Neuer Audi Q3 (2018) Fahrbericht

Alle Infos, Bilder, Daten zum Kompakt-SUV

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Vom ersten Q3 hat Audi seit 2011 über 1,1 Millionen verkauft, nun ist es Zeit für einen Nachfolger. Der neue Q3 kommt im Herbst 2018 und sieht dem Q5 ähnlicher als seinem eigenen Vorgänger.

Mit dem Audi Q3 wechselt der letzte Kompakt-SUV aus dem VW-Konzern auf den modularen Querbaukasten (MQB). Den MQB 37A2 teilt er sich mit Skoda Kodiaq und VW Tiguan. Liest sich abstrakt, wirkt sich aber konkret aus: längerer Radstand und kürzerer Überhang strecken den neuen Q3 optisch in die Länge. Dazu kommen ein neues Infotainment, mehr Assistenzsysteme als bisher und eine erweiterte Variabilität. Auf den Markt kommt der neue Q3 Mitte November, die Preise beginnen bei 33.500 Euro für den 35 TFSI mit 150-PS-Benzinmotor.

Fahrbericht Audi Q3

Also, dann mal los. Zum Einstieg schnappen wir uns gleich das Topmodell 45 TFSI in der S-Line-Variante. Zwei Liter Hubraum, 230 PS, 350 Nm und Siebengang-DSG und Allradantrieb. Da sollte es doch zackig vorangehen, doch irgendwie fehlt dem Turbomotor in den Kurven und an den Steigungen der Dolomiten der rechte Biss, und die Automatik verhaspelt sich zu oft. Ganz gleich, ob bergan oder bergab. Wo bitte schön verpufft die ganze Power? Liegt es am Ottopartikelfilter, oder am hohen Gewicht von 1,7 Tonnen? Erst wenn man in den manuellen Schaltmodus wechselt, die Gänge weit ausdreht und den TFSI richtig fordert, ist man sportlicher unterwegs. Der Auspuffanlage verheißungsvolle Töne zu entlocken, gelang uns übrigens dennoch nicht. Nur damit wir uns richtig verstehen, natürlich ist der Q3 stark motorisiert und sicher auch 233 km/h schnell, aber wir hätten uns einfach mehr erwartet.

Audi Q3 Fahrbericht (2018) Foto: H. Hülser/Audi
Redakteur Michael von Maydell würde den Diesel wählen.

Etwas enttäuscht wechseln wir in den Basisdiesel mit 150 PS und 340 Nm sowie einem etwas zu unpräzisen Sechsgang-Schaltgetriebe und sind wieder versöhnt. Der Turbodiesel arbeitet nicht nur enorm kultiviert, er tritt auch erstaunlich kräftig an und vermittelt dank seiner Schubkraft fast mehr Spaß als der starke Benziner. Erst bei höheren Geschwindigkeiten verlässt ihn der Ehrgeiz und der TDI beweist akustisch, dass er nun mal ein Diesel ist. Hier freuen wir uns auf dem 190-PS-TDI, der später im Jahr noch folgen wird. Fahren konnten wir ihn bislang noch nicht.

Rundum gelungen sind dagegen Handling und Komfort. Selbst mit dem beim S-Line Sportfahrwerk federt der Q3 gekonnt und behelligt seine Passagiere nicht weiter mit Straßenschäden. Entsprechend dürften die Q3 mit adaptiven Dämpfern für noch mehr Fahrkomfort sorgen. Die zugehörige Lenkung der beiden Probanden arbeitet jedenfalls wie gewohnt direkt, präzise und liefert genug Rückmeldung. Zudem liegt der Audi satt und spurstabil auf der Straße und neigt sich wenig zur Seite. Die Zackigkeit eines BMW X2 kann die Lenkung allerdings nicht liefern. Ob man ihr Ansprechverhalten via Taste verstellt, spielt übrigens kaum eine Rolle. Im Sport-Modus mag sie zwar etwas schwergängiger und satter wirken, an der Kurvenwilligkeit ändert sich wenig.

Karosserie und Innenraum

Tatsächlich ist das neue Kompakt-SUV 9,7 Zentimeter länger, streckt sich damit ziemlich exakt auf die Größe des aktuellen VW Tiguan. Allerdings ist der Q3 sieben Zentimeter flacher und einen Zentimeter breiter als ein Konzernbruder. Im Vergleich zum Vorgänger ist der neue Q3 18 Millimeter breiter und 5 flacher – beides nützt einem bulligeren Auftritt. Audi selbst spricht von einem Design, das „deutlich sportlicher und aggressiver“ ist als beim Vorgänger. Dazu trägt auch der neue Singleframe-Grill bei.

Mehr Platz im variablen Innenraum

Audi Q3 (2018) Foto: Audi

Von den knapp zehn Zentimetern Außenlänge kommen fünf im Innenraum an. Passagiere und Gepäck finden im neuen Q3 mehr Platz: Das ist dem 7,8 Zentimeter längeren Radstand und der um 15 Zentimeter verschiebbaren Rückbank zu verdanken.

Die Sitzlehnen lassen sich in sieben Stufen neigen und im Verhältnis 40:20:40 umklappen. Das Kofferraumvolumen gibt Audi mit 530 bis 1.525 Litern an. Mit ganz zurückgeschobener Rückbank sind das 70 Liter mehr als beim Vorgänger und etwa so viel wie auch der Q5 einpackt. Der hat allerdings einen Längsmotor, während der Q3 die Maschine platzsparend quer im Bug trägt.

Sitzprobe

Fahrer und Beifahrer steigen über niedrigere Schweller leichter ein, sind besser ins Auto integriert. Die um drei Zentimeter nach unten gerückte Sitzposition und die nach oben gerückten Bedienelemente wie Schalthebel und Klimatisierung ergeben ein ganz neues Raumgefühl im neuen Q3. Weil außerdem die Lenksäule mit 23,5 statt 28 Grad Neigung flacher im Raum steht, liegt das Lenkrad viel besser zur Hand. Mit Touchscreen statt Drehdrücksteller unternimmt das Infotainment einen Sprung in die Moderne – auch das fügt sich gut ins Bild.

Dass edle Materialien sorgfältig zusammengefügt sind, erwarten wir von Audi – hier hat die Marke mit jahrelanger Sorgfalt selbst die Maßstäbe nach oben versetzt. Eine Überraschung sind dann höchstens noch die Alcantara-Einsätze in der Instrumententafel. Eher anders als besser sind die Türöffner, die von unten angefasst werden wollen. Ansonsten passt die Ergonomie, die Bedienbarkeit gelingt leicht und alles fasst sich sehr solide an. Fahrer und Beifahrer haben genügend Platz und Übersicht. Auch hinten muss niemand leiden: Der Einstieg gelingt leicht, der Türausschnitt ist groß und die Sitzhöhe angenehm.

Infotainment und Assistenz

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Erneuert wird auch das Infotainment. Wo der Vorgänger noch einen Ausklappmonitor und einen etwas ungünstig platzierten Drehdrücksteller hatte, zeigt der Neue nun, was im Modularen Infotainment-Baukasten (MIB) steckt: ein serienmäßiges 10,25-Zoll-Kombiinistrument etwa, das der Fahrer per Multifunktionslenkrad bedient. Gegen Aufpreis zieht zusätzlich ein 8,8-Zoll-Display ins Cockpit ein, das Navigations-Topmodell kommt mit einem 10,1-Zoll-Display und einem 12,3-Zoll-Kombiinstrument.

Mit der Navigation MMI Plus versteht die Sprachsteuerung freie Formulierungen, stellt Rückfragen oder lässt sich ins Wort fallen – wie ein guter Beifahrer. Darüber hinaus erkennt die Navigation Lieblingsstrecken und macht entsprechende Routenvorschläge. Staus umfährt das Navi aufgrund von Echtzeit-Verkehrsdaten. Über LTE findet die Navigation Sehenswürdigkeiten, kennt Tankstellen-Preise und freie Parkplätze. Ob die frei sind, erfährt das Navi genauso von anderen vernetzten Audi-Fahrzeugen wie Nebel- und Glatteiswarnungen. Mitfahrer können das installierte WLAN nutzen.

Motoren von 150 bis 230 PS

Zum Start motorisieren den Q3 Benziner mit 150, 190 und 230 PS – oder ein Diesel mit 150 PS. Später folgt ein 190-PS-TDI. Die beiden stärkeren Benziner und die Diesel haben jeweils zwei Liter Hubraum, vier Zylinder haben alle Motoren. Der Basisbenziner hat einen Vierzylinder mit 1,5 Litern Hubraum und Frontantrieb, alle anderen Motorisierungen kommen zunächst mit einem automatisch zuschaltenden Haldex-Allradantrieb. Der Basisdiesel mit 150 PS wird später auch als Fronttriebler mit Schaltgetriebe angeboten werden. Es ist davon auszugehen, dass ein rund 400 PS starker RS Q3 folgen wird.

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Preis und Markstart

Die Preise stehen noch nicht fest, dürften aber im Gegensatz zu Ladekante und Einstieg nicht tiefer liegen. Das Basismodell mit 150 PS aus einem 1,5-Liter-Turbobenziner wird wohl nicht unter 30.000 Euro zu haben sein. Das Vorgängermodell kostete mit einem gleich starken Antrieb zuletzt mindestens 31.100 Euro. Angesichts der erweiterten Serienausstattung mit Tachodisplay und 17-Zoll-Rädern sowie der größeren Karosserie ist ein moderater Preisanstieg wahrscheinlich. Gebaut wird der neue Q3 im ungarischen Audi-Werk in Györ. Die ersten Autos kommen im November 2018 nach Deutschland.

Marktstart mit Editions-Modell

Audi Q3 (2018) Foto: Audi
Tatsächlich ist das neue Kompakt-SUV 9,7 Zentimeter länger, streckt sich damit ziemlich exakt auf die Größe des aktuellen VW Tiguan.

Zum Marktstart im November wird es ein Sondermodell geben, das mit S-Line-Sportpaket und 20-Zoll-Rädern ausgestattet ist. Lackiert ist das Editionsmodell in Pulsorange oder Chronosgrau, die Audi-Ringe im Singleframe und die Modellbezeichnung am Heck sind immer schwarz lackiert. Zur Ausstattung gehören Matrix-LED-Scheinwerfer, Sportsitze mit Kontrastnähten, Alcantara-Einsätze in der Instrumententafel und ein Sportfahrwerk.

Fazit

Der neue Audi Q3 wirkt sportlicher und gestreckter, bewahrt trotzdem Ähnlichkeit zum Vorgänger und zur Q-Familie. Manche mögen das langweilig finden, einfach war es sicher nicht.

Nicht zu diskutieren braucht man über die praktischen Vorzüge: Die abgesenkte Sitzposition und die nach oben gerückten Bedienelemente integrieren den Fahrer viel besser ins Auto. Damit entfällt ein Autojournalisten-Meckerklassiker. Dazu kommt mehr Variabilität und ein größerer Innenraum: Gut gemacht!

Wie alle SUV aus dem VW-Konzern profitiert auch der Q3 enorm von der Umstellung. So ist der Audi nicht nur gewohnt agil – er ist nun endlich praktischer und bietet zudem mehr Platz für seine Passagiere. Ob es nun die technischen Finessen aus dem Oberklasse-Regal braucht, kann ja jeder für sich selbst entscheiden.

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