Autohandelsgruppe verliert Geschäftsführer

Foto: Emil Frey Gruppe

Klaus Fricke, Geschäftsführer der Emil Frey Gruppe Deutschland, verlässt die Autohandelsgruppe überraschend zum 31. August.

Laut einem internen Schreiben an alle Führungskräfte der Händlergruppe, das auto motor und sport vorliegt, wird sein Vorgänger Gerhard Schürmann, der inzwischen den Vorsitz der Schweizer Firmenzentrale innehat, Frickes Aufgaben kommissarisch übernehmen.

Abgang auf eigenen Wunsch

Fricke verlässt das Unternehmen nach dreieinhalb Jahren im Amt offiziell "auf eigenen Wunsch und zum Bedauern" der Schweizer Zentrale. Aus Unternehmenskreisen heißt es, dass der Vertriebs- und Marketing-Profi und die Firmenzentrale unterschiedlicher Auffassung über die strategische Ausrichtung der Gruppe sind. Fricke hatte das Familienunternehmen seit seinem Amtsantritt im März 2004 restrukturiert und einheitliche IT-Systeme sowie Prozesse eingeführt.

Um die Abhängigkeit von den Marken Fiat und Ford zu reduzieren, hat der Betriebswirt das Portfolio der Gruppe unter anderem um die Marken BMW und Mini ausgebaut. Fricke wollte Schwächen im Geschäftsbereich Einzelhandel energisch ausmerzen: Das Flaggschiff Schwabengarage werde dieses Jahr mit einem Minus im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich den größten Verlust ihrer über 80 jährigen Geschichte schreiben, heißt es aus Unternehmenskreisen. Fricke habe deswegen personelle Konsequenzen gefordert, welche die Zentrale abgelehnt hatte. Daneben gab es "Meinungsunterschiede in der Informations-, Kommunikations- und Führungskultur."

Autohandel mit 17 Marken

Die Emil Frey Gruppe ist die größte deutsche Autohandelsgruppe - und unter anderem größter Ford-Händler Europas sowie größter Fiat-, Alfa Romeo- und Lancia-Händler Deutschlands. Sie beschäftigt bundesweit an rund 70 Standorten 3.200 Mitarbeiter. Im vergangenen Geschäftsjahr hat die Handelsgruppe 131.000 Fahrzeuge verkauft und dabei 2,3 Milliarden Euro umgesetzt. Das entspricht einem Zuwachs von 51 Prozent in den vergangenen drei Jahren. Zu dem Portfolio der Gruppe gehören 17 verschiedene Marken. Gleichzeitig ist die Gruppe Importeur der Marken Subaru und Hyundai.

Fricke (55) arbeitet seit 31 Jahren in der Branche - davon drei Jahre bei Fiat, elf Jahre bei Mercedes/Smart, zehn Jahre für BMW sowie drei Jahre bei Keiper Recaro.

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