Autoallianz Renault, Nissan, Mitsubishi

Synergien sollen 10 Mrd. Euro einsparen

Logo Renault Nissan Mitsubishi Foto: Renault

Der japanische Autobauer Nissan hatte sich im Mai 2016 mit 34 Prozent an Mitsubishi Motors beteiligt. Im Rahmen des jetzt vorgestellten Plans „Alliance 2020” wollen die Partner bis 2022 durch die Nutzung gemeinsamer Plattformen, Antriebsstränge und Technologien die Synergien auf zehn Milliarden Euro pro Jahr verdoppeln.

Rund neun Millionen Fahrzeuge sollen dann auf vier gemeinsamen Plattformen gebaut werden. Der Anteil gemeinsam genutzter Antriebsstränge soll von einem Drittel auf drei Viertel des Gesamtvolumens steigen. Ziel von „Alliance 2022” ist, bis zum Ende des Plans 14 Millionen Fahrzeuge pro Jahr abzusetzen und einen Umsatz von 240 Milliarden Dollar zu erzielen.

Autonome Autos ab 2022

Zusätzliche Synergien erwarten Renault, Nissan und Mitsubishi in den Bereichen Elektrifizierung, Konnektivität und bei Technologien für autonomes Fahren. So wollen die Allianzpartner ihre Vorreiterrolle bei der Elektromobilität stärken und bis 2022 insgesamt zwölf rein batteriebetriebene Modelle auf Basis gemeinsamer Plattformen und Komponenten auf den Markt bringen. Ab 2020 werden Renault, Nissan und Mitsubishi eine komplett neue Familie von Elektromotoren und Batterien nutzen, die über 600 Kilometer Reichweite nach Neuem Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) ermöglichen.

Zudem sollen im genannten Zeitraum 40 Modelle mit autonomen Fahrfunktionen entwickelt werden. Ziel ist, bis 2022 das erste Fahrzeug auf den Markt zu bringen, das komplett selbstständig fahren kann, ohne dass der Fahrer das Verkehrsgeschehen im Auge haben muss. Der Plan “Alliance 2022” sieht weiterhin vor, dass die Allianz bis 2022 zu einem der wichtigsten Anbieter von Robot-Taxi-Services wird.

Ghosn lenkt alle drei Konzerne

Bereits vor geraumer Zeit hatte Carlos Ghosn neben seinen Chefposten bei Renault und bei Nissan auch die Führung der Marke Mitsubishi übernommen. Der 62-Jährige ist damit der erste Manager der drei Autokonzerne gleichzeitig führt. Der derzeitige Mitsubishi-Chef Osamu Masuko bleibt zwar Präsident , geleitet wird das Unternehmen aber von Ghosn. Seinen neuen Posten als Chairman of the Board bei Mitsubishi wird Ghosn zum 14. Dezember 2016 antreten.

Nissan bezahlt für seinen Einstieg 237 Milliarden Yen (1,9 Milliarden Euro) ausgeben. Damit wird Nissan größter Anteilseigner bei Mitsubishi Motors, noch vor Mitsubishi Heavy Industries, das etwa 20 Prozent hält. Mitsubishi Motors ist in Folge eines Skandals um manipulierte Verbrauchswerte bei nahezu allen Modellen seit 1991 schwer angeschlagen.

Vereinbart wurde beim Einstieg zudem eine Zusammenarbeit beim Einkauf, gemeinsamen Fahrzeugplattformen, ein Technologietransfer sowie eine Zusammenarbeit bei der Produktion.

Vielfältige Interessen von Nissan an Mitsubishi

Gemessen an den globalen Verkaufszahlen ist Nissan der zweitgrößte und Mitsubishi Motors der sechstgrößte Hersteller Japans. Nissans Interesse an Mitsubishi gründet zum einen in der Mini-Wagen-Kompetenz des kleineren Autobauers. 58 Prozent der von Mitsubishi Motors verkauften Fahrzeuge sind Mini-Wagen. Nissan hält für diese in Japan populäre Kategorie keine Produktionskapazität vor, doch sind rund 34 Prozent der unter der Nissan-Marke verkauften Fahrzeuge in Japan Mini-Wagen. Mitsubishi Motors ist für Nissan ferner attraktiv, weil es mit seinen sportlichen Nutzfahrzeugen (SUV) eine starke und wachsende Präsenz in asiatischen Märkten wie Thailand oder Indonesien hat. Mit der Marke Mitsubishi könnte Nissan in diesen Ländern gegen die Konkurrenz von Toyota oder Honda aufholen.

Nissan selbst ist seit 1999 eng mit Renault verbunden. Den Franzosen gehören knapp 44 Prozent von Nissan, die wiederum 15 Prozent an Renault halten.

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