BMW Fahrsimulationszentrum

Laborerprobung für Fahrassistentenund autonome Autos

09/2019, BMW FIZ Foto: BMW 4 Bilder

Der Münchner Autobauer investiert 100 Millionen Euro in ein neues Fahrsimulationszentrum. 2020 soll die Anlage zur Erprobung von Fahrassistenten und autonomen Fahrfunktionen fertiggestellt sein.

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Künstliche Intelligenz als Steuersoftware autonom fahrender Autos muss eine Vielzahl von Verkehrssituationen lernen, um auch auf Basis des gesammelten Wissens Entscheidungen, z.B. Ausweichmanöver zur Vermeidung von Unfällen, treffen zu können.

BMW errichtet für die Simulation realer Fahrsituationen auf dem weitreichenden Areal des FIZ (Forschungs- und Innovationszentrum) im Münchner Norden jetzt ein entsprechendes Testgelände. Mitte August wurde mit den Bauarbeiten begonnen, die Fertigstellung ist für das Jahr 2020 geplant. Das Investitionsvolumen beträgt 100 Millionen Euro.

14 neue Fahrsimulatoren

157 Mitarbeiter und 14 Simulatoren sollen auf insgesamt 11.400 Quadratmetern Fläche an Fahrassistenten und autonom fahrenden Autos arbeiten. Unter Laborbedingungen will BMW außerdem weitreichende Kenntnisse darüber erlangen, ob und wie sehr bestimmte Anzeigen- und Bedienelemente den Fahrer ablenken können.

In den geplanten Simulatoren werden Autos stehen, die Fahrt erfolgt virtuell über Monitore. Das ist soweit nichts wirklich Neues. Ein sogenannter „High Dynamic Simulator“ soll aber die Darstellung von Längs- und Querbeschleunigungen bis zu einer Stärke von 1,0 g darstellen können. Damit können Vollbremsungen, Ausweichmanöver und starke Beschleunigen realitätsnah dargestellt werden.

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Die um das Auto herum projizierten Darstellungen der virtuellen Umgebung werden mit auf die nachgestellte Situation abgestimmten Geräuschen zu einer möglichst echt wirkenden Fahrumgebung, was für die Erforschung und Beobachtung der Fahrerreaktionen sehr wichtig ist. Außerdem können viele verschiedene Szenarien, von einer asiatischen Megacity über amerikanische Highways und Wüstenstraßen im Nahen Osten bis hin zur deutschen Autobahn erprobt werden, ohne den Testwagen um die Welt schicken zu müssen.

15.000 neue Arbeitsplätze

Mit dem neuen Fahrsimulationszentrum möchte BMW eine Vielzahl von Erprobungsschritten durchführen, für die bisher zeit- und materialaufwändige Testfahrten auf öffentlichen Straßen nötig waren. Die wird es auch künftig noch geben, mit der Vorbereitung unter Laborbedingungen kann BMW die Autos aber schon in einem weiter vorangeschrittenen Entwicklungsstand vor die Werkstore rollen lassen.

Das FIZ wurde von BMW im Jahr 1986 errichtet. Über 20.000 Menschen arbeiten dort aktuell. Seit Oktober 2017 wird an einer massiven Erweiterung des Areals gearbeitet, 15.000 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.

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