BMW i Inside Future CES 2017

Autonomer BMW mit neuem Bedienkonzept

BMW i Inside Future CES 2017 Birgit Priemer Foto: Max Kirchbauer, BMW 12 Bilder

BMW schwebt in die Zukunft: Die Studie i Inside Future zur CES 2017 in Las Vegas zeigt ein neues Bedienkonzept. Wer dabei virtuelle Knöpfe drückt, fühlt sich, als ob er in ein frisch gewebtes Spinnennetz gegriffen hätte.

Die Zukunftsvision von BMW wirkt wie eine Mischung aus Boot und aufgebocktem Auto – zweifellos ein Hingucker, der mindestens im Frontbereich einen Ausblick auf den für 2021 angekündigten i-Next zulässt. Wegweisend ist das Interieur der Studie, die für die Anforderungen des vollautomatisierten Fahrens über intelligente Vernetzungsmöglichkeiten verfügt. Ambiente und Bedieneinheit können sich dem jeweils aktuellen Fahrmodus anpassen, wobei der Fahrer die Wahl trifft, ob er sich chauffieren lässt – das Navigationssystem weiß auf jeden Fall, ob sich die Strecke für das hoch- bzw. vollautomatisierte Fahren überhaupt eignet und zeigt es dem Piloten entsprechend an.

Bedienung über Holo Active Touch

Das Display HoloActive Touch kombiniert Touch-Bedienung mit Gestensteuerung, wobei eine hochempfindliche Kamera die Handbewegungen registriert. Wer mit dem Finger auf den gewünschten Menüpunkt zielt, bekommt ein dezentes Tonsignal und einen leichten, in der Fingerspitze fühlbaren Druckimpuls als Bestätigung, der dem Empfinden von Vibrationen ähnelt, wie sie beim Druck aufs Smartphone entstehen.

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Sitzprobe BMW i Inside Future

Bislang drehte sich bei BMW alles um den Fahrer. Erinnern wir uns an das „fahrerorientierte Cockpit“, das in nahezu jeder Pressemitteilung der Vergangenheit ausdrücklich betont wurde. Doch damit ist in Zukunft Schluß – alle vier Passagiere, gleichgültig ob Männlein oder Weiblein, wachsen zu gleichberechtigten Passagieren heran. Das Exterieur-Design der Studie i Inside Future „erinnert an ein Auto“, so die BMW-Experten. Immerhin, ist man da gewillt zu sagen. Aber „es geht um die Betrachtung aller vier Sitze.“ In denen fühlt man sich auf jeden Fall mal wohl, vor allem, wenn vor den Augen der Frontpassagiere der große Bildschirm aus dem Dachhimmel herabgelassen wird. Keine Frage: In Lufthansasitzen der Economy- und Business-Class sitzt man längst nicht so bequem und hat auch nicht so eine große Bildschirmfläche vor Augen.

Leder scheint out zu sein, natürliche Materialien in Kombination mit Kissen und Decken verstärken den Eindruck, man wäre in einem rollenden Wohnzimmer unterwegs.Nicht zu vergessen die mitgeführten Bücher an Bord des Zukunftsmodells – obwohl: Sind Bücherschränke im Wohnzimmer nicht mittlerweile out? Egal. Beeindruckend ist auf jeden Fall, wie gut die Bedienung über das Holo Active Touch-Prinzip funktioniert. Eine hochempfindliche Kamera registriert die Geste, die augenscheinlich erst einmal ins Nichts führt, aber dann kommt doch eine Rückmeldung. Sie erzeugt, über Ultraschall, ein leichtes Kribbeln auf der Fingerkuppe. So, als hätte man versehentlich in ein Spinnennetz hineingegriffen. Im Unterschied zur Realität fühlt sich das aber hier nicht unangenehm an. Das ist eben der Unterschied zwischen der realen und der virtuellen Welt.

Birgit Priemer

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