Uber expandiert kräftig

Toyota investiert 500 Millionen US-Dollar

Volvo XC90 Uber autonomes Fahren Foto: Volvo 7 Bilder

Toyota sucht den Schulterschluss mit Uber. Die Japaner steigen mit 500 Millionen US-Dollar beim Fahrdienstvermittler ein. 2021 kommen die ersten selbstfahrenden Vans.

Der Fahrdienstanbieter Uber arbeitet mit Hochdruck am autonomen Fahren. Der Vorteil für das Unternehmen liegt auf der Hand: Fahrerlose Autos sind auf Dauer günstiger zu betreiben, benötigen keine Mittags- oder Schlafpausen und hören auf jeden Fall nur die Musik, die auch den Fahrgästen gefällt.

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Jetzt hat Uber bei Volvo, Angaben des schwedischen Autobauers zufolge, „zehntausende Autos, die für das autonome Fahren kompatibel sind“ bestellt. Zwischen 2019 und 2012 sollen die Fahrzeuge ausgeliefert werden. Medienberichten zufolge handelt es sich um 24.000 Autos.

Der Autohersteller als Hardware-Lieferant

Dieser Rahmenvertrag dürfte als Fingerzeig in die Zukunft gelten. Der etablierte Autohersteller bekommt einen Auftrag zur Lieferung eines Basisfahrzeugs, was der Kunde, in diesem Fall Uber, dann selber für seine Einsatzzwecke adaptiert. Die in Schweden bestellten Volvos werden auf dem aktuellen Modellbaukasten namens SPA (Scalable Product Architecture) entwickelt, der unter anderem die aktuellen 90er-Modelle (S / V / XC 90) und den XC 60 trägt.

Volvo wird auf Basis des Uber-Autos ebenfalls autonome Autos auf den Markt bringen, hier peilt der Hersteller das Jahr 2021 für eine Premiere an. Der Großkunde bekommt also den Vortritt.

Schon 2016 gingen erste autonom fahrende Volvo XC90 für Uber auf Testfahrten durch die kalifornische Stadt San Francisco. Hierbei kam es medienwirksam zu einem Unfall, bei dem das autonome Auto eine rote Ampel missachtete. Als dann auch noch herauskam, dass Uber die nötige Zulassung zum Testbetrieb der selbstfahrenden Autos fehlte, verboten die kalifornischen Behörden weitere Tests auf öffentlichen Straßen.

Pilotprojekt in San Francisco 1:07 Min.

Der Chef des Uber Roboterauto-Programms, Anthony Levandowski, meinte, Uber brauche keine Genehmigung, weil schließlich Menschen am Steuer säßen, die jederzeit eingreifen könnten. Das sieht Kalifornien anders und forderte Uber mit Hinweis auf die fehlende Genehmigung auf, die Tests sofort zu stoppen.

Die selbstfahrenden Volvo sind gut an den auf dem Dach montierten Kontrolleinrichtungen zu erkennen. Obwohl die Fahrzeuge selbstständig durch die Straßen rollen, ist während der Pilotphase stets ein Uber Techniker an Bord, der die Funktionen überwacht und bei Bedarf eingreift.

Toyota kauft Uber-Anteile

Auch Toyota kooperiert mit Uber. Die beiden Unternehmen haben eine Zusammenarbeit zum Ausbau und Mobilitätsangeboten mit selbstfahrenden Autos gestartet. Auch eine Beteiligung von Toyota an Uber ist Teil der Vereinbarung, die Japaner steigen mit 500 Millionen US-Dollar (ca. 427,5 Millionen Euro) in den Fahrdienstvermittler.

Im Jahr 2021 sollen die ersten selbstfahrenden Autos auf Basis des bei uns nicht angebotenen Vans Toyota Sienna im Rahmen eines Pilotversuchs auf die Straße kommen.

„Die Zusammenarbeit mit Uber, einem der weltweit führenden Unternehmen für Fahrvermittlung sowie für die Forschung und Entwicklung automatisierten Fahrens, wird die zukünftige Mobilität weiter vorantreiben“, erklärt Shigeki Tomoyama, Executive Vice President der Toyota Motor Company und gleichzeitig Präsident der Toyota Connected Company. „Die Vereinbarung und Investitionen sind ein wichtiger Meilenstein in unserer Transformation zu einem Mobilitätsunternehmen. Wir tragen zur sicheren Entwicklung von Mobilitätsdiensten wie Mitfahrgelegenheiten bei, die Toyota Fahrzeuge und Technologien nutzen.“

Neuer Anlauf in Deutschland

05/2018, Uber Ride auf einem Roller Foto: Uber
In Asien kann man per Uber-App auch auf ein Zweirad steigen. Europäische Fahrgäste bevorzugen dann doch das Auto.

Das einstige Kerngeschäft von Uber, bei dem über die App eine Mitfahrgelegenheit in privaten Autos buchen konnten, wurde in Deutschland nie erlaubt. Das Personenbeförderungsgesetz steht dem im Weg. Also beschränkt sich Uber hierzulande als Agentur auf die Vermittlung von Taxis und Mietwagen mit Chauffeur in München und Berlin. Damit ist man ein Mitbewerber privater Fahrdienste, die unter anderem auch der Autovermieter Sixt anbietet, steht aber dem Taxigewerbe nicht im Weg.

Das stark expandierende Unternehmen kann und will es darauf aber nicht beruhen lassen. Informationen von Heise Online zufolge plant Uber aktuell die Expansion in Deutschland über neue Transportangebote.

Dazu zählen E-Bikes, Nahverkehrsdienste und auch Flugtaxis: „Für das senkrecht startende Flugtaxi Uber Elevate hoffen wir auf einen kommerziellen Erstflug bis zum Jahr 2022“, wird Uber-Geschäftsführer Barney Harford aus einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur zitiert. Die US-Metropolen Dallas und Los Angeles sollen die ersten Städte mit Uber-Flugtaxis werden, eine dritte Stadt wird aktuell gesucht.

Forschungszentrum in Paris

11/2017, Lilium Jet Lilium Jet Ein Start-up geht in die Luft

Ein erstes europäisches Forschungszentrum für die Entwicklung der Flugtaxis will Uber einem Bericht des Onlinemagazins Wired zufolge in Paris eröffnen. Im Herbst will man in Kooperation mit der dort ansässigen École Polytechnique der Universität Paris-Saclay mit der Arbeit beginnen.

20 Millionen Euro will Uber dem Bericht zufolge in einem Zeitraum von fünf Jahren in Paris investieren. Damit sollen nicht nur Luftverkehrssimulationen, sondern auch die Entwicklung einer Infrastruktur mit Ladestationen finanziert werden. Außerdem müssen die neuen Ideen in Einklang mit europäischen Luftfahrtregularien gebracht werden.

Auch das Ride Hailing – Angebot Uber Pool, bei dem mehrere Fahrgäste mit dem gleichen oder ähnlichen Ziel ein Auto teilen, dürfte Teil der Expansionspläne sein. Noch in diesem Sommer wird Uber dem Bericht zufolge Gespräche mit Stadtverwaltungen und den Verantwortlichen auf Regierungsebene in einzelnen Bundesländern führen.

Keine Diesel mehr in London

In der britischen Hauptstadt London will sich Uber vor einer Zukunft mit Flugtaxis erst einmal um näherliegende Probleme wie die Luftverschmutzung kümmern. Tom Elvidge, der England-Chef von Uber, hat der Nachrichtenagentur Reuters gegenüber Pläne angekündigt, die „Tausende von Dieselfahrzeugen von der Straße bringen können“.

Ford Transit Plug-in Hybrid
Elektro-Transporter für die Stadt

Bis Ende 2019 will das Unternehmen keine Fahrzeuge mit Dieselmotor mehr einsetzen. Vor allem die größeren Vans und Busse der Fahrdienstflotte sind davon betroffen, da im PKW-Bereich vornehmlich Toyota Prius und Nissan Leaf im Einsatz sind. Der elektrische Kleinbus Nissan e-NV200 Evalia wäre eine Alternative für Uber, oder Fords Plug-in Hybrid Transit, den der Autobauer aktuell in London praxisnah testet.

Selbstfahrende LKW haben keine Priorität

Während Uber beim Personentransport für die Zukunft auf selbstfahrende Autos setzt, scheinen die Bestrebungen im Bereich autonomer Lkw fürs Erste eingestellt zu sein. Für diesen Geschäftsbereich wurde 2016 das Start-up Otto übernommen, das der ehemalige Google-Manager Anthony Levandowski gegründet hatte.

Das US-Onlinemagazin Mashable bezieht sich in einer Meldung auf Eric Meyhofer, den Leiter der Uber Advanced Technologies Group. Er stellt klar, dass Uber, trotz großer Vorteile die fahrerlose Lkw beim Transport von Fracht bieten, im ersten Schritt alle Kapazitäten für selbstfahrende Pkw bündeln will. Die beiden parallel arbeitenden Teams sollen verschmolzen werden. Wenn autonom fahrende Uber-Autos marktreif sind, kann man sich im nächsten Schritt wieder um den automatisierten Warentransport kümmern. Aufgeschoben statt aufgehoben also.

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