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Benzinpreis

Hochphase bleibt

Nach dem Preisschock an den Zapfsäulen vom Mittwoch bleiben die Spritpreise in Deutschland hoch und könnten noch weiter steigen. "Ich sehe keine Luft für eine Entspannung", sagte Rainer Wiek, Chefredakteur des Hamburger Energie-Informationsdienstes EID.

Die Mineralölfirmen Esso und Shell hatten die Preise für Superbenzin am Vortag um acht Cent je Liter auf den Rekord-Durchschnittswert von 1,39 Euro heraufgesetzt.

Nach Wieks Einschätzung trifft die zusätzliche Verknappung durch den Hurrikan "Katrina" auf ohnehin stark strapazierte Märkte. "Eine Preisexplosion ist die logische Folge, weil die Produktenmärkte in den USA so angespannt sind", sagte Wiek. Die USA müssen schon heute jährlich rund 40 Millionen Tonnen Benzin importieren, davon rund 25 Millionen Tonnen aus Europa. Zum Vergleich: Das entspricht dem gesamten Benzinverbrauch Deutschlands. Verstärkte Käufe aus den USA hatten die Preise an den europäischen Ölmärkten in Rotterdam um mehr als 100 Dollar je Tonne in die Höhe getrieben.

"Nun wird es darauf ankommen, wie schnell die Produktion in den Raffinerien am Golf von Mexiko wieder hochgefahren werden kann", sagte Wiek. Die Schäden an den Raffinerieanlagen seien nach seiner Einschätzung nicht dramatisch. "Trotzdem ist die Produktion mehr oder weniger zum Erliegen gekommen, weil es andere Probleme gab, zum Beispiel mit der Stromversorgung oder dem An- und Abtransport." Es könne durchaus zwei bis drei Wochen dauern, bis die US-Anlagen wieder laufen. Wie sich das auf den Markt auswirken werde, sei nicht vorhersehbar.

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