Verträge unterschriftsreif

BMW und Daimler wollen auch bei Finanzsparten kooperieren

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BMW und Daimler arbeiten offenbar an einer weiter reichenden Kooperation als gedacht. In einem internen Daimler-Betriebsratsschreiben, das auto-motor-und-sport.de vorliegt, heißt es, die Kooperationsverträge seien ausgehandelt und lägen zum Teil schon seit rund vier Monaten zur Unterzeichnung vor.

"Die teilweise bereits vor Weihnachten unterschriftsreif vorliegenden Verträge sind aber noch nicht unterschrieben worden, weil das Gesamtpaket als großer Wurf besiegelt werden soll, wenn alle Details geklärt sind", heißt es in dem Papier, das die Christliche Gewerkschaft Metall verfasst hat.

Mehrere Milliarden Euro Einsparpotenzial im Einkauf

Neben der bereits bestehenden Kooperation beim Hybridantrieb nennen die Arbeitnehmervertreter drei weitere Kernbereiche, in denen Daimler und BMW kooperieren wollen: im Einkauf, in der Entwicklung und bei den Autobanken.

Ganze Einkaufsbereiche von Daimler und BMW sollen produktiv zusammen gelegt werden, um vor allem solche Teile zu beschaffen, die nicht für die Markenidentitäten stehen, wie etwa Fensterheber, Gurtrollen, Klimaanlagen, Lichtmaschinen, Batterien. Das Einsparpotenzial wird "alleine beim produktiven Einkauf kurzfristig auf mehrere hundert Millionen und mittelfristig auf mehrere Milliarden Euro geschätzt", schreibt die Gewerkschaft. "Weitere Hunderte von Millionen könnten zusätzlich durch die Zusammenlegung von Teilen des unproduktiven Einkaufs eingespart werden", sprich bei Büromaterial, Hygieneartikeln, Einrichtungsgegenständen, Energie, Maschinen oder etwa Anlagen.

Gemeinsame Entwicklung von Antrieben

Substanzielle Einsparungen planen die Konzerne offensichtlich auch bei der gemeinsamen Entwicklung von Aggregaten und Antrieben "mit dem Ziel, schneller und kostengünstiger zu entwickeln". Sogar gemeinsame Plattformen seien nach wie vor denkbar, heißt es in dem Papier.

Überraschend ist die gewünschte Kooperation der Finanzsparten. Ins Auge gefasst werde die "Verbindung der Finanztöchter, mindestens jedoch eine enge Zusammenarbeit". Die Gewerkschaft nennt als Grund vor allem die hohen Refinanzierungskosten im Zuge der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise. Eine engere Kooperation beider Autobanken könnte diese Kosten deutlich senken.

Holding-Lösung denkbar

Eine gegenseitige Kapitalbeteiligung sei von beiden Konzernen "kategorisch ausgeschlossen". Sollte die Absatzkrise länger andauern, sei aber "eine Holding-Lösung durchaus denkbar", um der Kooperation einen Rahmen zu geben.

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