Autokauf

Flaute fördert Rabattschlacht

Foto: dpa

Die Flaute auf dem deutschen Automarkt treibt die Hersteller nach Angaben des Experten Ferdinand Dudenhöffer in immer heftigere Rabattschlachten.

"Die Hersteller kämpfen mit zunehmend härteren Bandagen um Kunden", erklärte der Professor für Automobilwirtschaft an der FH Gelsenkirchen am Montag (5.7.). Derzeit liege das durchschnittliche Rabatt-Niveau bei 13 Prozent. Bei der Untersuchung im Februar seien es zehn Prozent gewesen.

Selbst die so genannten Premiummarken operierten inzwischen mit Offerten "hart am Rande der guten Sitten". Falls die Autokonjunktur 2005 nicht anspringe, sei mit einer weiteren Verschärfung der Rabatt-Aktionen zu rechnen. Dem deutschen Markt drohten amerikanische Verhältnisse. In den USA sind hohe Rabatte von mehreren tausend Dollar seit Jahren üblich. Der Spirale kann sich kaum ein Hersteller entziehen. Die Kunden profitieren zwar von den Nachlässen, allerdings können sie beim Verkauf ihrer Gebrauchtwagen niedrigere Erlöse erzielen.

Kostenlose Klimaanlage, Tageszulassungen, günstige Finanzierungen

In Deutschland hatte in den vergangenen Monaten unter anderem Volkswagen für Aufsehen gesorgt. Die Wolfsburger kurbelten den Verkauf des neuen Golf unter anderem mit einer kostenlosen Klimaanlage an. Bei BMW gebe es in einigen Niederlassungen derzeit zu besonders günstigen Konditionen das 3er-Modell, das im nächsten Jahr ausläuft, berichtete Dudenhöffer. Zudem sei der Anteil von Tageszulassungen, Vorführwagen und Vermietfahrzeugen bei der 3er-Reihe deutlich gestiegen. Auf diesem Weg federe BMW die Absatzrückgänge ab. Auch bei den anderen Herstellern seien besonders günstige Finanzierungsangebote, günstige Sondermodelle und Nachlässe üblich. "Die Aktionen sind kaum mehr überschaubar."

Dudenhöffers Prognoseinstitut B&D-Forecast rechnet damit, dass die Zahl der Auto-Neuzulassungen in Deutschland in diesem Jahr bei 3,24 Millionen Fahrzeugen stagnieren wird. "Damit bewegen wir uns auf dem sehr schlechten Niveau des Jahres 2003." Zwar rechnet der Experte im nächsten Jahr mit einem Anstieg auf 3,4 Millionen Verkäufe. Der Aufschwung sei aber noch keineswegs gesichert.

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