BASF baut Automotive-Geschäft aus

Foto: BASF AG

Der Chemiekonzern BASF will sich in Zukunft noch stärker als Zulieferer für die Automobilindustrie engagieren und stärker als der Markt wachsen.

"Die Automobilindustrie ist einer der wichtigsten Kunden unseres Konzerns. Im vergangenen Jahr haben wir - inklusive des Katalysator-Geschäfts - rund 5,3 Milliarden Euro mit der Automobilindustrie umgesetzt. Das sind etwa zehn Prozent des Brutto-Umsatzes des Konzerns. Künftig wollen wir in jedem Segment um mindestens zwei Prozent stärker als der Markt wachsen", sagte Raimar Jahn, Leiter des Leitungskreises Automobil bei BASF.

Wachstum auch durch Zukäufe

So wolle der Ludwigshafener Dax30-Konzern seinen Anteil des Chemiegeschäfts im Automobilbereich jährlich um 4,8 bis fünf Prozent steigern. Das Wachstum werde, so Jahn, sowohl organisch als auch durch strategische Zukäufe erfolgen. Jahn: "Dabei zielen wir vor allem auf innovationsstarke Anwendungsgebiete ab, wie den Wachstumsfeldern alternative Antriebe, das heißt etwa bei Brennstoffzellen, Katalysatoren oder im Energiemanagement."

Zuwächse ergeben sich auch aus einem Branchentrend: "In einem Mittelklasseauto mit Materialkosten von 10.000 Euro stecken ungefähr 800 Euro an Chemie. Vor allem der Kunststoffanteil im Auto wird erheblich zunehmen. Heute sind es noch durchschnittlich 13 bis 14 Prozent des Materialeinsatzes, bis 2012 werden es etwa 21 Prozent sein", erklärt Jahn.

Trend zur Individualisierung ausnutzen

Auch der Trend zur stärkeren Individualisierung im Fahrzeug ist für BASF oder Konkurrenten wie Bayer, Dow Automotive und DuPont Automotive, von Vorteil: "Je stärker die Individualisierung beim Automobil zunimmt, desto eher lohnt sich der Einsatz von Kunststoffen, z.B. bei Karosserieteilen. Aber auch wer beispielsweise am Fahrzeughimmel eine Karibiksonne sehen will, der kann sie über eine Kunststoffanwendung problemlos und kostengünstig bekommen. Es gibt noch viele Potenziale, für die wir die Hersteller gewinnen müssen."

Von 94.000 Konzern-Mitarbeitern arbeiten derzeit laut Jahn rund 10.000 für Automotive-Lösungen. Trotzdem plane das Unternehmen nicht, eine eigene Automotive-Division zu bilden. Jahn: "Die Kosten für eine damit verbundene komplexe Administration möchten wir unseren Kunden ersparen."

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