowie der ebenfalls mit einer blauen Linie eingefasste Kühlergrill und blaue Leisten an den Seitenschwellerverkleidungen.

Aston Martin RapidE soll 320 km Reichweite haben

Der E-Sportwagen wurde als Studie erstmals im Rahmen eines Meetings der britischen Königsfamilie mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping gezeigt. Maßgeblich beteiligt an der Umsetzung des RapidE Concepts war die britische Firma Williams Engineering. Sie verbaute in der Heimstatt des 6,0-L-V12-Motors ein Batteriepack, das den allradgetriebenen Sportler über 320 Kilometer rein elektrisch fahren lässt. Nach Angaben der britischen „Auto Car“ soll der Aston Martin RapidE zwei E-Motoren mit einer Leistung von über 1.000 PS haben.

Für 2019 ist der Marktstart geplant, dann soll der elektrisch angetriebene Rapide die CO2-Bilanz des Autobauers deutlich drücken. Auch der Geldbeutel wird kräftig gedrückt. Der Preis dürfte sich im Bereich von rund 275.000 Euro bewegen.

Neuester Kommentar

Rapide ist doch kein Sportwagen... wo habt ihr eure Klassifizierungen her? Das ist sehr unprofessionell.

Bunt 12. Dezember 2017, 17:47 Uhr
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