Bernhard tritt Amt an - Sparpotenzial beim Golf-SUV

Foto: dpa

Begleitet von hohen Erwartungen hat der neue Markenvorstand bei Volkswagen, Wolfgang Bernhard, am Montag (2.5.) offiziell seine Führungsposition übernommen.

Bernhard soll vor allem die angeschlagene Kernmarkengruppe sanieren, zu der neben VW auch Skoda, Bentley und Bugatti gehören.

Bereits vor seinem offiziellen Amtsantritt drückt der ehemalige Daimler-Chrysler-Manager bei Europas größtem Autobauer kräftig auf die Kosten. Für den ab 2007 geplanten kleinen Geländewagen A-SUV habe Bernhard etwa die Produktionskosten um 2.000 Euro pro Fahrzeug gesenkt, schrieb das Magazin "Focus". Selbst Branchenkenner seien von der Höhe der Einsparungen überrascht.

Ein Sprecher von VW sagte dazu auf Anfrage: "Wir haben in einer großen Runde Einsparpotenziale bei den Anlaufkosten sondiert und gefunden." Zu den Details und zur Höhe äußerte er sich nicht. Im Fokus hätten vor allem nicht produktbezogene Kosten etwa im Vertrieb und Marketing gestanden. Bernhard hatte die hohen Produktionskosten als eines der dringendsten Probleme bezeichnet, die er bei VW lösen müsse.

Der kleine Geländewagen auf Golf-Basis soll in Wolfsburg gebaut werden. In einer "Produktklausur" hatte Bernhard, der dem VW-Vorstand bereits seit dem 1. Februar als "Minister ohne Ressort" angehört, die beteiligten Beschäftigten aufgefordert, selbst Überlegungen über die Kostenstrukturen bei dem neuen Modell anzustellen.

Der 44-jährige neue Manager ist als harter Sanierer bekannt. Er soll die Kernmarke wieder auf Kurs bringen, die trotz des scharfen Sparkurses nach wie vor tief in den roten Zahlen steckt. Im ersten Quartal 2005 verzeichnete die Gruppe ein Minus von 53 Millionen Euro, nach Verlusten von 71 Millionen im selben Zeitraum 2004. Weiter notwendige Verkaufsförderungsmaßnahmen und Wechselkurseinflüsse seien wesentliche Faktoren für das unbefriedigende Ergebnis, hieß es im Quartalsbericht.

Bisher hatte Konzernchef Bernd Pischetsrieder die Markengruppe neben seiner Aufgabe als Vorstandsvorsitzender selbst geführt. Bernhard kommt aus dem Daimler-Chrysler-Konzern, wo er zunächst als Kronprinz von Unternehmens-Chef Jürgen Schrempp galt, nachdem er Chrysler in den USA erfolgreich saniert hatte. Nach Streit mit Schrempp wurde er jedoch kurz vor der geplanten Übernahme der Leitung der Mercedes-Gruppe entmachtet.

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