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Audi-Ökostrom-Projekt

Auto und Haushalt als Stromspeicher

01/2018, Audi Ökostrom Feldversuch Foto: AUDI AG

In Zusammenarbeit mit dem Start-up Ampard erprobt Audi ein intelligentes Stromnetz, bei dem das elektrifizierte Auto natürlich ein wichtiger Bestandteil ist.

23.01.2018 Bernd Conrad Powered by

Nicht nur der Straßenverkehr und seine Antriebstechnologien werden sich in den kommenden Jahren stark verändern, auch der Umgang mit Energie wird einem Wandel unterzogen.

So wie Diesel und Benzin heute aus der Zapfpistole an der Tankstelle fließen saugen Smartphone, Fernseher und der Wasserkocher den Strom aus der Tankstelle. Über die Herkunft oder die Verfügbarkeit des Energieträgers machen sich die wenigsten Menschen Gedanken.

Mehr Bewusstsein für die Stromnutzung

Wenn bald eine wachsende Anzahl von Elektroautos allabendlich am Stromnetz hängt, um Elektronen in den Batteriespeicher zu sortieren, erfordert das mehr Bewusstsein für die Stromnutzung.

Das Elektroauto, dann sicherlich das Gerät mit dem größten Strombedarf im Haushalt, muss als Teil eines vernetzten Systems gesehen werden. Solarzellen auf dem Haus- oder Garagendach, ein Stromspeicher im Haus, der zu Zeiten geladen wird, an denen das Netz wenig belastet ist und auch das Auto selbst als Zwischenspeicher mit bidirektionaler Funktion (Laden und Abgeben von Strom) rücken dann in den Fokus.

Der Autohersteller Audi testet ein intelligentes Energienetzwerk für private Haushalte in einem Pilotprojekt, sowohl in Ingolstadt als auch in der Region Zürich.

Eine Steuerungssoftware, die vom Schweizer Start-up Ampard entwickelt wurde, regelt die Verteilung von Strom, den Photovoltaikanlagen aus dem Sonnenlicht gewonnen haben, an stationäre Batterien für den Haushalt mit der Heizung und das Elektroauto oder den Plug-in Hybriden.

Interaktion mit dem öffentlichen Stromnetz

Außerdem wird eine Interaktion mit dem öffentlichen Stromnetz hergestellt, womit ein virtuelles Kraftwerk entsteht. Überschüssiger Strom wird in das Netz eingespeist, zum Beispiel an Tagen mit langem Sonnenschein und wenn im Haushalt wenig Strom benötigt wird.

Der positive Nebeneffekt für den Nutzer: Durch die Bereitstellung von Strom aus Sonnenlicht und die teilweise Einspeisung in das öffentliche Netz sinken die Energiekosten. Da die Strompreise kontinuierlich steigen und das wohl auch in Zukunft tun werden, durchaus eine willkommene Begleiterscheinung.

Dem stehen natürlich Anschaffungs- und Installationskosten für die Solarzellen und Batterien entgegen. Mit dem Feldversuch möchte Audi noch keine Preiskalkulation starten, ein mögliches Angebot für Kunden ist auch noch in weiter Ferne.

Autohersteller suchen nach neuen Geschäftsfeldern

Es geht den Ingolstädtern vielmehr darum, zu zeigen, dass man seine Rolle in Zukunft auch jenseits des reinen Autobauers sieht. Das ist weit weniger innovativ als das Projekt selbst, denn die Vision des umfassenden Dienstleisters für alle Aspekte der Mobilität und ihrer Nebenschauplätze wird aktuell von allen Autoherstellern laut gedacht.

Neuester Kommentar

Hoffentlich wird sich bald die Erkenntnis durchsetzen, dass Elektroautos - wie andere elektrische "Geräte" auch - von genormten, auswechselbaren Batterien enorm profitieren können. Man muss nicht unbedingt ein Leihsystem einführen, aber allein schon die Möglichkeit zu Hause eine zweite Batterie langsam solar aufladen zu können und diese eventuell in einem zweiten Batterieschacht auch gelegentlich mitnehmen zu können, sollte schon Argument genug sein. Hinzu käme der Vorteil, eine alte Batterie im Austausch in ein paar Jahren via Recyling relativ preiswert durch eine neue, bessere Batterie ersetzen zu können. Viele Interessenten warten einfach nur deshalb noch mit ihrem Elektroauto-Kauf weil sich die Batterietechnik so rasend schnell verbessert, die Autos jedoch nicht.

jpnyc 23. Januar 2018, 13:00 Uhr
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