BeeZero ist pleite

Brennstoffzellen-Carsharing vor dem Aus

Hyundai ix35 BeeZero Brennstoffzelle Foto: Bernd Conrad 12 Bilder

Zwei Jahre nach dem Start beendet die Linde-Tochter BeeZero das Carsharing mit Brennstoffzellen-Autos in München am 30. Juni 2018.

Im Sommer 2016 hat Linde, Hersteller von Industriegasen und auch von Wasserstoff, ein Tochterunternehmen namens BeeZero an den Start gebracht. Unter dieser Marke läuft ein Carsharing-Modell in München, das ausschließlich auf Brennstoffzellenautos setzt.

Zu diesem Zweck wurden für BeeZero 50 Exemplare des Hyundai ix35 Fuel Cell angeschafft und in der bayerischen Landeshauptstadt verteilt. Wie Car2go und DriveNow handelt es sich bei BeeZero um ein Free-Floating-Carsharing. Das bedeutet, dass die Autos nicht an einer festen Station angemietet und zurückgegeben werden müssen, sondern auf öffentlichen Stellplätzen, zum Beispiel am Straßenrand, parken und per App gemietet werden können.

Nur zwei Jahre Lebensdauer

Im Gegensatz zu den beiden Konkurrenten hat BeeZero mit seiner Produktkalkulation weniger die Spontanmieter, die mal kurz ein Auto für die Fahrt von einem Kundentermin zum nächsten benötigen, im Visier, sondern eher Kunden mit geplanten Fahrten.

5,50 Euro pro Stunde und zusätzlich 29 Cent für jeden gefahrenen Kilometer ruft BeeZero auf. Günstiger kommen da die, demnach auch stärker nachgefragten, Stundenpakete. Sechs Stunden Mietdauer und maximal 100 Kilometer Fahrstrecke gibt es für 49 Euro, ein Wochenendtrip mit dem Wasserstoff-SUV ist für 149 Euro zu buchen (48 Stunden Mietdauer, 250 Kilometer Fahrstrecke).

Knapp zwei Jahre nach dem Start kamen die Verantwortlichen zu dem Schluss, dass man mit dem BeeZero-Geschäftsmodell aus wirtschaftlicher Sicht auf keinen grünen Zweig kommt.

Ende Juni ist Schluss

Hyundai ix35 BeeZero Brennstoffzelle Brennstoffzellenautos Linde startet Carsharing-Programm

Am 30. Juni 2018 wird BeeZero eingestellt. Dann verfallen auch alle Guthaben, die Kunden des Carsharing-Dienstes möglicherweise noch haben. Um die bis zum Ende der Wasserstoffauto-Flotte noch einmal zur Nutzung zu motivieren, schenkt BeeZero jedem Nutzer 20 Euro Guthaben, die dann natürlich auch bis Ende Juni aufgebraucht werden müssen.

In einer Email an seine Kunden spricht BeeZero davon, dass man „gelernt habe, dass sich ein solches Modell langfristig nur betreiben lässt, wenn es auch wirtschaftlich tragbar ist.“ Das Carsharing-Auto für den Ausflug in die Berge stieß bei der Kundschaft also auf weniger Gegenliebe als gedacht. Hier kommen auch Mitbewerber wie Regionalbahnen ins Spiel, die für die meist autolos lebenden und denkenden potenziellen Kunden oftmals ein ausreichendes Angebot darstellen.

Hyundai bringt neues Brennstoffzellen-Auto

03/2018, Hyundai Nexo 2018 Foto: Bernd Conrad

Für den Lieferanten der BeeZero-Autos, den koreanischen Hersteller Hyundai, fällt mit der Pleite in München ein wichtiger Großkunde weg. Die 50 ix35 Fuel Cell wurden für den Einsatz bei BeeZero gekauft, sicherlich hat man im Zuge der Ersatzbeschaffung auch mit dem Erwerb von einigen Exemplaren des neuen Hyundai Nexo spekuliert.

Was mit den wasserstoffbetriebenen ix35 Fuel Cell, die bei BeeZero bis Juni 2018 im Einsatz sind, passieren wird, ist nicht bekannt. Vermutlich starten sie ein zweites Leben als Firmenwagen bei BeeZero-Mutter Linde.

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