Bernhard wird nicht Mercedes-Chef

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Update ++ Daimler-Chrysler-Vorstandsmitglied Wolfgang Bernhard wird nicht am 1. Mai neuer Mercedes-Chef.

Dies teilte der Autokonzern überraschend nach der Aufsichtsrats- und Vorstandssitzung am Donnerstag (29.4) in New York mit. Der langjährige Chef der Mercedes Car Group, Jürgen Hubbert, werde bis auf weiteres das Amt behalten.

Die Nichtberufung von Bernhard (43), der offiziell am Samstag (1. Mai) die Verantwortung für die Ertragsperle Mercedes übernehmen sollte, begründete Hubbert (64) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur mit erheblichen Differenzen über die strategische Ausrichtung. "In den letzten Monaten hat es sehr gravierende Auffassungsunterschiede über die Zukunft der Mercedes Car Group gegeben", sagte Hubbert.

Bernhard bei Arbeitnehmervertretern umstritten

Die Vertreter der Arbeitnehmer und später auch der leitenden Angestellten hätte sich zunehmend kritisch über Bernhard geäußert. Dabei sei es auch um die Frage gegangen, wohin es mit der Marke Mercedes gehen sollte. Bernhard bleibe im Vorstand, sagte Hubert. Wie es mit ihm weitergehe, werde im Vorstand und Aufsichtsrat beraten.

Dem Vorstandschef Schrempp sagte der Aufsichtsrat seine volle Unterstützung zu. Er bleibe Vorstandschef des Autokonzerns Daimler- Chrysler, hieß es am Donnerstag. Das Aufsichtsgremium trage die strategische Ausrichtung des Autobauers in vollem Umfang. Nach dem Rückzug bei der japanischen Beteiligung Mitsubishi hatte es Spekulationen über die Zukunft von Schrempp gegeben.

Die Gerüchte um Schrempp waren durch einen Bericht der "FAZ" angeheizt worden, wonach Schrempp in der vergangenen Woche dem Aufsichtsrat seinen Rücktritt angeboten habe. In verschiedenen Medienberichten war im Zusammenhang mit dem Rückzug beim Verluste schreibenden japanischen Autobauer Mitsubishi Motors (MMC), an dem die Stuttgarter rund 37 Prozent halten, von deutlichen Unstimmigkeiten im Vorstand die Rede gewesen.

Es habe eine "Pro-Mitsubishi-Fraktion" mit Schrempp, Nutzfahrzeugvorstand Eckhard Cordes und Strategievorstand Rüdiger Grube gegeben. Die Gegner einer weiteren finanziellen Beteiligung seien vor allem Finanzchef Manfred Gentz und Mercedes-Chef Jürgen Hubbert gewesen. Gentz habe sich schließlich mit seinen Bedenken durchgesetzt. Schrempp habe daraufhin am Donnerstag selbst dem Aufsichtsrat den Rückzug vorgeschlagen. Damit galt seine Strategie einer Welt AG zumindest als angeschlagen.

Gentz erklärte am Donnerstag in New York, Daimler-Chrysler überdenke nun seine Asienstrategie. "Wir sind in China sehr aktiv", sagte er und verwies auf die angestrebten Gemeinschaftsunternehmen für Mercedes-Pkw, Nutzfahrzeuge und Transporter. Die Gespräche verliefen sehr produktiv.

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