auto motor und sport Logo
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Autonomes Fahren kommt ab 2021

Wo BMW, Mercedes und Volvo testen

BMW 320d GT xDrive, Seitenansicht Foto: Achim Hartmann

Mercedes hat die Genehmigung für Tests von autonomen Autos der nächsten Generation erhalten und BMW testet ab 2017 in der Münchner Innenstadt. Auch andere Hersteller arbeiten am autonomen Fahren.

30.12.2016 Andreas Of

Mercedesd hat vom Regierungspräsidium Stuttgart kurz nach Weihnachten die Genehmigung bekommen, autonom fahrende Autos der nächsten Generation zu testen.

Das Ziel: Auto ohne Fahrer

Für die Tests hat Mercedes einige V-Klassen mit Radar, Lidar, Grafikprozessoren und Deep-Learning-Software ausgerüstet. Die neueste Ausbaustufe der Technik heißt DAVOS: Daimler Autonomous Vehicle Operating System. Zwei geschulte Fahrer begleiten die Fahrt und überwachen die Systeme. Das Ziel ist laut Daimler, ein Auto zu entwickeln, das per App zu seinem Nutzer kommt und den Weg dorthin ohne Fahrer zurücklegt.

Schon vor 20 Jahren autonom

Autos, die selbst lenken und bremsen, sind ein alter Hut. In der Verkehrssammlung des Deutschen Museums steht eine Mercedes S-Klasse, Baureihe W 140, die vor gut 20 Jahren Hunderte Kilometer auf der Autobahn zurückgelegt hat, ohne dass der Fahrer eingreifen musste. 2006 fuhr ein BMW 3er ohne Eingriff des Fahrers um den Hockenheimring. Auf der Ideallinie. Mercedes schickte 2013 einen S 500 von Mannheim nach Pforzheim und später nach Kalifornien. Dabei bewältigte der Prototyp komplexe Verkehrssituationen.

Level 2: Abstand und Spur halten

Jetzt geht es darum, Serienautos mehr beizubringen, als dem Fahrer beim Einparken das Lenken abzunehmen oder im Stau den Abstand zu halten. Autos wie der BMW 7er oder die Mercedes E-Klasse können inzwischen auch bei höheren Geschwindigkeiten den Abstand und das Auto in der Spurt halten. Doch der Fahrer muss auf die Straße schauen, die Hände am Lenkrad lassen und jederzeit die Kontrolle behalten. Experten für autonomes Fahren nennen das Level 2.

Mit Level 3 muss der Fahrer nicht mehr ständig auf die Straße schauen, aber jederzeit die Kontrolle übernehmen können. „Wir arbeiten an einem Level-3-Fahrzeug“, sagt ein Daimler-Sprecher. Die Komponenten dafür erproben Entwickler des Unternehmens in Stuttgart, Böblingen und den USA. Auch im Stadtverkehr. Dabei geht es vor allem darum, Erfahrungen zu sammeln und Fragen zu klären, die 2013 bei der Bertha-Benz-Fahrt noch nicht geklärt waren.

Ford testet autonome Fahrzeuge auf seinem Firmengelände in Dearborn und kooperiert mit Jaguar/Land Rover. Mit einer Flotte von rund 100 Fahrzeugen testen die Kooperationspartner in Coventry und Milton Keynes vor allem die Kommunikation zwischen den Autos und der Infrastruktur.

Volvo testet ab 2017 in Göteborg

Volvo erprobt ab 2017 eine Flotte autonom fahrender Autos in Göteborg. Am Steuer sitzen dann keine Ingenieure von Volvo, sondern Kunden. Autonom fahren die Versuchsfahrzeuge dann in ausgewiesenen Gebieten.

Mercedes von Fortschritten überrascht

Bei BMW und Mercedes sitzen Entwickler am Steuer. BMW erprobt autonome Fahrfunktion ab Anfang 2017 in München auch innerhalb des Mittleren Rings. In den autonomen 3er GT sitzt ein Testfahrer hinter dem Steuer, ein Kollege auf dem Beifahrersitz überwacht die Daten der Bilderkennung auf einem Bildschirm. So soll die Software vor allem komplexe Situationen lernen.

Bei Daimler kommt die Entwicklung der Techniken für das Autonome Fahren schneller voran als erwartet. Die Daimler-Ingenieure im Forschungsprojekt Cityscape sind derzeit selbst überrascht über die enormen Fortschritte, die ihre Erkennungssoftware macht. Inzwischen erkennen die Computer selbst in unübersichtlichen Verkehrssituationen sogar verdeckte Fußgänger und kaum sichtbare Hindernisse besser als ein Mensch.

Die Daimler-Ingenieure haben Videos von Straßenszenen in 50 verschiedenen Städten automatisiert ausgewertet. Dabei musste der Computer 30 verschiedene Objektklassen unterscheiden, vom Fußgänger, Radfahrer und Auto über Ampeln und Häuser bis zu Bäumen, Sträuchern und Verkehrsschildern. Inzwischen ist die Erkennungsquote der Künstlichen Intelligenz höher als bei einer vom Menschen durchgeführten Auswertung, schildert Uwe Franke, der bei Daimler den Bereich Bilderkennung verantwortet.

Das Besondere an den sich selbst programmierenden Algorithmen: Die Erkennung funktioniert so gut, dass sich die Cityscape-Entwickler teils gar nicht mehr erklären können, wie das System vorgeht. So werden selbst dann noch Fußgänger erkannt, wenn sie zum Großteil von parkenden Autos verdeckt werden. Nachts genügen wenige Pixel, um querende Radfahrer zu entdecken.

Entscheidende Fortschritte erzielten die Forscher durch neueste Grafikkarten aus der Computerspielindustrie. Diese sind inzwischen in der Lage, viele Rechenoperationen parallel durchzuführen und eignen sich deshalb hervorragend für Echtzeit-Bilderkennung.

BMW iNext ab 2021 autonom

Die Entwickler haben fünf Jahre Zeit, bis die Technik in Serie geht: BMW-Chef Harald Krüger hat angekündigt, dass der iNext 2021 autonom fahren kann. Zum Teil wird sich der Fahrer auch für kurze Zeit vom Verkehr abwenden können – das ist Level 4.

Level 5, das wäre das Auto ohne Lenkrad und Pedale.

Neuester Kommentar

Zitat aus dem Artikel:
"Jetzt geht es darum, Serienautos mehr beizubringen, als dem Fahrer beim Einparken das Lenken abzunehmen oder im Stau den Abstand zu halten."

Nein und nochmals nein, denn diese Aussage unterstellt, dass die jetzigen Systeme zuverlässig funktionieren würden, aber wie der kreuzgefährliche und völlig untauglische Lenkassistent im neuesten 5er BMW und auch in der Mercedes s-Klasse auf erschreckende Weise zeigen, wie die Notbremsassisten belegen, die einmal funktionieren und einmal nicht, müssen die Hersteller erst einmal diese Basissysteme in den Griff bekommen, ehe sie über "höhere Level" des sogenannten autonome Fahrens fabulieren dürfen.

Ich wundere mich nur noch über die Blauäugigkeit der Motorjournalisten, die diese Mängel stest in den Tests aufdecken und dann im nächsten Artikel völlig unbeeindruckt weiterhin vom alsbaldigen autonomen Fahren phantasieren.
Die Tatsache, dass es bereits vor über 25 Jahren - das stellt der Artikel zeitlich falsch dar - an der Bundeswehrhochschule in München einen Mercedes mit unzähligen Kameras gab, der einigermaßen funktionierte, zeigt doch eher, dass die Entwicklung stagniert, man bekommt die Systeme einfach nicht in den Griff.

Mmanetto-X 10. Mai 2018, 20:03 Uhr
Neues Heft
Gebrauchtwagen Angebote
WhatsApp Newsletter
WhatsApp Newsletter
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden