Audi, Porsche, VW

Die Zukunftspläne des VW-Konzerns

VW Passat Foto: Schulte 10 Bilder

Audi, VW und Porsche rücken enger zusammen. Die Neuauflagen von VW Passat und Audi A3 sind Pflicht, Porsche-Varianten wie Panamera Cabrio und RS Spyder Kür.

Martin Winterkorn verschlägt es selten die Sprache. Nur in Shanghai wirkt der VW-Vorstandsvorsitzende einen Moment ratlos: Sein überraschender Besuch bei der Panamera- Premiere führt dazu, dass eine Journalistin ihn mit dem fehlenden Porsche-Chef Wiedeking verwechselt und fragt, ob der Sportwagenhersteller nun öfter solche Präsentationen in Asien plane. Ein VW-Chef, der für Porsche spricht? Dafür ist es noch zu früh, auch wenn Wendelin Wiedeking wackelt und hinter den Kulissen eifrig die Fäden für eine Machtübernahme durch VW gezogen werden.

Porsche als zehnte Marke unter dem Dach des großen VW-Konzerns - diese neue Konstellation würde dazu führen, dass künftig alle enger zusammenrücken müssten. Das Verhältnis zwischen den Entwicklungsvorständen gilt bereits als unkompliziert-respektvoll, und so klingt es durchaus realistisch, wenn Porsche-Technikchef Wolfgang Dürheimer versichert, dass er sich "auf der Panamera-Plattform, die wir komplett neu entwickelt haben, gut ein VW- oder Audi-Produkt vorstellen kann". Logisch, denn damit würden auch die Entwicklungskosten der kleinen Sportwagenschmiede gesenkt.

Porsche Panamera 1:56 Min.

Porsche Panamera Cabrio mit Stoffdach

Um mit dem Porsche Panamera auf Stückzahlen zu kommen, gibt es aber zunächst Pläne für eine zweitürige Cabriovariante mit Stoffdach. Die Entwicklung eines offenen Viertürers wurde wieder verworfen, weil ein Cabrio dieser Größenordnung nur schwer mit verwindungssteifer Karosserie zu realisieren ist. Insgesamt will Porsche das renditeträchtige Spiel mit Varianten hier in einem ähnlichem Umfang betreiben wie beim 911, den es in 14 Abwandlungen gibt.

Falls VW-Konzernchef Martin Winterkorn künftig bei Porsche das Sagen haben sollte, lässt auch der Panamera 3.0 Diesel (240 PS) nicht mehr lange auf sich warten. Ein verbrauchsarmes Triebwerk dürfte den Absatz des Fünf-Meter-Coupés in einer Zeit, in der das Segment um 40 Prozent eingebrochen ist, sicher beflügeln. Wiedeking hingegen hatte sich als bekennender Dieselfeind schon beim Cayenne lange gesträubt, einen Selbstzünder ins Programm zu nehmen.

Neuer Supersportwagen im Stile des Porsche RS Spyder

Doch selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bleibt Platz für Supersportwagen-Pläne, mit denen Porsche an den Erfolg des Carrera GT anknüpfen will: Vorbild ist dieses Mal der RS Spyder aus der American Le Mans-Serie, aus dem eine Straßenvariante entstehen soll - mit kohlefaserverstärktem zweisitzigem Monocoque und einem 3,4-Liter-V8-Motor, der es im Renneinsatz auf 480 PS bringt. Das in limitierter Stückzahl aufgelegte Modell überragt mit einer Länge von 4,65 Meter den 911 um rund 20 Zentimeter, ist mit zwei Metern aber auch knapp 20 Zentimeter breiter. Die Höhe beläuft sich auf 1,10 Meter. Einen kleinen Mittelmotor-Roadster, wie ihn VW in Detroit vorgestellt hat, soll es bei Porsche dafür nicht geben: "Das ist für uns nicht interessant", so Entwicklungsvorstand Dürheimer. "Wenn ein Baby-Porsche - ganz gleich ob als Sportwagen oder kleiner SUV - irgendwann an jeder Straßenecke stünde, würden wir weder der Marke noch unserer Marge etwas Gutes tun. Unterhalb des Boxster wird es nach aktuellem Planungsstand kein weiteres Modell geben." Auch gut - so bleibt Platz für ein kleines Audi-Cabrio auf Augenhöhe mit dem Mazda MX-5.  

Audi A3 mit neuen Dreizylinder-Motoren

Die Premiumtochter kommt als erste in den Genuss des neuen quermodularen Baukastens für den neuen Audi A3 (ab 2011), der nicht nur in Länge und Höhe variabel sein soll, sondern auch in der Breite und hinsichtlich der Radgrößen. Neu im Angebot für den Kompaktwagen sind Dreizylinder als Benziner (60 und 75 PS) und Diesel (75 PS), die zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes auch im Golf einziehen werden. Mit Hilfe des Selbstzünders soll eine A3-Sparversion einen CO2-Ausstoß von unter 100 g/km schaffen.

Darüber hinaus profitiert der Kompaktwagen vom hauseigenen Elektronikbaukasten und übernimmt Müdigkeitssensor, Spurhaltesystem und Tote-Winkel-Überwachung von den größeren Baureihen. Der praktische Parkassistent stammt vom VW Touran. Fit für die Zukunft wird auch das Multimediasystem mit dem Modellwechsel gemacht: Es umfasst künftig eine integrierte Festplatte, bietet bessere Rechnerleistung und soll bis dahin reif für einen Internet-Zugang sowie -Radio sein.

Neuauflage des VW Passat kommt Ende 2010

Neue Extras auch im nächsten VW Passat: Dazu zählen ein lasergestützter Abstandsregeltempomat, eine überarbeitete Lenkradgeneration mit neuen Multifunktionstasten sowie eine Rückfahrkamera. Die Neuauflage (Ende 2010) basiert im Gegensatz zum A3 noch auf der alten Plattform, die hier die Kennziffer PQ46 trägt, und legt in der Länge kaum zu. Im Mittelpunkt steht die Reduzierung des Verbrauchs durch bedarfsgerecht gesteuerte Nebenaggregate, Bremsenergierückgewinnung, Leichtlaufreifen und ein Navigationssystem, das die verbrauchsgünstigste Route vorgeben kann.

Die Common-Rail-Diesel gibt es mit 1,6 und zwei Liter Hubraum (105 bis 170 PS), wobei die stärkeren Varianten auch mit harnstoffhaltigem SCR-Kat zu haben sind, der für die Einhaltung der strengen Abgaslimits der Euro 6 sorgt. Die Benziner leisten 122 bis 200 PS im Zweiliter-TSI.

Über Limousine, Kombi und dem viertürigen Coupé CC bleibt noch Luft für ein größeres Modell, das langfristig den Phaeton ersetzen könnte. Entwicklungschef Hackenberg denkt an einen VW-Ableger des Audi A7, Porsche-Kollege Dürheimer vielleicht eher an den Einsatz seiner Panamera-Plattform. Sicher ist: Bei der Beantwortung dieser Frage wird es VW-Chef Winterkorn nicht die Sprache verschlagen.

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