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Neuer BMW 8er (G15, 2018) (M850i xDrive)

Allrad-Sportcoupé greift Luxusklasse an

Ab November steht das neue 8er-Coupé bei den Händlern. Es ersetzt den 6er, das zweitürige Sportcoupé macht den Anfang, Viertürer, M8 und Cabrio folgen, teils nächstes Jahr. Im zweitürigen M850i xDrive konnten wir bereits Platz nehmen.

15.06.2018 Uli Baumann, Gerd Stegmaier

Ein Teil der „Strategy Number One Next“ von BMW ist eine Offensive in der Luxusklasse, wo Konkurrent Mercedes mit S-Klasse-Derivaten schon länger gutes Geld verdient. BMW will da zum Beispiel demnächst mit dem großen SUV X7 Kunden fischen, ein Segment, in dem Mercedes mit dem Maybach-SUV erst später vertreten sein wird.

Ein Gegenpart zu den S-Klasse-Coupé- und -Cabrio-Versionen von Mercedes soll die neue 8er-Baureihe sein. Allerdings soll der 8er im Gegensatz zu den limousinenartigen Schwaben ein Sportwagen sein. Und bei denen gebe es „letztlich nur mehr zwei Arten auf dem Markt: Die Rundenzeit-Variante wie etwa den Mercedes AMG GT und den Porsche 911 oder den GT wie etwa den Aston Martin DB11. Der 8er ist ein sportlicher GT, am ehesten mit dem DB11 vergleichbar. Aber der spielt preislich in einer ganz anderen Liga“, so Markus Flasch, Projektleiter der 8er-Reihe.

GT bedeutet aber auch, dass der 8er sportlicher als der 6er werden sollte. Optisch klappt das vor allem beim Studio-Fahrzeug, einem M850i xDrive, prima: Die lange Haube mündet beim 8er in einer flachen „Sharknose“ (Haifischnase), soll heißen, Scheinwerfer und Niere neigen sich eher nach hinten als nach vorn. Das Dach des vergleichsweise kurzen Greenhouse fällt schnell ab und ist nach hinten wie beim Concept Car stark eingezogen. Das kräftige Heck wirkt weniger extrem und flächig als bei der Studie, fast ein wenig zerklüftet, aber wuchtig und knackig. Die vielen Lufteintrittsöffnungen und die Bemühungen um Abtrieb münden in einem eher durchschnittlichen cW-Wert von 0,33 für die M-Performance-Variante.

BMW M850i xDrive Foto: Fabrian Krichbauer / BMW
Der Zweitrüer ist mit 4,85 Meter rund 5 Zentimeter kürzer als der 6er. Der Radstand beträgt 2,82 Meter. Lange Haube und kurzes, schnell abfallendes Dach prägen die Seitenlinie.

Zu mehr Sportlichkeit gehört auch, dass 8er trotz seiner größeren Baureihenzahl etwas kürzer ist als der 6er. Mit 4,85 Meter Länge fehlen ihm rund 5 Zentimeter zum Quasi-Vorgänger. Außerdem ist der 8er mit knapp 1,35 Meter rund drei Zentimeter flacher als der 6er. Ein DB11 ist allerdings noch mal gut 11 Zentimeter kürzer und fast sieben Zentimeter flacher.

Motoren: Auch mit Diesel

Den bekannten 4,4-Liter mit den zwei Twin-Scroll-Ladern im V der acht Zylinder hat BMW für den Einsatz im M850i weiterentwickelt und dazu Kurbelgehäuse, Turbolader, die Benzin-Direkteinspritzung, Kühlsystem sowie Zündung und Motorelektronik überarbeitet, ohne das Motorgewicht zu verändern. Das brachte gegenüber dem Vorgängermotor 68 PS Mehrleistung. Macht 530 PS zwischen 5.500 und 6.000 U/min und ein maximales Drehmoment von 750 Nm zwischen 1.800 und 4.600 U/min. In Kombination mit dem Allradantrieb des M5 soll der neue M850i in 3,7 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigen. Ein Klappenauspuff, dessen Charakteristik sich mit den Fahrmodi verändern lässt, soll für eine sehr ansprechende Klangkulisse sorgen.

BMW M850i xDrive FahrberichtLuxus-Coupé oder Sportwagen?

Zum Marktstart gibt es außerdem den BMW 840d xDrive – ja, einen Diesel. Den haben die Konkurrenten nicht im Programm und man hätte ihn angesichts der aktuellen Diskussion vielleicht auch im 8er nicht unbedingt erwartet. Aber der 3,0-Liter-Sechszylinder erfüllt dank SCR-Kat natürlich die Abgasnorm Euro 6d Temp und ist vergleichsweise sparsam: Während der M850i zehn bis 10,5 Liter auf 100 Kilometer brauchen soll, begnügt sich der der 840d mit 5,9 bis 6,2 Liter (alle Werte nach WLTP ermittelt, aber auf NEFZ zurückgerechnet). Die weniger extreme Aerodynamik und der offenbar geringere Kühlluftbedarf sorgen zudem für einen deutlich besseren cW-Wert von 0,29. Zusammen mit 68 Liter Tankinhalt könnte der Diesel ein echter Langstrecken-GT werden. Seine 320 PS und sein maximales Drehmoment von 680 Nm ab 1.750 U/min sorgen dennoch für eine Beschleunigung aus dem Stand auf 100 km/h in 4,9 Sekunden sorgen.

BMW M850i xDrive Foto: Fabrian Krichbauer / BMW
Den V8 mit seinen zwei Twinscroll-Ladern im heißen V kann man als Weiterentwicklung des Aggregats aus dem M550i betrachten oder als zahmere Version des M5-Motors.

Später folgen als weitere Varianten noch der M8 (Herbst 2019) mit mehr als 600 PS sowie ein 840i mit dem Sechszylinder-Turbo, etwa 340 PS und ohne Allradantrieb. Das dürfte dann der einzige 8er sein, der weniger als 1.800 Kilogramm auf die Waage bringt (M850i: 1.890 kg, 840d: 1.830 kg). Einen Handschalter wird es aber auch vom Sechszylinder-Modell nicht geben: Alle Motoren sind ausschließlich mit der 8-Gang-Automatik von ZF zu haben.

Fahrwerk: Komplette Neuentwicklung

Markus Flasch betont, dass das Fahrwerk speziell als ganzes System für den 8er entwickelt wurde. Das Adaptive M Fahrwerk mit elektronisch gesteuerten Dämpfern und Allradlenkung ist Serie, als einzige Fahrwerksoption ist für den M850i xDrive eine aktive Wankstabilisierung zu haben.

BMW M850i xDrive Foto: Fabrian Krichbauer / BMW
Die M-Sportbremsanlage und die 20-Zoll-Leichtmetallräder sind beim M850i Serie, beim 840d optional.

Schon der Radstand von 2,82 Meter ist laut BMW man vor allem als beste Voraussetzung für die Fahrdynamik gewählt. Die Mischbereifung (vorne 245/35 auf 8 x 20 Zoll, hinten 275/30 auf 9 x 20 Zoll) habe man gleich zu Beginn bei der Fahrwerksentwicklung miteinberechnet. Der Doppelquerlenker-Vorderachse helfen Torsionsstreben der Fünflenker-Hinterachse ein Schubfeld bei Steifigkeit und Anbindung an die Karosserie. Wie das Ganze funktioniert, konnten wir schon ausprobieren. Hier geht’s zum Fahrbericht vom getarnten Vorserien-M850i.

Sitzprobe: Innenraum mit knappem Fond und großem Kofferraum

An der Front des neuen 8er fällt die in Relation weit nach oben reichende Haube auf. Innen wirkt die Höhe der Frontscheibe daher knapp. Wer sich den Fahrersitz so einstellt, dass er das Ende der langen Haube erahnen kann, hat nicht mehr viel Platz über dem Kopf und den oberen Scheibenrand im Blick. Dafür sind die eigens für den 8er entwickelten, laut Markus Flasch besonders leichten sowie sportlich konturierten Sitze sehr bequem und vermitteln das Gefühl guten Seitenhalts. Die in die Lehne integrierten Kopfstützen stützen auch den Nacken angenehm ab. Die Verstellbereiche sind üppig, zum Umklappen der Lehne für den Zugang zum Fond zieht man an einer weit oben platzierten Lederschlaufe.

BMW M850i xDrive Foto: Fabrian Krichbauer / BMW
Allerdings ist hinten für Erwachsene zu wenig Platz. Der Kneiraum würde mit etwas gutem Willen noch reichen, aber das abfallende Dach kostet zu viel Kopfraum - mit 1,84 Meter Körpergröße sieht das dann so aus.

Hinten ist auf den ersten Blick gar nicht so wenig Platz und tatsächlich reichte der Knieraum sogar für Erwachsene bis etwa 1,80 Meter Körpergröße – nicht aber der Kopfraum. BMW wollte die Silhouette mit dem schnell abfallenden und stark eingezogenen Dach sportlich wirken lassen, drum können hinten nur Kinder beziehungsweise Personen anständig sitzen, die kleiner als 1,60 Meter sind.

BMW M850i xDrive Foto: Fabrian Krichbauer / BMW
Eine Volumenangabe für den Gepäckraum mit umgeklappten Lehnen bleib BMW schuldig, aber laut 8er-Projektleiter Markus Flasch passt so ein Rennrad in den Kofferraum, ohne die Räder auszubauen.

Dafür bietet der durch eine allerdings recht kleine Öffnung zugängliche Kofferraum Platz für 420 Liter Gepäck. Von dort aus lassen sich zudem die Lehnen der Vordersitze per Fernentriegelung umklappen, so dass ein zwar flacher, aber großer Laderaum entsteht. Markus Flach behauptet, ein Rennrad ließe sich so problemlos mit 8er-Heck mitnehmen. Wem das nicht reicht, der muss bis Herbst 2018 warten. Dann kommt das 8er Gran Coupé, das charakterlich nah am Zweitürer bleiben soll, aber natürlich mehr Platz bietet. Eine große Heckklappe wird allerdings auch das Gran Coupé nicht bekommen. „Das hätte zu viele Kompromisse bei Steifigkeit oder Gewicht gekostet. Allein der Konstruktion wegen die flache Dachlinie aufgeben, das wollten wir auf keinen Fall“, so Markus Flasch. Die flache Silhouette dürfte also das Differenzierungsmerkmal gegen über Audi RS 7 oder Porsche Panamera sein.

BMW 8er Gran Coupé (2019)Erstes Bild der viertürigen Coupés

Neue Instrumente und modifiziertes Bedienkonzept

Wer sein Rennrad im Coupé verstaut hat und hinterm Steuer Platz nimmt, dessen Blick fällt auf das so genannte Live Cockpit Professional (Serie). Zu ihm gehört ein digitales Kombiinstrument mit einer Bildschirmdiagonale von 12,3 Zoll hinter dem Lenkrad sowie ein 10,25 Zoll großes Control Display über der Mittelkonsole. Die neugestaltete Grafik wirkt reduziert und klar. Zwischen der klassischen Instrumentenkombi aus Drehzahlmesser und Tacho ist jetzt Platz für einen Navigationskartenausschnitt.

Auch auf dem Display in der Mitte lässt sich die Darstellung des Hauptmenüs jetzt anpassen. Dazu können bis zu zehn Seiten mit jeweils zwei bis vier Kacheln mit Live-Inhalten angezeigt werden. Sportliche Spielernaturen können beispielsweise die Querbeschleunigungskräfte anzeigen lassen. Bedienen lässt sich das System durch Berührung am Control Display über das bekannte iDrive (mit Touch Pad in der Mitte), per Sprach- oder (serienmäßiger) Gestensteuerung und denBedienelementen am Lenkrad.

BMW M850i xDrive Foto: Fabrian Krichbauer / BMW
Die Tasten um den iDrive-Controller und den Wählhebel sind neu gestaltet. Bei BMW hört sich das so an: "Auf der Mittelkonsole sind neben dem Gangwahlschalter und dem iDrive Controller unter anderem auch der Fahrerlebnisschalter sowie der Start-/Stopp-Knopf für den Motor in einer neugestalteten Funktionsinsel mit Aktivhaptik angeordnet". Als Sonderausstattung gibt es Glasapplikationen für Gangwahlschalter, den iDrive Controller, den Start-/Stopp-Knopf und den Lautstärkeregler des Audiosystems. Durch die Glasoberfläche des Gangwahlschalters ist eine beleuchtete „8“ zu sehen.

Zum neuen „Live Cockpit Professional“ gehört auch ein lernendes Navigationssystem, ein festplattengestütztes Multimediasystem inklusive 20 GB Speicherkapazität sowie eine Bluetooth- und eine WLAN-Schnittstelle. Hinzu kommen noch zwei USB-Anschlüsse. Den Fahrer identifiziert der 8er über den Schlüssel, einen BMW-eigenen Digital Key oder durch Benutzerauswahl im Control Display in Kombination mit einer persönlichen PIN.

Im Auto ist eine SIM-Karte mit unbegrenztem Datenvolumen verbaut, so dass die Vernetzung des Fahrzeugs nicht nur Theorie bleibt. Fahrzeug-Apps wie News, Wetter, Office oder Online-Suche, aber auch der intelligente Notruf, mit dem im Ernstfall automatisch Hilfe angefordert wird, sowie regelmäßige Aktualisierungen für das Kartenmaterial des Navigationssystems sollen also serienmäßig funktionieren. Weitere digitale Dienste wie Concierge Service und Verkehrsinformationen in Echtzeit lassen sich auch im Nachhinein (gegen Gebühr) zubuchen.

Fazit

Für den M850i xDrive wird BMW zum Markstart im November etwa 125.000 Euro verlangen. Das sind etwa 5.000 Euro mehr als Porsche für den 911 Carrera 4S aufruft – der allerdings 110 PS weniger hat und etwa eine halbe Sekunde länger für den Sprint auf 100 braucht. Zieht man den Carrera 4 GTS zum Vergleich heran, ist der BMW M850i xDrive sogar 8.000 Euro günstiger und beschleunigt immer noch drei Zehntel schneller. Auf der Rennstrecke dürfte er freilich dennoch das Nachsehen haben – aber Rennstreckensiege sind ja auch nicht das Ziel. Der eingangs erwähnte Aston Martin DB11 mit dem 510-PS-AMG-V8 ist jedenfalls selbst ohne Allrad etwa 60.000 Euro teurer.

So gesehen ist der 8er quasi ein Schnäppchen. Es sei denn, man blickt auf die Konkurrenz im eigenen Haus: Der M5 mit 600 PS und Allrad kostet „nur“ rund 118.000 Euro.

Der Vergleich zum etwa 10 Zentimeter längeren 5er fällt beim Parallelmodell sogar noch ungünstier aus. Der 840d xDrive wird etwa 100.000 Euro kosten, ein 540d xDrive nur 66.700 Euro – da bleibt noch viel Luft für Fahrwerksextras. Das Dieselmodell mit Allrad offenbart auch die Preissteigerung: Als der 640d xDrive 2012 neu zu haben war, kostete er rund 82.000 Euro.

Die 100.000-Euro-Marke unterschreitet der 8er vermutlich erst als 840i sDrive deutlich. Aber schließlich – und damit sind wir wieder am Anfang – soll der Neue richtig Geld verdienen. Und der Vergleich von Coupés mit der entsprechenden Limousine war unter Preis-Leistungs-Gesichtspunkten schon immer ein totes Rennen und der 8er macht hier keine Ausnahme: Er bietet weniger Platz und Türen, aber auch eine spektakuläre Optik, einen tieferen Schwerpunkt und ein engagierteres Fahrwerk. Und gerade, weil es bei den GTs nur einen viel teureren Konkurrenten gibt, könnte der 8er auf das eingangs skizzierte Ziel einzahlen.

Technische Daten
BMW M850i xDrive CoupéBMW 840d xDrive Coupé
Grundpreis125.700 €100.000 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4851 x 1902 x 1346 mm4851 x 1902 x 1341 mm
KofferraumvolumenVDA420 l420 l
Hubraum / Motor4395 cm³ / 8-Zylinder2993 cm³ / 6-Zylinder
Leistung390 kW / 530 PS bei 5500 U/min235 kW / 320 PS bei 4400 U/min
Höchstgeschwindigkeit250 km/h250 km/h
Verbrauch10,0 l/100 km6,1 l/100 km
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Holt ein Hoher-Geistlicher sein 7er von der inspektion ab.....und fragt bei der meisterlichen kundenübergabe "...kannst Du mir ein Beispiel für'ne Wohltat nennen?" der Meister nickt und spricht "....ja ,wenn ein Italiener das Dach einer G-Klasse ordentlich putzt!"
"so so....das wäre in der tat ne'Wohltat...."
und so möchte der Geistliche ebenso ein beispiel für ne'standesgemäße Sünde, ja ne'richtige Missetat!!!
...."da überleg ich nicht lang"..."ne Sünde wäre wenn ein Pole ihm die Leiter klaut!!!"
"ach ne ,dat is in der tat eine Sünde" aber ich würde verzeihen als hochwürden wenn ein pole damit den aufstieg schafft?

GRACHO 18. Juni 2018, 17:15 Uhr
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