BMW will Personalkosten drücken

Foto: ams

Update ++ Der Autobauer BMW will seine Personalkosten mit dem angekündigten Abbau von mehreren tausend Stellen um jährlich bis zu 500 Millionen Euro drücken.

Noch größeres Einsparpotenzial sehe der Konzern bei den Materialkosten, sagte Finanzvorstand Michael Ganal laut Mitteilung am Mittwoch (6.2.) auf einer Investorenkonferenz in London. Von den sechs Milliarden Euro, die BMW in den kommenden fünf Jahren insgesamt einsparen will, entfielen zwei Drittel auf diesen Bereich. Damit konkretisierte BMW erstmals sein Sparprogramm, das Ende September verkündet worden war.

Der Autobauer will den Verfall seiner Gewinnmargen in den vergangenen Jahren stoppen. Die strategische Neuausrichtung gehe jetzt in die entscheidende Phase, sagte Vorstandschef Norbert Reithofer. "Wir legen im laufenden Jahr die Grundlage für eine Trendwende bei der Profitabilität." Die Konzernführung stellte sich erstmals in der BMW-Geschichte auf einer sogenannten Road Show den Investoren.

BMW-Aktie fällt

Die Aktie brach allerdings am Mittwoch zeitweise um mehr als sechs Prozent ein und lag am Nachmittag in einem freundlicheren Umfeld noch immer gut drei Prozent im Minus bei 35 Euro. Wie viele Stellen genau abgebaut werden sollen, ließen Reithofer und Ganal offen. In Branchenkreisen ist von bis zu 8.000 Stellen die Rede, die in diesem Jahr wegfallen sollen.

Der Konzern betonte erneut, dass in erster Linie Leiharbeiter betroffen seien, die nach Ablauf der Verträge bei anderen Unternehmen arbeiten würden. Allerdings räumte BMW ein: "Beim Stammpersonal sind ebenfalls Maßnahmen vorgesehen, die sozialverträglich und in einem konstruktiven Dialog mit dem Betriebsrat vereinbart wurden." Dabei solle Mitarbeitern im Laufe dieses Jahres der Einstieg in die Altersteilzeit angeboten werden. Zudem sind Abfindungsangebote und die Nicht-Besetzung freiwerdender Stellen geplant. Hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte würden weiterhin eingestellt.

Größter Kostenblock im Unternehmen sind laut Ganal die Ausgaben für das Material. Sie belaufen sich auf rund 25 Milliarden Euro im Jahr. "Wenn wir eine Reduzierung der Materialkosten um beispielsweise drei Prozent pro Jahr annehmen, bedeutet dies ein jährliches Potenzial von rund 750 Millionen Euro."

Weitere Kooperationen

Der Konzern strebt zudem weitere Kooperationen an. Derzeit laufen Verhandlungen mit anderen Herstellern über die gemeinsame Nutzung von Komponenten und Motoren. "Die Gespräche kommen gut voran, sind aber noch nicht abgeschlossen", sagte Ganal. BMW bekräftigte zudem, dass angesichts der Dollar-Schwäche die Produktion und der Einkauf im Dollarraum ausgebaut werden sollen.

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