Volvo zeigt autonomen Truck auf der Nutzfahrzeug-IAA

Die Vera-Studie macht den Fahrer überflüssig

Volvo Concept Vera Volvo Concept Vera Volvo Concept Vera Volvo Concept Vera 7 Bilder

Elektrisch und autonom: Auf der IAA Nutzfahrzeuge 2018, die vom 20. bis 27. September in Hannover stattfindet, stellt Volvo die Studie Vera vor. Sie soll nicht weniger als das Transportwesen umkrempeln.

Zumindest in Logistikzentren oder anderen Umschlagplätzen wie großen Containerhäfen oder Güterbahnhöfen soll eine Revolution kurz bevorstehen. In diesen Bereichen sieht Volvo Trucks seine Vera-Studie vorrangig, sobald sie in Serie geht. Die dortigen Abläufe sind derzeit noch an die Schichtzeiten der Arbeiter angepasst, was sie einigermaßen unflexibel macht. Das möchte Volvo ändern, indem die Schweden autonom fahrende Zugmaschinen einsetzen, die rund um die Uhr Container oder Auflieger von A nach B fahren. Das soll die ganze Prozesskette präziser, flexibler und dadurch produktiver gestalten – allein schon deshalb, weil so Lagerzeiten minimiert werden können.

Fahrerlos und elektrisch unterwegs

Das ist auch nötig, schließlich gehen alle Prognosen davon aus, dass künftig viel mehr Waren transportiert werden müssen als heutzutage. Dies ist nicht nur ein Resultat des weltweit stark wachsenden Online-Handels, sondern auch des Bevölkerungswachstums und der stetigen Urbanisierung. Trotzdem soll die Logistik auch weiterhin reibungslos laufen und wünschen sich Kunden weiterhin eine schnelle Lieferung ihrer Pakete. Also muss der Transport verschlankt und verbessert werden, wozu autonome Technologien, wie sie in Volvos Vera-Studie eingesetzt werden, ihren Beitrag leisten sollen.

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Antriebsseitig nutzt Vera elektrische Systeme, die bereits in den markeneigenen Regalen bereitliegen. Für den kleinen FL gibt es einen bis zu 130 kW (177 PS) starken E-Motor, im größeren FE bieten sie eine bis zu 370 kW (503 PS) starke Zwei-Motoren-Lösung an. Die elektrische Auslegung soll nicht nur umweltfreundlicher sein, sondern auch das Geräuschniveau auf den jeweiligen Werksgeländen senken. Da Vera kompatibel mit vorhandenen Aufliegern und Containern ist, halten sich auch die Investitionskosten für Spediteure in Grenzen, da sie ihre vorhandene Infrastruktur zu großen Teilen weiterverwenden können.

Ein Kontrollzentrum als Herz der Infrastruktur

Volvo Concept Vera Foto: Volvo Trucks

Bei den Technologien, die Vera selbständig fahren lassen, entwickelt Volvo nicht nur die im Fahrzeug eingebauten Systeme, sondern kümmert sich auch um die Infrastruktur, die künftig viel intelligenter sein muss als heute. So wird es ein Kontrollzentrum geben, das per Daten aus der Cloud die autonome Zugmaschine überwacht – zum Beispiel den Ladezustand der Batterie oder welche und wie viele Güter an Bord sind. Außerdem soll Vera in langsameren Geschwindigkeiten als herkömmliche Fahrzeuge und in klar definierten Bereichen unterwegs sein. Die Fahrzeuge können ihre Positionen zentimetergenau bestimmen und das Verhalten anderer Fahrzeuge interpretieren und entsprechend handeln. Zahlreiche Sensoren, Kameras und Radarsysteme sollen die Sicherheit zusätzlich erhöhen.

Und wie geht es mit Vera weiter? „Anfangs werden wir über kurze Distanzen und in sich wiederholenden Arbeitsschritten unterwegs sein“, sagt Mikael Karlsson, Vizepräsident für autonome Lösungen bei Volvo Trucks. Klar sei, dass Vera keine Lösung für alles und jeden ist. „Sobald wir mehr Erfahrungen sammeln, können wir unsere Technik nach und nach ausrollen, von Nutzer zu Nutzer und angepasst an deren spezielle Anforderungen.“

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