BMW und Daimler haben Einkaufskooperation schon gestartet

Foto: BMW / Mercedes 19 Bilder

Die beiden Autohersteller BMW und Daimler haben ihre geplante Einkaufskooperation bereits begonnen. Wie BMW-Entwicklungschef Klaus Draeger gegenüber auto motor und sport bestätigte, wurde der gemeinsame Einkauf von Teilen gestartet.

„Wir treffen uns bei Zulieferern, prüfen, wo wir gleiche Teile und Subkomponenten haben, wie etwa Xenon-Vorschaltgeräte und -Brenner, Wärmetauscher und Stellmotoren von Klimaanlagen“, so Draeger. „Die Nutzung von Skaleneffekten setzt sukzessive ein. Da brauchen wir nicht auf Modellwechsel oder offizielle Ankündigungen zu warten.“

Ein Sprecher ergänzte nachträglich, dass die Kooperationsgespräche um das Thema Einkauf damit noch nicht abgeschlossen seien: „Für weitere Umfänge prüfen beide Seiten fortlaufend die Möglichkeiten für den gemeinsamen Einkauf.“

Bereits Mitte August hatte auto motor und sport berichtet, dass beide Hersteller beim Kauf von Komponenten, die nicht markendifferenzierend seien, Kosten einsparen wollen durch einen gemeinsamen Einkauf. Dabei handele es sich vor allem um Basisfunktionen wie Fensterheber, Zugangssysteme, Verstellmotoren, Lüftungssysteme und Sitzgestelle.

Gemeinsamer Zwölfzylinder-Motor im Gespräch

Um Kosten zu senken, wolle BMW auch seine Zwölfzylinder-Motoren verstärkt gemeinsam mit Daimler nutzen. „Wir sind prinzipiell bereit, unsere Motoren auch an Wettbewerber zu verkaufen“, so Draeger. „Und ja, wir sprechen auch ganz offen mit Mercedes über Möglichkeiten bei unseren Motoren.“ Weitere „Gespräche, aber keine Ergebnisse“ gebe es mit Aston Martin über die Nutzung des BMW-Zwölfszylinders.

Ein Angebot zum Kauf von Dieselmotoren machte Draeger den amerikanischen Autoherstellern GM, Chrysler und Ford, die derzeit nicht über die neueste Pkw-Dieseltechnik verfügen. „Wenn US Hersteller sich für den Diesel erwärmen, sind wir gerne bereit, unsere hoch entwickelten Aggregate in die USA zu liefern“, so Draeger. „Wir hätten genau das richtige Angebot und würden ihnen große Entwicklungsaufwendungen ersparen.“

Entscheidung über Kooperation mit Alfa bis Jahresende

Bis zum Jahresende könnte die geplante Kooperation zwischen BMW-Tochter Mini und Alfa Romeo zum Abschluss kommen. Draeger: „Wir haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, die Unterlagen liegen nun auf dem Tisch, die Experten schauen darauf, ob irgendwo Synergien genutzt werden können. Bis Jahresende wollen wir entscheiden, ob und wo wir das für möglich halten. Bis dahin haben wir Stillschweigen vereinbart.“

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