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Uber expandiert kräftig

Neue Transportlösungen für Straße und Luftraum

Volvo XC90 Uber autonomes Fahren Foto: Volvo 7 Bilder

Volvo und Uber bauen ihre Zusammenarbeit für selbstfahrende Autos aus. Der Fahrdienstvermittler hat in Schweden „zehntausende“ Autos für den Robo-Taxi-Dienst bestellt. In Deutschland plant man mit neuen Transportlösungen.

29.05.2018 Uli Baumann, Bernd Conrad Powered by

Der Fahrdienstanbieter Uber arbeitet mit Hochdruck am autonomen Fahren. Der Vorteil für das Unternehmen liegt auf der Hand: Fahrerlose Autos sind auf Dauer günstiger zu betreiben, benötigen keine Mittags- oder Schlafpausen und hören auf jeden Fall nur die Musik, die auch den Fahrgästen gefällt.

Tempe Police Department Uber Volvo Unfall 2018 Fahrerin schaute Fernsehen Tödlicher Unfall mit Uber-Volvo

Jetzt hat Uber bei Volvo, Angaben des schwedischen Autobauers zufolge, „zehntausende Autos, die für das autonome Fahren kompatibel sind“ bestellt. Zwischen 2019 und 2012 sollen die Fahrzeuge ausgeliefert werden. Medienberichten zufolge handelt es sich um 24.000 Autos.

Der Autohersteller als Hardware-Lieferant

Dieser Rahmenvertrag dürfte als Fingerzeig in die Zukunft gelten. Der etablierte Autohersteller bekommt einen Auftrag zur Lieferung eines Basisfahrzeugs, was der Kunde, in diesem Fall Uber, dann selber für seine Einsatzzwecke adaptiert. Die in Schweden bestellten Volvos werden auf dem aktuellen Modellbaukasten namens SPA (Scalable Product Architecture) entwickelt, der unter anderem die aktuellen 90er-Modelle (S / V / XC 90) und den XC 60 trägt.

Volvo wird auf Basis des Uber-Autos ebenfalls autonome Autos auf den Markt bringen, hier peilt der Hersteller das Jahr 2021 für eine Premiere an. Der Großkunde bekommt also den Vortritt.

Schon 2016 gingen erste autonom fahrende Volvo XC90 für Uber auf Testfahrten durch die kalifornische Stadt San Francisco. Hierbei kam es medienwirksam zu einem Unfall, bei dem das autonome Auto eine rote Ampel missachtete. Als dann auch noch herauskam, dass Uber die nötige Zulassung zum Testbetrieb der selbstfahrenden Autos fehlte, verboten die kalifornischen Behörden weitere Tests auf öffentlichen Straßen.

Pilotprojekt in San Francisco 1:07 Min.

Der Chef des Uber Roboterauto-Programms, Anthony Levandowski, meinte, Uber brauche keine Genehmigung, weil schließlich Menschen am Steuer säßen, die jederzeit eingreifen könnten. Das sieht Kalifornien anders und forderte Uber mit Hinweis auf die fehlende Genehmigung auf, die Tests sofort zu stoppen.

Die selbstfahrenden Volvo sind gut an den auf dem Dach montierten Kontrolleinrichtungen zu erkennen. Obwohl die Fahrzeuge selbstständig durch die Straßen rollen, ist während der Pilotphase stets ein Uber Techniker an Bord, der die Funktionen überwacht und bei Bedarf eingreift.

Neuer Anlauf in Deutschland

05/2018, Uber Ride auf einem Roller Foto: Uber
In Asien kann man per Uber-App auch auf ein Zweirad steigen. Europäische Fahrgäste bevorzugen dann doch das Auto.

Das einstige Kerngeschäft von Uber, bei dem über die App eine Mitfahrgelegenheit in privaten Autos buchen konnten, wurde in Deutschland nie erlaubt. Das Personenbeförderungsgesetz steht dem im Weg. Also beschränkt sich Uber hierzulande als Agentur auf die Vermittlung von Taxis und Mietwagen mit Chauffeur in München und Berlin. Damit ist man ein Mitbewerber privater Fahrdienste, die unter anderem auch der Autovermieter Sixt anbietet, steht aber dem Taxigewerbe nicht im Weg.

Das stark expandierende Unternehmen kann und will es darauf aber nicht beruhen lassen. Informationen von Heise Online zufolge plant Uber aktuell die Expansion in Deutschland über neue Transportangebote.

Dazu zählen E-Bikes, Nahverkehrsdienste und auch Flugtaxis: „Für das senkrecht startende Flugtaxi Uber Elevate hoffen wir auf einen kommerziellen Erstflug bis zum Jahr 2022“, wird Uber-Geschäftsführer Barney Harford aus einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur zitiert. Die US-Metropolen Dallas und Los Angeles sollen die ersten Städte mit Uber-Flugtaxis werden, eine dritte Stadt wird aktuell gesucht.

Forschungszentrum in Paris

11/2017, Lilium Jet Lilium Jet Ein Start-up geht in die Luft

Ein erstes europäisches Forschungszentrum für die Entwicklung der Flugtaxis will Uber einem Bericht des Onlinemagazins Wired zufolge in Paris eröffnen. Im Herbst will man in Kooperation mit der dort ansässigen École Polytechnique der Universität Paris-Saclay mit der Arbeit beginnen.

20 Millionen Euro will Uber dem Bericht zufolge in einem Zeitraum von fünf Jahren in Paris investieren. Damit sollen nicht nur Luftverkehrssimulationen, sondern auch die Entwicklung einer Infrastruktur mit Ladestationen finanziert werden. Außerdem müssen die neuen Ideen in Einklang mit europäischen Luftfahrtregularien gebracht werden.

Auch das Ride Hailing – Angebot Uber Pool, bei dem mehrere Fahrgäste mit dem gleichen oder ähnlichen Ziel ein Auto teilen, dürfte Teil der Expansionspläne sein. Noch in diesem Sommer wird Uber dem Bericht zufolge Gespräche mit Stadtverwaltungen und den Verantwortlichen auf Regierungsebene in einzelnen Bundesländern führen.

Keine Diesel mehr in London

In der britischen Hauptstadt London will sich Uber vor einer Zukunft mit Flugtaxis erst einmal um näherliegende Probleme wie die Luftverschmutzung kümmern. Tom Elvidge, der England-Chef von Uber, hat der Nachrichtenagentur Reuters gegenüber Pläne angekündigt, die „Tausende von Dieselfahrzeugen von der Straße bringen können“.

Ford Transit Plug-in HybridElektro-Transporter für die Stadt

Bis Ende 2019 will das Unternehmen keine Fahrzeuge mit Dieselmotor mehr einsetzen. Vor allem die größeren Vans und Busse der Fahrdienstflotte sind davon betroffen, da im PKW-Bereich vornehmlich Toyota Prius und Nissan Leaf im Einsatz sind. Der elektrische Kleinbus Nissan e-NV200 Evalia wäre eine Alternative für Uber, oder Fords Plug-in Hybrid Transit, den der Autobauer aktuell in London praxisnah testet.

Neuester Kommentar

Da folgen die Marketingabteilungen der Autohersteller dem Medienhype zum Automomen Fahren auf Hochtouren - wohl auch, um von den nicht beherrschten Klima-und Umwelt-Problemen der schmutzigen, veralteten Otto-bzw. Diesel-Motor-Technologien abzulenken (Nicht umsonst werden die entsprechenden Vorschriften auf EU-Ebene nicht verschärft! Nicht umsonst genießt Tesla eine derartige Aufmerksamkeit!) Da wird dann aber auch schon über die ersten schweren Unfälle beim Autonomen Fahren berichtet. Dumm gelaufen! Man erkennt aber mittlerweile, dass das Autonome Fahren nicht nur eine technische Herausforderung darstellt - insbesondere in Bezug auf die technische Sicherheit -, sondern mehr noch ungelöste ethische, rechtliche und Informationssicherheitstechnische Probleme mit sich bringt. Vom Stand der vergleichbaren PC- und Smartphone-Sicherheit kann jeder Nutzer ein Lied singen. Doch die Politik gebärdet sich weiterhin autohörig!

"TaTü TaTa TaTü TaTa.
Freude am Fahren, wenn kein Fahrer da!
TaTü TaTa TaTü TaTa.
Vorsprung durch Technik, wenn kein WLAN da."

Freud und Leid des fahrerlosen Fahrens auf den Punkt gebracht:

http://youtu.be/fU0QDDxDcy8
http://youtu.be/WzvpF6JR1cE

Viel Spaß beim Anhören! Und lasst Euch die Realität nicht vermiesen!

SigismundRuestig 19. August 2016, 13:10 Uhr
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