Auftakt für VW-Tarifrunde - Harte Auseinandersetzung erwartet

Foto: VW

Bei Volkswagen hat am Donnerstag (19.8.) mit den Beratungen der Großen Tarifkommission die Auseinandersetzung um den Haustarifvertrag begonnen.

Gewerkschaft und Betriebsräte wollen Lohnerhöhungen und Arbeitsplatzgarantien durchsetzen. VW-Personalchef Peter Hartz will an diesem Montag dazu Stellung nehmen. Die IG Metall machte deutlich, sie erwarte "eine schwere und möglicherweise auch konfliktträchtige Tarifrunde".

VW hatte im Vorfeld schon angekündigt, der Konzern wolle bis 2011 die Arbeitskosten um 30 Prozent reduzieren. Hartz hatte der Belegschaft bei der letzten großen Betriebsversammlung vor den Werksferien bereits zusätzliche Einschnitte angekündigt.

Nullrunde contra vier Prozent Lohnerhöhung

VW-Vorstand Bernd Pischetsrieder hatte bei einer Analystenkonferenz am Mittwoch gleichwohl die Hoffnung geäußert, dass die Verhandlungen bis Ende Oktober abgeschlossen werden könnten. Allerdings wisse er nicht, ob das gelingen könne. Er rechne von Gewerkschaftsseite mit einer Forderung nach Lohnerhöhung von vier Prozent. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", wollen Pischetsrieder und Hartz auf eine Nullrunde pochen.

Der Haustarifvertrag für die über 100.000 Beschäftigten in den sechs deutschen Volkswagen-Werken endet am 30. September. Die erste Verhandlungsrunde ist für den 15. September geplant, die Gespräche sind bis 26. Oktober terminiert.

Dass das Unternehmen selbst am Montag eigene Forderungen präsentieren will, nannte ein Gewerkschaftssprecher "bemerkenswert". Zugleich wies er Berichte zurück, wonach es Differenzen zwischen Betriebsrat und Gewerkschaft gebe. Er sei "sehr sicher", dass man bei den Verhandlungen an einem Strang ziehen werde. Die Große Tarifkommission der Betriebsräte und Gewerkschaften wollten noch am Abend ihre Forderungen im Detail vorstellen.

Betriebsratschef Klaus Volkert hatte zuletzt in einem Interview angekündigt, dass man vor allem den Fokus auf die Standortsicherung legen werde und zugleich einen "heißen Herbst" angekündigt.

Der Volkswagen-Konzern steckt zur Zeit wegen der Nachfrageschwäche in wichtigen Märkten in der Krise. Unter dem allgemeinen Sparzwang hatten die Wolfsburger im Frühjahr schon das vier Milliarden Euro schwere Kostensenkungsprogramm "ForMotion" aufgelegt.

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